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Schnelle Reaktionen und gute Beinarbeit sind beim "Balleimer-Training" gefragt.

12.04.07 - Fulda

"Rückhand vom Profi" - Tischtennis-Trainingslager des TTC RhönSprudel

Schon beim Betreten der Wilmington-Sporthalle auf dem alten Fuldaer Kasernengelände wird man von dem "Klackern" Dutzender kleiner weißer Bällen empfangen. Dies hat einen einfachen Grund: Am gestrigen Dienstagvormittag startete die fünftägige Tischtennis-Schule des Fuldaer Spitzenclubs TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Cheftrainer ist der Bundesliga-Spieler Qing Yu Meng, der mit den 22 Teilnehmern jeweils zwei Stunden täglich Spieltechniken, Beinarbeit und Aufschläge trainiert.

Obwohl Trainer Qing Yu Meng deutscher Staatsbürger ist, zeigt schon der Name das der 33-Jährige gebürtiger Chinese ist. Schon als kleiner Junge besuchte er eine spezielle Schule in China, in der er mehrere Stunden täglich Tischtennis trainierte. 1994 kam er nach Deutschland und fasste im Profi-Tischtennis schnell Fuß. Zusammen mit dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell feierte der Profi-Spieler seit 2000 mehrere Erfolge. So unter anderem den Aufstieg in die Bundesliga und vor kurzem den Einzug in das Europapokal-Viertelfinale, wo die Fuldaer Asse nur knapp scheiterten.

"In der Region Fulda gibt es wenig gute Tischtennis-Trainer", beklagt Meng. Gerade für die Jugendarbeit sei aber gutes und intensives Training äußerst wichtig. Seine "chinesischen" Trainingsmethoden würden sich vor allem durch die extrem hohe Schnelligkeit und die Inten-sität von den europäischen Standards unterscheiden.

Dies sieht man insbesondere beim so genannten Balleimer-Training. Bei dieser Methode spielt der Trainer dem Spieler die Bälle mit den erwünschten Kriterien (Rotation, Tempo, Platzierung) zu, und nimmt dessen Rückschläge zwar nicht an, beobachtet und kommentiert diese aber. Der Trainer hat einen Balleimer in der Nähe des Tisches stehen, nimmt kontinuierlich Bälle in die Hand und spielt diese ein. In einem enormen Tempo gibt Wang den Spielern die Bälle vor und in wenigen Minuten ist der Eimer leer. Die anderen Spieler lässt Meng zu zweit spielen und korrigiert beispielsweise ihre Körper- oder Schlägerhaltung.

Zu den Teilnehmern gehören überwiegend Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren. Aber auch die "älteren Semester" wollen von dem gebürtigem Chinesen lernen. So zum Beispiel Karola Haenisch und Herbert Ahlbrand. Die beiden 64-Jährigen sind Top in Form und spielen schon seit etwa 40 Jahren die "schnellste Ballsportart der Welt". "Tischtennis ist ein Sport, den man bis ins hohe alte Spielen kann. Es gibt sogar eine 95-Jährige die immer noch topfit diesem Sport nachgeht", so Tischtennisspielerin Haenisch. "Der Sport hält jung", pflichtet auch ihr Spielpartner Ahlbrand bei.

Der elfjährige Sebastian spielt erst seit einem halben Jahr Tischtennis. Im Gegensatz zu anderen Sportarten gefällt ihm, dass man bei dem sehr schnellen Spiel konzentrierter sein muss als beispielsweise bei Fußball. Das findet auch der gleichaltrige Maximillian, dessen Geschwister auch diesem schnellen Sport nachgehen: "Man darf den Ball nie aus den Augen verlieren", so der begeisterte Nachwuchsspieler.

Auch für Frederik ist die Tischtennis-Schule etwas ganz besonderes: "Das Training mit einem Bundesliga-Spieler ist ein ganz besonderer Leckerbissen", so der 15-Jährige.

Unterstützung bei der Arbeit von Cheftrainer Meng leistet Arno Kosler. Kosler ist selbst TTC-Mitglied und spielt mit der zweiten Herrenmannschaft in der Regionalliga Südwest. Der 35-Järhige sieht schnell, ob ein Jungspieler Talent hat oder nicht: "Zwar steht Spaß am Spiel erstmal im Vordergrund, aber ohne Talent und gutes Ballgefühl kommt man im Profibereich nicht weit". Ein Trainingstag kostet pro Person 20 Euro. "Für ein Training, das sogar ein Bundesliga-Spieler leitet, ist dies sehr günstig", findet Kosler.

Stefan Frauenholz, seines Zeichens erster Vorsitzender des Vereins, freut sich in Meng einen guten Trainer - insbesondere für die Jugend - gefunden zu haben. Gerade die Jugendarbeit erachtet Frauenholz für äußert wichtig, denn davon hänge der spätere Erfolg eines Vereins ab. Daher wird der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell auch in den Sommerferien wieder mehrere Trainingscamps anbieten. (Julian Dern) +++


Profi-Spieler Qing Yu Meng

Die Haltung des Schlägers ist sehr wichtig.


Auch Nachwuchstalent Michael Huber-Petersen kann von dem gebürtigen Chinesen lernen.

links: TTC-Spieler Arno Kossler trainiert die Jüngsten.


Mit diesem Spezial-Korb können Tischtennisbälle ohne Bücken bequem aufgenommen werden.


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