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09.02.07 - Fulda

Grünen-Kritik an Skipisten-Plan - SCHÖNBERGER: "Winter kann man nicht kaufen"

Kritik an einem angekündigten Projekt zur weiteren Nutzung der Rhön für Wintersport-Angebote hat der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Fuldaer Kreistag, Helmut Schönberger (Eichenzell) geübt. Der Kreispolitiker hält den geplanten Ausbau der Skipiste Abtsroda bei der Wasserkuppe, die Verlängerung des Skiliftes und den Bau eines weiteren kleinen Zubringerlifts für ein falsches Projekt mit negativen Folgen für die regionale Entwicklung und die Umwelt.

„Mehr als dreißig Jahre, nachdem Umweltschützer zum ersten Mal über Klimaveränderung sprachen, scheint die Tatsache der globalen Erwärmung bedauerlicherweise noch immer nicht im Landratsamt Fulda und in der Rhön angekommen zu sein“, stellte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Helmut Schönberger fest. „Wie sonst ließe sich erklären, dass Landrat Woide den Bau eines neuen Skilifts wohlwollend prüfen möchte, der an einem zu kurzen und zu niedrigen Hang gebaut werden soll und bei dem schon jetzt ins Auge gefasst wird, dass der Schnee vorwiegend mit Schneekanonen produziert werden muss?“

Die Ökobilanz von Schneekanonen sei denkbar schlecht: für 30 Zentimeter Kunstschnee auf einer Fläche von einem Hektar würden etwa 1.200 Tonnen Wasser benötigt sowie zwischen 2500 und 28000 kWh Strom. Hinzu komme der Strom, den die Beleuchtung der geplanten Skistrecke benötige. Dieser Energieverbrauch trage natürlich wiederum zum globalen Treibhauseffekt bei, welcher die Temperaturen weltweit ansteigen lasse und damit die Chancen auf Naturschnee in den niedrigeren Regionen immer weiter schmelzen lasse. „Statt sich ernsthaft mit den Folgen des Klimawandels für die Rhön zu befassen, wird hier suggeriert, wir könnten alles kaufen, sogar den Winter“, kritisierte Schönberger.

Dabei stehe der Aufwand in keinem Verhältnis zum langfristigen Nutzen. Der Hang müsse baulich verändert, es müssten Bäume gefällt und für das benötigte Wasser ein künstlicher Speichersee angelegt werden. Das Speicherwasser aus Bächen sei deutlich nährstoffhaltiger als das Wasser aus natürlichem Schnee. Als logische Konsequenz würden Pflanzen, die in einer nährstoffarmen Umgebung gedeihen, verdrängt werden - das heiße: der Pflanzenbestand an dem in Frage kommenden Hang könne sich verändern.

„Die Wasserkuppe wird mehr und mehr verbaut. Seit letztem Jahr ähnelt die Märchenwiese einem Vergnügungspark. Wenn nun bei Abtsroda noch eine Rennstrecke entstehen sollte, mag das vielleicht für kurze Zeit den Skitourismus fördern. Aber all das hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, sondern läuft auf hohe Bau- und Unterhaltungskosten sowie Energieverschwendung hinaus. Hier sollte der Landrat als Verantwortlicher für den hessischen Teil des Biosphärenreservates einmal seine Hausaufgaben machen," mahnte Helmut Schönberger.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das Unternehmen von Skilift- und Rodelbahnenbetreiber Josef Wiegand aus Rasdorf im Kreis Fulda Verhandlungen mit dem Hessischen Ski-Verband über die Anerkennung der Skipiste Abtsroda als ein Schwerpunkt-Trainingszentrum für alpinen Skisport führt. Vor einer solchen Aufwertung, die dann auch den Forderungen des Internationalen Skiverbandes FIS (Fédération Internationale de Ski) genügen würde, stünden aber hohe Investitionen und Eingriffe in die Natur. Die Skipiste müsste verbreitert und verlängert werden, zur Schneesicherheit wären Schneekanonen zum künstlichen Beschneien der Strecke anzuschaffen sowie dafür ein Wasserreservoir anzulegen, ein zusätzlicher Lift müsste gebaut und die Piste mit Flutlicht ausgestattet werden. +++

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