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Aufwendige Renovation der Orgel in der evangelischen Kirche in Niederaula. - Fotos: Hans-Hubertus Braune

Pfarrer Werner Ewald (links) und Michael Weller von der Hardheimer Orgelmanufactur vor der Orgel im Gespräch.

09.04.07 - Niederaula

1.069 Pfeifen erhalten altes Klangbild zurück - Orgelbauer bei der Arbeit

Wer derzeit während eines Spaziergangs an der evangelischen Kirche in Niederaula (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) vorbei kommt, wird oftmals auch ausserhalb der Gottesdienstzeiten Pfeifentöne hören. Dies hat einen einfachen Hintergrund: Seit mehreren Wochen restaurieren zwei Spezialisten der süddeutschen Orgelmanufactur Vleugels, die zu den größten ihrer Branche zählt, die rund 227 Jahre alte Orgel.

Der Zahn der Zeit hatte besonders an den Ledermembranen genagt. Diese waren brüchig geworden und müssen nun in zeitaufwendiger Handarbeit ausgewechselt werden, damit die Orgel wieder ein stimmiges musikalisches Bild liefert. Zuletzt waren immer mehr Töne ausgefallen und die Liedstücke hatten immer wieder Aussetzer.

Damit die Töne wieder richtig schön erklingen, wird zudem jede einzelne der 1.069 Pfeifen begutachtet und gestimmt. Wie Pfarrer Werner Ewald bei einem Besuch von osthessen-news in der Kirche erklärte, sollen zudem einige Register geändert werden. "Wir wollen das Klangbild wieder so herstellen, wie es 1929 vor der letzten großen Renovierung war", sagt Ewald.

Der damalige Niederaulaer Orgelbauer Georg Nuhn hatte damals die Orgel zu einer pneumatischen Orgel umgebaut. Die Pneumatik stellt die Verbindung zwischen Taste und Pfeifenventil um. Dies geschieht mit Luftdruck über Bleiröhrchen und den Ledermembranen. Ein Orgelmotor sorgt dafür, dass der Blasebalg ausreichend Luft bekommt.

Die Renovierung der Orgel wird wohl etwa 74.000 Euro kosten, wie Ewald erläutert. Um den Eigenanteil zu finanzieren, wurde extra ein Förderkreis "Orgelsanierung" gegründet. Dieser hat mehrere Konzerte mit einheimischen Musikern, Gruppen aus Hessen und einem Orchester aus dem rumänischen Kronstadt auf die Beine gestellt. Zudem kamen bei den Gemeindefesten und der Jubiläumsfeier "500 Jahre Glocke Osanna" einige Spenden zusammen. Die Orgelrenovierung wird zudem von der Stiftung Kirchenerhaltungsfonds unterstützt.

Im Mai sollen die Arbeiten laut des Orgelbauers abgeschlossen sein. Bis dahin werden er und seine Kollegin noch viele Pfeifen stimmen und Ledermenbranen austauschen, damit die Kirchengänger dann wieder einer wohlklingenden Orgel zu hören können.

Der Förderkreis "Orgelsanierung" freut sich weiterhin noch über Spenden für die aufwendige Renovierung. Das entsprechende Konto ist bei der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg (Bankleitzahl 53290000) unter der Kontonummer 46031105 eingerichtet. (Hans-Hubertus Braune) +++


Weller überprüft das Klangbild jeder der 1069 Pfeiffen.

Der Impossante Kirchturm im Ortszentrum von Niederaula.


Manche Töne erklingen garnicht mehr.

Leim, Zange, Schraubenzieher und mehr im Schatten der Kanzel.









Mit Zeitungspapier wurde diese Bohle vor 144 Jahren beklebt. Dies beweisst eine...


...Notiz aus dem Jahre 1843 auf dem gleichen Holzbrett.

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