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Bürgermeister Bernhard Ziegler überreichte zusammen mit Erich Brosch und Christian Janetzko vom Partnerschaftsverein Präsente an die Leiter der ungarischen und belgischen Delegation

Ein feierlicher Augenblick, das Abspielen der Nationalhymnen - Fotos: Dieter Graulich

01.07.07 - Herbstein

"Auf richtigem Weg nach Europa"- Großes Partnerschaftsfest mit 150 Gästen

"Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß“. Mit diesem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe begrüßte am Freitagabend Vorsitzender Christian Janetzko über 300 Gäste im Haus des Gastes. Darunter waren 50 Personen aus der ungarischen Partnerstadt Heviz und rund 100 Personen aus der belgischen Partnerstadt Ranst. Anlass des Treffens war das Partnerschaftsfest, verbunden mit einem drei Länder-Fußball-Städte-Turnier. Die große Resonanz der vielen Besucher wertete Janetzko als Bestätigung der bisherigen Arbeit des Partnerschaftsvereins und gleichzeitig als Aufforderung, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit den Freunden aus Ranst und Heviz in Zukunft weiter zu gehen, zu festigen und auszubauen.

Dank sagte er den drei Städten für die Bereitstellung der Finanzmittel, die die bisherigen Aktivitäten ermöglichten. Um die Städtepartnerschaften auch in Zukunft zu sichern und weiter auszubauen, werde es vordringlichste Aufgabe sein, die Jugend für die europäische Idee zu begeistern. „Mit dem erstmalig stattfindenden „Drei-Länder-Fußball-Turnier ist es den Verantwortlichen gelungen, einen Anfang zu setzen“, betonte der Vorsitzende.

Für die belgische Delegation würdigte Beigeordneter Jef Verhaegen die Initiativen im Rahmen der Partnerschaft, deren offizieller Start in 1968 war. „Das wir inzwischen unsere Freunde aus Heviz mit einbeziehen, dem können wir nur zujubeln und das bestätigt, das wir auf dem richtigen Weg sind, dem Weg, in ein Europa des gegenseitigen Verständnisses“. Durch sportliche Begegnungen, musikalische Auftritte, Ausstellungen, kulturelle Stadtbesuche und vielem mehr habe die Partnerschaft konkrete Formen angenommen. „Ich bin stolz hier sagen zu können, dass wir groß in diesen kleinen Dingen sind“, meinte der für den Bereich Sport und Partnerschaft zuständige Beigeordnete. Auch der ungarische Delegationschef Laczlo Lazar würdigte das Engagement im Rahmen der Städtepartnerschaft. Besonders für die belgischen Gäste stellte er die Stadt Heviz vor und wies dabei auf den größten europäischen Thermalsee hin.

„Europa ist unsere gemeinsame Zukunft“, meinte CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand in seinem Grußwort. Er zeigte sich begeistert, dass so viele junge Leute an diesem Partnerschaftsfest teilnahmen. „Europa lebt von diesen vielen kleinen Begegnungen“ betonte er zum Abschluss.

Besonderen Dank richtete SPD-Landtagsabgeordneter Bernhard Bender an die ungarischen Freunde, denn Ungarn habe durch seine Grenzöffnung in 1989, den wohl größten Anteil an der Wiedervereinigung Deutschlands. „Europa ist inzwischen noch größer geworden und wir müssen alle mithelfen dass es zusammen wächst“.

„Freundschaft ist nicht nur ein wertvolles Geschenk, sondern eine dauerhafte Aufgabe“, stellte Sylke Emmermann in Vertretung für Landrat Rudolf Marx in ihrem Grußwort fest. Der Partnerschaftsverein liege richtig damit, dass dauerhafte Aufgaben nicht immer von Politikern und politischen Gremien gewinnbringend bewerkstelligt werden können, da diese ja wechselnden Mehrheiten unterliegen würden. In Europa rückten die Menschen von Jahr zu Jahr enger zusammen. Grenzen würden überwunden, man komme sich näher und verstehe unterschiedliche Gewohnheiten sowie kulturelle Gegebenheiten auch über sprachliche Barrieren hinaus besser.

Hatte Bürgermeister Bernhard Ziegler mit dem Dank an die Ausrichter des Partnerschaftsfestes und des Drei-Länder-Fußball-Turniers sowie die zahlreichen Gäste aus den Partnerstädten für deren Kommen den Reigen der Grußworte eröffnet, machte Ehrenbürgermeister Lothar Wyrtki den Abschluss. Er ging dabei auf die im Jahre 1967 begonnene Partnerschaft mit Olegem, dem heutigen Ranst, ein. Es sei die erste Städtepartnerschaft im Bereich des damaligen Altkreises Lauterbach gewesen. Inzwischen sei auch Heviz mit einbezogen worden und man könne sagen: „Wir sprechen alle verschiedene Sprachen, aber wir verstehen uns!“. Partnerschaften sollte man nicht nur den Regierungen überlassen, sondern sie von Mensch zu Mensch pflegen und ausbauen. „Wir wollen ein Leben in Frieden und Freiheit für uns und unsere Kinder“, betonte er zum Schluss.

Am Samstagabend stand dann die Siegerehrung des Fußballturniers im Mittelpunkt. (Ausführlicher Bericht folgt) Für Unterhaltung sorgte an den beiden Abenden „Einbahnfrei – Kommedie!?“, die „Spatzen-Revial-Band“ mit den „Schlern-Hexen“ und Tamàs Harvàth, ein Alleinunterhalter aus der Partnerstadt Heviz und Sven Nophut, als „Kurt der Kellner“. Recht wohl fühlten sich am Samstagabend auch fast 50 ungarische Arbeiter aus dem Raum Siofok am Plattensee, die mit Bauarbeiten für die EON-Erdgasleitung Lauterbach-Scheidt derzeit im Raum Ulrichstein beschäftigt sind und vom Partnerschaftsfest erfahren hatten.

Mit einem Frühschoppen endete am heutigen Sonntag das Partnerschaftsfest. Höhepunkt dabei war der Auftritt der Band „Die Läuser“, einer siebenköpfige Gruppe junger Damen. Am Nachmittag spielte abschließend der Spielmanns- und Jugendzug der FFW Herbstein. (gr) +++


Ungarische Arbeiter, die an der EON-Erdgasleitung im Raum Lauterbach arbeiten, fühlten sich recht wohl

Grußworte von MdB Michael Brand


Einbahnfrei-KommeDie sorgte für viel Heiterkeit bei ihren Darbietungen


Der ungarische Alleinunterhalter Tamas Horvath ...

...und die Spatzen-Revial-Band mit den Schlern-Hexen

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