Zur Erinnerung: Ein Straßenschild mit dem neuen Straßennamen. Oberbürgermeister Gerhard Möller (rechts) überreicht das Schild and Bernhard Juchheim (rechts) und Michael Juchheim (Mitte). - Fotos: Daniel Kister

Die Straße ist die gleich...

01.06.07 - Fulda

Ein „Stück Straße“ zur Erinnerung - Umbenennung in Moritz-Juchheim-Straße

Wer auf der Landkarte nach der Moritz-Juchheim-Straße sucht, wird erfolglos bleiben. Die Straße gibt es trotzdem. Erst seit heute allerdings. Das Fuldaer Stadtparlament hatte beschlossen ein Stück der Moltkestraße umzubenennen. Der neue Straßennahme soll an den verstorbenen Unternehmer Moritz Kurt Juchheim erinnern. Er gründete 1948 die Fuldaer Firma M. K. JUCHHEIM, heute JUMO.

Mit dem neuen Straßennamen hat die Firma nun auch eine geänderte Anschrift. Von ihr ging auch die Initiative für die Umbenennung aus. Oberbürgermeister Gerhard Möller dankte heute für diese „fruchtbare Anregung“. Mit dem neuen Straßennahmen soll die „großartige Unternehmerpersönlichkeit“ in Erinnerung bleiben und „ein Stück öffentliche Anerkennung“ erhalten. Aus Gesprächen wisse Möller, wie sehr sich Moritz Kurt Juchheim den Menschen und seinen Mitarbeitern verbunden gefühlt habe.

Portrait Moritz Kurt Juchheim

Moritz Kurt Juchheim wurde am 04. Juli 1910 als jüngster Sohn von 12 Kindern in Ilmenau/Thüringen geboren. Er hatte acht Brüder und drei Schwestern. Seine Eltern betrieben Landwirtschaft, einen Holzhandel und die 1907 gegründete Thermometerfabrik. Alle Kinder mussten zu Hause tüchtig mithelfen und hatten ihre festen Aufgaben.

1916 wurde Moritz K. Juchheim eingeschult. Nach der Schulzeit begann er mit einer kaufmännischen Lehre in einer Metallwarenfabrik. Nach deren Konkurs beendete er seine Ausbildung im elterlichen Betrieb. Von 1928 bis 1934 war er bei der Firma Otto Juchheim beschäftigt, deren Inhaber sein ältester Bruder Otto war. 1934 gründete Moritz K. Juchheim zusammen mit zwei Brüdern die erste eigene Firma, namens Gebr. Juchheim, in Ilmenau.

In den Aufbaujahren nach dem Krieg sah der Unternehmer seine Chance aber eher in westlichen Märkten und errichtete 1948 die Firma M. K. JUCHHEIM, heute JUMO, in Fulda. Zu dieser Zeit war die wirtschaftliche Region durch die Textil-, Kautschuk- und Wachswarenindustrie geprägt. Erst die Gründung der Firma Juchheim etablierte auch die glasverarbeitende Industrie und später die Mess- und Regeltechnik in Fulda. Der Anfang war alles andere als leicht.

Die für die Fertigung vorgesehenen Räume waren beschädigt und mussten notdürftig repariert werden. Zudem war die erforderliche Gasleitung durch Bomben zerstört. Unter diesen Bedingungen war es nicht möglich, die Produktion gleich aufzunehmen, so dass die Facharbeiter eine Zeit lang beurlaubt wurden. Während dieser Zeit hat Herr Juchheim Steine aus Trümmern gesammelt, von Maurern Wände ziehen lassen und die Gasleitung mühevoll selbst neu verlegt.

Aus der kleinen Nachkriegsfirma, die zu Beginn ausschließlich Glas- und Glaskontaktthermometer herstellte, ist mittlerweile ein international agierendes Unternehmen mit einer breiten Produktpalette geworden. Als Anerkennung für die maßgebliche Verbesserung der gewerblichen Infrastruktur in Osthessen und vor allem in Fulda wurde Moritz K. Juchheim 1981 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Heute leiten Bernhard und Michael Juchheim, Sohn und Enkel des am 02.11.1996 verstorbenen Firmengründers, das Mess- und Regeltechnikunternehmen mit mittlerweile 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit. +++


... der Name aber ist neu.

Jumo-Geschäftsleiter Bernhard Juchheim







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