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24.07.07 - Künzell

AKTUELL! Radprofi Patrik SINKEWITZ geht in die Offensive - Kronzeuge?

Der aus Osthessen stammende Radprofi Patrik Sinkewitz (auf unserem Archivbild links neben dem ersten Vorsitzenden seines Fanclubs, Siegfried Seng) will sich in den nächsten Tagen zu den Doping-Vorwürfen äußern. Dies geht aus einer Presse-Erklärung seines Heidelberger Anwalts Dr. Michael Lehner hervor, die osthessen-news am heutigen Dienstag erhielt. "Er kann sich nunmehr mit der Unterstützung und Rückhalt seiner Familie und nach anwaltlicher Beratung offensiv den gegen ihn erhobenen Vorwürfen stellen. Er wird den Sachverhalt in den kommenden Tagen mit dem T-Mobile-Team und dem Bund Deutscher Radfahrer erörtern. Er ist bereit an gemeinsamen Lösungen mitzuwirken", teilt der Anwalt offiziell mit. In ersten Medien-Reaktionen wird vermutet, dass Sinkewitz als Kronzeuge aussagen wolle und dabei auch die Unterstützung seines Rennstalls T-Mobile erhalte.

Am MIttwoch vergangener Woche veröffentlichte die Nationale Antidoping Agentur (NADA) eine positive A-Probe Sinkewitz´. Der Profi vom Team Telekom war bei einer Trainingskontrolle am 8. Juni diesen Jahres in den spanischen Pyrenäen positiv auf Testosteron getestet worden. Der Doping-Verdacht kam unmittelbar vor seiner Operation in einem Hamburger Unfallkrankenhaus - nach dem schweren Unfall bei der Tour de France - an die Öffentlichkeit und löste eine Medienlawine aus. (osthessen-news berichtete ausführlich: http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1138384 ). In Folge des Zusammenpralls mit einem Zuschauer, der hinter der Zielankunft nach der achten Etappe plötzlich über die Straße lief, musste sich der heimische Radrennfahrer im Hamburger Unfallkrankenhaus Boberg am Kiefer operieren lassen. Der Eingriff sei erfolgreich verlaufen, sagte Lechner.

Derweil spekulieren die überregionalen Medien bereits, ob Sinkewitz als Kronzeuge auftreten wolle und so Licht in den Domping-Sumpf des Radrennsports bringen wolle. Sinkewitz´ Anwalt ließ diese Möglichkeit in einem Fernsehinterview beim Nachrichtensender N24 allerdings offen. Im Online-Portal "Spiegel-Online" wird Christian Frommert, Kommunikationsdirektor seines bisherigen Rennstalls T-Mobile, zitiert, dass ein geständiger Profi durchaus gute Chancen habe, seine sportliche Zukunft bei T-Mobile fortsetzen zu können. "Das muss man im Einzelfall entscheiden, zumal ihm ja erst eine lange Sperre droht", wird Frommert bei "Spiegel-Online" zitiert. T-Mobile hatte Patrik Sinkewitz unmittelbar nach Bekanntwerden des Dopingverdachts suspendiert und im Falle einer positiven B-Probe die fristlose Kündigung angekündigt.

Ob Sinkewitz die Öffnung der B-Probe beantragen wird und wann diese dann gegebenenfalls geöffnet wird, scheint derzeit unklar. Die Meldungen darüber gehen auseinander. Zunächst war angekündigt worden, dass die B-Probe am heutigen Dienstag geöffnet werde. In der Presseerklärung nimmt Lehner dazu keine Stellung. "Eine nicht geöffnete B-Probe ist wie eine positive Probe. Das würde die sofortige Kündigung bedeuten", sagte dagegen Telekom-Vertreter Frommert gegenüber der dpa. (Hans-Hubertus Braune) +++

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