
Einen Wanderrucksack für den Hochrhöner erhielten als Dankeschön die Ehrengäste der 3. Regionalkonferenz in Nüdlingen. V.l.n.r. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgeber, Landrat Thomas Bold, Dr. Angelika Schaller vom Landwirtschaftsministerium, Baudirektor Dietmar Schneyer vom Wirtschaftsministerium und Landrat Thomas Habermann, Rhön-Grabfeld.
BAD KISSINGEN. Die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld haben gute Chancen, auch für die neue Förderperiode LEADER in ELER (2007 – 2013) ausgewählt zu werden. Dies zeigte sich bei der 3. Regionalkonferenz am 19.4.2007 in der Schlossberghalle Nüdlingen, an der rund 140 Personen teilgenommen hatten. Grund für den Optimismus ist die hervorragende Regionalentwicklung im zurückliegenden LEADER-Förderzeitraum der Jahre 2003 bis 2006. Für die 46 vorbildlich realisierten Projekte in beiden Landkreisen mit LEADER-Zuschüssen in Höhe von 3,8 Mio. EURO nimmt die Region nicht nur unterfranken- sondern bayernweit eine Spitzenposition ein. Die hochrangigen Politiker, die im Rahmen der Regionaltagung referierten, lobten dieses außerordentliche Engagement und ermutigen die Akteure diese positive Entwicklung auch in der neuen Förderperiode auszubauen.
Nicht nur die Zahl der Projekte in der Region Rhön-Saale ist überdurchschnittlich hoch, auch die intensive landkreis- und sogar länderüberschreitende Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Projekten zeichnet die Region aus. Weiterhin ist die Vielzahl an Themen in den sog. Handlungsfeldern von Tourismus bis Umwelt überaus bemerkenswert. „Die Aktivitäten zur Entwicklung des ländlichen Raums in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld sind für ganz Bayern vorbildlich“, unterstrich auch Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in seinem Grußwort und beglückwünschte die Region zu dieser überaus erfreulichen LEADER-Bilanz, die auch in einer eigens erstellten Broschüre dokumentiert ist. Eindringlich appellierte der Politiker auch künftig alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen und sinnvoll einsetzen, denn es könnten noch bedeutende Potenziale in beiden Landkreisen erschlossen werden. „Entwickeln Sie selbst Ideen und warten Sie nicht darauf, dass es andere tun“, so Beinhofer abschließend.
Unterstützung für die Region signalisierte auch Baudirektor Dietmar Schneyer vom Wirtschaftsministerium. Die Regionalentwicklung in Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld sei auch aus Sicht des Ministeriums hervorzuheben. Deshalb werde man in der neuen LEADER-Periode eng mit dem Landwirtschaftsministerium zusammenarbeiten, um mehr Mittel für die Projektarbeit freizusetzen. Geplant sei, die Personalkosten im Rahmen der Regionalentwicklung künftig über das Wirtschaftsministerium zu finanzieren, so dass aus dem Landwirtschaftsministerium mehr Mittel zur Förderung der eigentlichen Projektarbeit zur Verfügung stehen.
Die Ziele der neuen EU-Förderperiode sowie die neuen Förderprogramme stellte die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgeber im Rahmen der Regionaltagung in Nüdlingen vor. Mehr als 80% der Fläche Bayerns seien dem ländlichen Raum zuzuordnen. Deshalb seien Förderprogramme wie LEADER+ wichtig, um den ländlichen Raum zu stärken. Bei den Rahmenbedingungen für die neue Förderperiode 2007 – 2013 seien die Erfahrungen der letzten Jahre eingeflossen. Entscheidungen werden künftig verstärkt vor Ort getroffen und das Fördergefälle ins Ausland werde reduziert. Auch die Politikerin aus Brüssel ermutigte die Akteure in Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen, den eingeschlagenen Kurs so engagiert wie bisher weiterzuverfolgen. Die Chancen erneut als LEADER-Region ausgewählt zu werden, stünden gut, so Dr. Anja Weisgeber. Die Entscheidung falle voraussichtlich im Herbst diesen Jahres, erste Gelder gebe es ab 2008.
Welch große Bedeutung der LEADER Prozess für die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld konkret hatten, stellten die Landräte Thomas Bold und Thomas Habermann anhand zahlreicher Beispiele aus dem bunten Strauß von LEADER-Projekten dar. Die Gesamtinvestitionen betrugen 8,5 Mio. EURO, davon 3,8 Mio. EURO LEADER-Mittel. Als beispielhaft nannten die Landräte u.a. Projekte wie Saale Musicum, den Hochrhöner, das Bruder-Franz-Haus am Kreuzberg, den Abtsweg und die Kirchenburg in Ostheim v.d.Rhön. Zu verdanken sei diese positive Entwicklung vor allem den zahlreichen Akteuren, Bürgern und Projektträgern der Region, unterstrichen beide Landkreis-Chefs. Die Politik habe die Rahmenbedingungen schaffen können, mit Leben erfüllt aber hätten es die Bürger. Dies habe zu einem bedeutenden Wirtschaftswachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen geführt, die Infrastruktur der Landkreise sei optimiert und erweitert worden, man habe Allianzen vor Ort geschmiedet, Kräfte gebündelt und vor allem die regionale Identität geschärft. Zudem fällt auch dem Bezirk Unterfranken bei einer Vielzahl von Projekten als Zuwendungsgeber eine wichtige Rolle zu.
Wie die künftige LEADER Förderung in ELER für die Jahre 2007 bis 2013 aussieht, erläuterte Dr. Angelika Schalller vom Landwirtschaftsministerium. Sie kündigte an, dass die Verfahren gestrafft und die Entscheidungsgrundlagen noch klarer gestaltet würden. Ideen für weitere Partnerschaften und Vernetzungen als Chance für den ländlichen Raum gab Prof. Dr. Otmar Seibert von der Fachhochschule Weihenstephan mit auf den Weg. Ebenso präsentierten exemplarisch der Hammelburger Bürgermeister Ernst Stross die Projekte im Fränkischen Saaletal und Bürgermeister Wolfgang Back das Kooperationsprojekt Bäderland Bayerische Rhön. Viele weitere Anregungen gab es im Rahmen der begleitenden Projektausstellung, wo sich ein Großteil der bisher realisierten Projekte präsentierte. „Die Regionalkonferenz hat uns in unserer Arbeit bestätigt und Mut gemacht, auch künftig auf diesem Weg weiterzugehen. Ebenso entstanden allein in diesen wenigen Stunden schon wieder zahlreiche Impulse und Ideen für neue Projekte“, konstatierte Landrat Thomas Bold. Weitere Informationen gibt es bei der LEADER+ Geschäftsstelle im Rhön-Saale-Gründerzentrum in Bad Kissingen, Tel. 0971/72 36 0, Fax 0971/72 36 111 oder per e-mail [email protected].+++