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18.07.07 - DOPING (4)

Als Hintergrund: WAS IST EIGENTLICH TESTOSTERON ? WIE GEHT DAS?

Zum Hintergrund des Dopingfalls Sinkewitz hat die Redaktion von "Osthessen-News" einen Arzt zu dem Stoff Testosteron befragt, der bei dem osthessischen Radprofi Winkewitz nachgewiesen wurde. Der Fuldaer Sportmediziner Dr. med. Kai Witzel hält es für wahrscheinlich, dass das Testosteron künstlich zuführt wurde. "Nur in seltenen medizinischen Fällen, wie etwa bei Tumoren, steigt der Testosteronwert im Blut von selbst signifikant an".

Eine Zuführung von Testosteron wäre prinzipiell auch oral - dass heißt durch Einnahme z. B. mit dem Essen - möglich, jedoch würde es nach dem Passieren des Magens nicht in nennenswerter Konzentration ins Blut gelangen. Auch, dass die B-Probe negativ ausfällt, hält Witzel für unwahrscheinlich: "Labore haben strenge Referenzwerte. Intern wird ein positives Ergebnis genau überprüft, bevor es an die Öffentlichkeit gelangt." Die Genauigkeit solcher Tests liege im Normalfall weit über 90 Prozent, ist sich Dr. Witzel sicher.

Was ist Testosteron?

Testosteron ist ein wichtiges Sexualhormon (Androgen), das bei beiden Geschlechtern vorkommt, sich dabei aber in Konzentration und Wirkungsweise bei Mann und Frau unterscheidet. Wie bei allen Androgenen besteht das Grundgerüst des Testosterons aus Androstan (19 C-Atome). Die Vorläufer des Testosterons sind die Gestagene (21 C-Atome) bzw. DHEA.

Testosteron ist ein Kunstwort, das von testis (Hoden) und Steroid abgeleitet ist. Es wurde von Ernst Laqueur kreiert, der es erstmals aus Stierhoden isolierte. Bei Männern wird Testosteron zum größten Teil unter dem Einfluss des LH (Luteinisierendes Hormon) in den Leydigschen Zwischenzellen im Hoden produziert. Die Nebennierenrinde bildet zwar kleine Mengen anderer Androgene, jedoch kein Testosteron.

Da eine externe Testosteronverabreichung von der Natur nicht vorgesehen ist und künstliche Testosteronsalben und Matrixpflaster erst sehr kurz am Markt sind, ist über Risiken und Langzeitnebenwirkungen noch nichts bekannt. Externe Testosterongaben könnten die Fähigkeit des Körpers, selbst Testosteron zu produzieren, vorübergehend oder gar dauerhaft beeinträchtigen.

Testosteron als Dopingmittel

Manche Bodybuilder sowie Ausdauersportler verwenden Testosteron als Dopingmittel, um ihren Muskelaufbau zu beschleunigen oder die natürliche Leistungsgrenze zu überwinden. Dabei besteht aber die Gefahr, eine überhöhte Dosis zu verwenden, die zu ernsthaften, womöglich dauerhaften urologischen Problemen führen kann. Gebräuchlich sind synthetische Testosterone in Form kurzkettiger (Propionat), mittelkettiger (Enanthat/Cypionat) und langkettiger Ester (Undecanoat, Buciclat), wobei der größte Teil über den Schwarzmarkt bezogen wird. Bei diesen Produkten besteht unter anderem die Gefahr der Verunreinigung, der falschen Dosierungen und der Leberschädigung. Quelle: wikipedia +++

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