- Fotos: Hanns Friedrich

09.07.07 - RHÖN

Berufsfachschule für Holzbildhauer braucht dringend Schüler - Werbetrommel rühren

Der Holzbildhauerschule in Bischofsheim fehlen die Schülerinnen und Schüler für die Zusammenstellung einer neuen Ausbildungsklasse. Grund dafür durfte vor allem die Tatsache sein, daß die Schule bundesweit zu wenig bekannt ist. Das, obwohl sie in Bayern mit mehr als 150 Jahren die älteste derartige Ausbildungsstätte ist, sagte Schulleiter Rudolf Schwarzer. Bischofheims Bürgermeister Udo Baumann will deshalb gemeinsam mit der Schule und dem Landkreis Rhön-Grabfeld aktiv werden und die Rhöner Berufsfachschule für Holzbildhauer überregional besser vermarkten. Derzeit besuchen 36 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung, wobei ein Großteil aus den neuen Bundesländern kommt. Die angehenden Holzbildhauer sind so gut in die Bevölkerung integriert, daß sie oft nur „schweren Herzens“ ihren Schulort verlassen.

Wer am Wochenende beim Stadtfest in Bischofsheim war, der wird dort ganz sicherlich auch die jungen Holzschnitzer entdeckt haben, die an ihren Werken arbeiteten. Mit dabei auch Schulleiter Rudolf Schwarzer und der spracht deutliche Worte, als er auf die derzeitige Schulsituation verwies. Unumwunden gab er zu, daß die Schule derzeit ein Problem hat, eine neue Klasse zu bilden. Junge Schülerinnen und Schüler werden gesucht, die sich mit der Holzbildhauerei beschäftigen und einen Bezug zu diesem Werkstoff Holz haben. Der Schulleiter nennt in diesem Jahr die Absolventen, die die Schule verlassen und damit Platz für den Nachwuchs machen.

Rudolf Schwarzer verweist auf die Konkurrenz. Die Bischofsheimer Schule ist eine von acht Holzbildhauerschulen, die es bundesweit gibt. Hier müsse man den Hebel ansetzen und auf die Einrichtung in Bischofsheim verweisen. Lange Warten helfe nichts. Der Schulleiter: „Wir müssen uns sputen, um den Anschluss nicht zu verpassen.“ Dies betrifft vor allem die neuen Lehrpläne für die Berufsfachschulen der Holzbildhauer in Bayern, die im kommenden Schuljahr bereits greifen. Hier findet man den eigentliche Beruf de Holzschnitzers so nicht mehr. Schwarzer verweist darauf, daß es mehr auf eine „Gestaltungsschule“ hinaus läuft. Dies bedeutet, daß die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, in Zusammenarbeit mit Architekten an Wettbewerben teilzunehmen.

Natürlich müssen auch die entsprechenden Voraussetzungen vorhanden sein, um die Schule für Holzbildhauer besuchen zu können. Dabei geht es um das räumliche Sehen, um die Freude am Zeichnen, um das Arbeiten mit Materialen wie Holz aber auch Gips und Ton und das Gestalten mit Wachs. Hinzu kommt die Möglichkeit Entwürfe für Projekte durchzuführen. Bürgermeister Udo Baumann zieht bei dem Gespräch die Stirn in Falten als er den Ernst der Lage erkennt. Ist doch die Schule für Bischofsheim ein wichtiges Standbein und auch Vorzeigemerkmal. Er verweist darauf, daß die Holzschnitzerei insgesamt in der Rhön eine lange Tradition habe. Damit habe die Holzbildhauerschule nicht nur eine Bedeutung für die Stadt Bischofsheim, sondern für das gesamte Umland.

36 Schülerinnen und Schüler sind zur Zeit an der Berufsfachschule für Bildhauerkunst in Bischofsheim. Sie wohnen in und um Bischofsheim und fühlen sich hier sichtlich wohl. Der Bürgermeister spricht von einem guten Miteinander und auch davon, daß sie in die Bevölkerung integriert sind. Besonders erfreut zeige sich das Stadtoberhaupt aber auch darüber, daß die Schülerinnen und Schüler sich sogar in den Vereinen engagieren und zur Verfügung stellen. Der Bürgermeister verhehlt natürlich nicht den Wirtschaftsfaktor der Schule, die in Bischofsheim leben und hier auch einkaufen. „Sie alle nehmen ganz normal am Leben in unserer Stadt teil,“ fügt Baumann an.

Das bestätigen spontan Schülerinnen, die am Bischofsheimer Marktplatz an ihren Werkstücken arbeiten. Anita kommt aus Görlitz und hat die Schule über das Internet gefunden. Sie fühlt sich in der Rhönstadt sehr wohl. Schon immer hat sie sich mit dem Werkstoff Holz befaßt und ab und zu auch einmal geschnitzt. Nun lernt sie in Bischofsheim das Handwerk und kann, wie sie sagt, sich hier selbst ausleben. Ihre Mitschülerin Katharina arbeitet an einem Werkstück, das zu einer Rhöner Krippe gehört. Auch sie hat die Schule bei der Suche im Internet entdeckt und wurde genommen. In Bischofsheim ist es vor allem das Familiäre, die Freundlichkeit der Rhöner, das dazu führt, daß sie spontan sagt: „Mir gefällt es hier supergut und ich will eigentlich gar nicht mehr weg.“

Es gilt also vor allem den Bekanntheitsgrad der Schule zu steigern, sagt Schulleiter Rudolf Schwarzer, der davon erzählt, daß die Absolventen von der Ausbildung begeistert sind. Trotzdem ist das nicht genug, die Werbetrommel muß künftig mehr gerührt werden, sagt Bürgermeister Udo Baumann. Das dürfe nicht nur regional, wie auf dem Marktplatz in Bischofsheim geschehen, sondern müsse auf Deutschland ausgeweitet werden. Sowohl im Norden als auch in den neuen Bundesländern müsse die Schuler bekannter werden und Schüler werben. Es gehe darum, den Standort der Holbildhauerschule Bischofsheim potentiellen Interessenten näher zu bringen. Rudolf Schwarzer hat hier sofort ein Beispiel parat: Die Livesendung des Bayerischen Rundfunks vor zwei Jahren. Dies habe dazu geführt, daß Schülerinnen und Schüler die Einrichtung kennen lernten und hier ihren Beruf gefunden haben. (hf) +++


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