Große Ehre für den Sparkassen-Handballcup 2007: Der Handball-Weltmeister von 1978, Joachim DECKARM, ist Ehrengast der 12. Auflage des Traditionsturniers um den Pokal der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen. Das Turnier wird vom 31. JUli bis zum 4. August in vier Hallen in Nord- und Osthessen sowie in Thüringen ausgetragen und kann mit 15 aktuellen deutschen Handball-Weltmeistern und 18 weiteren internationalen WM-Akteuren ein hochkarätig besetztes Teilnehmerfeld vermelden.
Der 53-jährige Saarbrücker verbringt in dieser Zeit im Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg a.d. Fulda einen kontrollierten Erholungs- und Reha-Aufenthalt unter physiotherapeutischer Begleitung. Der 104-malige deutsche Handballnationalspieler wird neben seinem Trainingsprogramm auch die Zeit dazu finden, einige Spiele des 16 Spitzen-Mannschaften umfassenden Handballfestivals in Hessen und Thüringen „live“ in den Sportarenen zu verfolgen. Natürlich ist „Jo“ Deckarm auch beim mit Spannung erwarteten Finale des 12. Sparkassen-Handballcups am 4. August in der Rotenburger MEIROTELS-HALLE mit von der Partie.
Dann wird wieder der Jubel für einen der populärsten Sportler Deutschlands aufbranden, wenn ihn der Hallensprecher als Ehrengast vorstellt. Joachim Deckarm ist eine Sportler-Ikone und ein Sympathieträger. Ausgestattet mit einem unbändigen Kämpferherz, eisernem Willen und einem schier grenzenlosen Optimismus, ist der ehemalige Weltklassespieler des VfL Gummersbach heute wieder häufiger auf großen Turnieren und damit in der Öffentlichkeit zu sehen. Die, die ihn gut kennen, weil sie ihn nach seinem schweren Sportunfall im März 1979 über Jahre begleitet haben, sagen, dass er das Bad in der Menge genießt.
Jo Deckarm ist längst zurück im Leben, ein Leben, das man freilich als ein zweites Leben bezeichnen muss. Der 30. März 1979 hatte die bis dahin beispiellose Handball-Karriere des Jo DECKARM mit einem Schlag jäh beendet. Im Europapokalspiel seines VfL Gummersbach im ungarischen Tatabánya prallte der seinerzeit weltbeste Handballer auf dem Höhepunkt seiner Karriere so unglücklich mit dem Kopf auf dem Betonboden, dass er sich dabei schwerste Hirnverletzungen und einen doppelten Schädelbasisbruch zuzog. Erst nach 131 Tagen im Koma wachte der Weltmeister von 1978 aus dem Tiefschlaf auf. Eine Tragödie, die die Sportwelt bis ins Mark erschütterte und eine bis heute anhaltende Solidaritätswelle in Gang setzte. Jahre der Rehabilitation, der kleinsten Schritte zurück ins Leben folgten.
Immer wieder unermüdliche Feinarbeit in der Motorik, das erneute Sprechen- und Schreibenlernen, das alles war nur möglich, weil Deutschlands bis heute bekanntester und beliebtester Handballer treue und kompetente Weggefährten an seiner Seite hatte. Denn ein auf sich allein gestelltes Leben war für den dreifachen deutschen Meister und zweimaligen Europokalgewinner aus Saarbrücken nicht mehr möglich. Doch die unglaubliche Energie, die Jo DECKARM bereits als junger erfolgreicher Zehnkämpfer und dann als Weltklassehandballer auszeichnete, sie verhalf ihm in den zurückliegenden Jahren dazu, sich Schritt für Schritt zurückzukämpfen und wieder aktiv Teil zu haben am Leben.
Heute kündet nicht nur sein allseits von Weggefährten gerühmter starker Händedruck von der körperlichen Vitalität des 381-maligen Torschützen der deutschen Handballnationalmannschaft, auch sein zweimal am Tag kombiniertes Trainingsprogramm (in Begleitung erfahrener Physiotherapeuten) aus Schwimmen, Radfahren, Gymnastik, Sprechübungen und Schachspiel macht deutlich, dass Deckarm nicht nachgelassen hat, an sich zu arbeiten und für Fortschritte zu kämpfen. Es sind erfreuliche Fortschritte, die vor Jahren nur die wenigsten für möglich hielten. An einem eigens auf ihn abgestimmten Spezialcomputer erledigt er seine noch immer umfangreiche Fanpost, beantwortet gewissenhaft Autogrammwünsche.
Joachim DECKARMs Naturell als Kämpfer ist auch heute noch, 29 Jahre nach dem tragischen Sportunglück in Ungarn, das eines Hochleistungssportlers. Der Sport hat ihn zurück, auch wenn es nur die akribisch beobachtende Position ist, die der Handballweltmeister von 1978 dabei einnimmt. Jo Deckarm ist und bleibt die deutsche Handballer-Legende, vergleichbar nur mit Fritz Walter, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer im Fußball.
Er ist Leitfigur und Vorbild, und er wird, wo immer er auftritt, die Herzen der Sportfans in aller Welt erobern. So geschehen am 19. Januar 2007, als er an seinem 53. Geburtstag im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler Ehrengast des WM-Eröffnungsspiels zwischen Deutschland und Brasilien in der ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle war und wo er gefeiert wurde, als sei ihm gerade ein entscheidender Treffer gelungen. Überall dort, wo der Jubel für den sympathischen Handball-Weltmeister von 1978 aufbrandet, ist es die ungeteilte bewundernde Anerkennung für eine Lebensleistung, die beispiellos ist und Vorbildcharakter hat. Der Sparkassen-Handballcup 2007 ist stolz darauf, Joachim „Jo“ Deckarm als Ehrengast zu den Spielen begrüßen zu dürfen. +++