Das Schlitzerland erhält neue Kanuanlegestellen. Eventuell könnten sogar noch in diesem Jahr die Zuschüsse dafür fließen. So zumindest die anscheinend berechtigte Hoffnung des Bürgermeisters Hans-Jürgen Schäfer. Bereits im April dieses Jahres hat die Stadt Schlitz einen Förderantrag für drei Anlegestellen für Kanuwanderer in den Stadtteilen Hemmen, Pfordt und Rimbach beim Amt für den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises gestellt.
Am 11. Juni hatten der Bürgermeister und Mitarbeitern die Gelegenheit, das Projekt im Beirat der Vogelsberg-Consult vorzustellen. Vogelsberg-Consult hat die Funktion eines Regionalforums und muss für die Bezuschussung sein Votum abgeben. „Die Präsentation war offensichtlich so gelungen und überzeugend, dass der Geschäftsführer der Vogelsberg-Consult, Thomas Schaumberg, jetzt Bürgermeister Schäfer mitteilte, dass der Beirat das Projekt und seine Bezuschussung befürworte“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Wie Bürgermeister Schäfer hierzu erklärte, beschäftigt sich die Verwaltung seit längerer Zeit mit dem Problem von Kanuanlegestellen. Veranlassung war eine geplante allgemeine Verfügung des Regierungspräsidenten in Kassel über die Benutzung der Fulda mit Kanus, die mittlerweile auch in Kraft gesetzt wurde. Diese Verfügung betrifft aber im wesentlichen nur gewerbliche Kanuanbieter und Kanusportvereine. Private Nutzer dürfen die Fulda von Bronnzell bis zum Wehr in Bad Hersfeld uneingeschränkt nutzen.
Mehr Kanuwanderer und wilde Anlegestellen
Im Zuge dieser Diskussion wurde deutlich, dass die Zahl der Kanuwanderer ständig zunimmt und die Strecke von Fulda bis Bad Hersfeld sich großer Beliebtheit erfreut. Zur Zeit werden von den Kanuten viele wilde Anlegestellen genutzt. Dies beschädigt nicht nur die Natur, sondern führt auch zu massiven Beschwerden von Landwirten und Eigentümern, da die Kanuten oft in Unkenntnis von Zuwegungsmöglichkeiten und ohne Rücksicht auf Privateigentum die Boote zu Wasser bringen. Gelegentlich gibt es auch Müll- und Verschmutzungsprobleme.
Durch die Ausweisung der geplanten Anlegestellen soll eine gezielte Steuerung auf insgesamt drei Anlegestellen erreicht und damit eine Schonung der übrigen Uferbereiche erzielt werden. Die Anlegestellen werden beschildert und ergänzt durch entsprechende Hinweise zur Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und andere touristische Einrichtungen.
Speziell in Pfordt war auch im Rahmen der Dorferneuerung die Schaffung einer Kanuanlegestelle vorgesehen. Diese konnte allerdings nicht über die Dorferneuerung gefördert werden. Mit der Förderung aus touristischen Mitteln wird hier auch ein Beitrag zur Dorferneuerung in Pfordt geleistet, so Bürgermeister Schäfer.
Wie die Anlegestellen aussehen sollen
Die Anlegestellen selbst werden über einen drei Meter breiten, mit Rasengittersteinen befestigten Weg, der im Gemeindebesitz ist, zu erreichen sein. Der Zugang zum Flussufer soll über eine Naturtreppe, ebenfalls aus Rasengittersteinen, erfolgen. Für die Befestigung der Kanus und als Steg werden mit Grobschlag gefüllte Gabionenkörbe auf eine Länge von jeweils acht Metern am Flussufer eingebaut. Auf je die Hälfte der Gabionenkörbe wird ein aufgeständerter Laufsteg mit fünf Zentimeter starken Lärchebohlen montiert. Diese Bauweise soll das Ein- und Aussteigen bei unterschiedlichen Wasserständen vereinfachen. Als Bootsentnahmestelle sind zwei am Flussufer in Beton befestigte Lärchenkanthölzer eingelassen.
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