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Zwei sympathische Extremsportler: Joey Kelly (links) und Sascha Wingenfeld. - Fotos: Hans-Hubertus Braune

Führten durch das Programm: Jürgen Stumpf (links) und Andreas Nann.

08.02.07 - Fulda

GWV Challenge-Lauf: "Inneren Schweinehund besiegen" - KELLY fasziniert

Es herrscht totale Stille in der zu einer kleinen Eventarena umfunktionierten Badmintonhalle der Sportwelt in Künzell: Joseph Maria alias Joey Kelly (34), berühmter Musiker der fast schon legendären Kelly Familiy zupft nicht etwa an seiner Gitarre, sondern berichtet mit eindrucksvollen Bildern von seiner neuen Leidenschaft, dem Ausdauer- und Extremsport. Fesselnd und zugleich faszinierend spricht er von den Leiden aber auch bleibenden Momenten während seiner Touren zu Fuß, auf dem Rennrad oder schwimmend im Wasser. Dass seine Worte nicht so einfach daher gesagt sind, beweisen die Fotos und Videoclips, die rechts und links der Bühne über Leinwände flimmern.

Kelly, Vater von drei Kindern und seit 2005 mit Ehefrau Tanja verheiratet, ist an diesem Abend der Stargast bei der Auftaktveranstaltung zum GWV-Challenge-Lauf, der am 5. Mai durch die Straßen von Fulda und Künzell als Mannschaftslauf ausgetragen wird. Es geht um das Thema "Sport, Energie und Motivation" und Joey Kelly steht als Beispiel, wie der Laufsport das Leben positiv beeinflussen kann. Auch wenn der Musiker sicher ein im wahrsten Sinne des Wortes extremes Beispiel darstellt, so gelingt es ihm, seine Begeisterung und Überzeugung beeindruckend zu vermitteln. "Ein Ultra-Marathon ist sicher nicht gesund. Aber immer noch besser als Faul auf dem Sofa zu liegen und 120 Kilogramm zu wiegen", sagte Kelly, der seine zahlreichen Zuhörer bat "einmal einen Marathon oder Halbmarathon in Angriff zu nehmen". "Der Sport ist eine gute Möglichkeit, sein Leben positiv zu beeinflussen", so Kelly.

Und Joey weiß, wovon er spricht. Mit seinen Brüdern und Schwestern in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, tingelten er und seine Familie jahrelang durch die Fußgängerzonen dieser Welt und lebten von der Hand in den Mund. Glückliche Umstände und der unglaubliche Wille, den Durchbruch zu schaffen machten aus der Kelly Familiy in den 80er Jahren Superstars der Musikszene, die alle großen Stadien der Welt füllten.

Joey, damals als 24-Jähriger eher etwas bummelig, verhalf eine Wette mit seiner Schwester, zu dem Umstand, etwas für seine Gesundheit zu machen. Er würde einen Triathlon packen, meinte Joey zu seiner Schwester. Mehr schlecht als recht packte er den ersten Kampf gegen die Uhr. Nach wenigen Metern im Wasser drehte er entkräftet und abgeschlagen auf dem letzten Platz liegend um und ging aus dem Wasser heraus. Doch sein eisener Wille trieb ihn an. Er ging wieder in das kühle Nass, absolvierte anschließend die Fahrrad- und Laufstrecke. Es folgte eine fast beispiellose Karriere. Inzwischen ist er Weltrekordinhaber: Acht Ironman in einem Jahr schaffte bisher niemand ausser Joey Kelly. Und er war bei den verrücksten Rennen weltweit dabei. Ob beim Mount Everest Ultramarathon (160 km, bis zu 5000 Meter Höhe), beim Bad Water Run (210 km Lauf in den USA bei senkender Hitze), einem 240 km-Sahara-Wüstenlauf, im brasilianischen Amazonas ("das war richtig gefährlich, das haben zwei ehemalige Soldaten organisiert, denen es egal war, ob du Tod oder Lebend ans Ziel kommst", erzählte Kelly). Von Berlin nach Bagdad (etwa 5.300 Kilometer) oder einmal quer durch die USA auf dem BIke im Zweier-Team (mit Jutta Kleinschmidt) - Joey Kelly hat einiges erlebt.

Den inneren Schweinehund zu überwinden, seine Grenzen kennen zu lernen und sich Ziele zu setzen, sind für Kelly die Beweggründe, die er seinen Fans übertragen möchte. Dies scheint ihm an diesem Abend genauso zu gelingen wie seinem heimischen Pendant, Sascha Wingenfeld. Der Dirloser hatte früher ebenso wenig mit Sport zu tun. Heute ist er ein erfolgreicher Ausdauersportler, der jüngst beim Fulda Challenge in Kanada dabei war und einen überzeugenden dritten Platz belegte. Sein Arzt riet ihm, Sport zu treiben. Schwimmen, Tischtennis, Turnen und Fußball haben Wingenfeld nicht gefallen. Mittlerweile ist er beim Cross-Triathlon hängen geblieben und bereitet sich nun auf die nächsten Weltcup-Rennen vor.

Ganz so hoch hinaus sind die Ziele der weiteren Teilnehmer der Info-Show in der Sportwelt indes nicht gesteckt. Jürgen Stumpf und Andreas Nann, zwei Unternehmer aus Künzell, selbst leidenschaftliche Läufer stellten in munteren Gesprächen Vertreter der Sponsoren des Challenge-Laufes vor. Sie alle mussten zunächst einmal "über" das Laufband.

Sie werden zudem Mannschaften für den GWV-Challenge-Lauf stellen, der am 5. Mai 2007 ab 14 Uhr gestartet wird. Unter dem Motto "Sport, Energie und Motivation" können sich Teams von Unternehmen, Behörden, öffentlichen Einrichtungen und Organisationen anmelden. Die Strecke wird sechs Kilometer lang sein und führt vom Firmengelände der GWV am Klinikum Fulda vorbei zur Sportwelt nach Künzell. Weitere Informationen unter http://www.gwv-challenge-lauf.de. (Hans-H. Braune) +++


Joey Kelly für das eigene Handy oder Digitalkamera.

Dr. Peter Szepanek vom Hauptsponsor GWV.


Voller Energie auf dem Laufband: Fuldas Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel.


Wolfgang Gutberlet, Geschäftsführer von tegut..., beim Interview auf der Bühne.

Unterstützt ebenso die Veranstaltung: Thorsten Cynski, Inhaber des Sporthauses im Kohlhäuser Feld.



Professor Dr. med. Daniel Jaspersen vom Klinikum Fulda.




Fuldas Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel im Gespräch mit Sascha Wingenfeld.




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