04.08.07 - Rotenburg/F.
Beim 12. Sparkassen-Handballcup stehen jetzt die beiden Finalisten fest: es handelt sich um die SG Kronau/Östringen und die HSG Wetzlar. Für das Endspiel am heutigen Samstag um 20 Uhr in der MEIROTELS-HALLE in Rotenburg/F. gibt es noch Karten an der Abendkasse.
Spielbericht 1. Halbfinale SG Kronau/Östringen – HSG Düsseldorf 32:23 (14:12)
Während sich die SG Kronau/Östringen verlustpunktfrei für das Halbfinale qualifiziert hatte, musste die HSG Düsseldorf bereits in der Vorrunde eine Niederlage gegen Großwallstadt hinnehmen. Dennoch zeigte sich der Absteiger aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bislang als eine der Überraschungsmannschaften des Turniers. Die Düsseldorfer hatten sich in ihrer Gruppe gegen drei Erstligisten durchgesetzt und hofften auch auf ihre Chance im Halbfinale. Der Start sah dagegen eher vielversprechend aus für die Rhein-Neckar-Löwen der SG Kronau/Östringen. Der Europacupteilnehmer setzte sich bis zur siebten Minute bereits mit 5:0 ab und lies den Gegnern vor allem in der Abwehr keine Chance. Der SG-Mittelblock überragte die HSG-Angriffsspieler um mindestens einen Kopf und nahm diesen immer wieder den Ball ab. Frank Berblinger war dann der erste HSG-Treffer gegönnt. Der 30-jährige erzielte allerdings mit einem Strafwurf in der zehnten Minute den ersten Düsseldorfer Treffer zum 5:1. In der Folge traf die HSG dann auch aus dem Feld heraus und wurde selbstsicherer. Selbst in Unterzahl konnten sie die SG-Abwehr überwinden und kamen auf 5:3 heran.
Trainer Georgi Sviridenko begann fleißig zu wechseln und verschiedene Spielsysteme gegen den physisch überlegenen Gegner zu testen. Auf der anderen Seite wechselte aber auch Iouri Chevtsov, wodurch unter anderem der 19-jährige Daniel Häussler aus der Regionalligamannschaft zu Spielanteilen kam. Bis zur Halbzeit blieb das Spiel ausgeglichen, die HSG konnte jedoch nicht aufschließen. Beim Stand von 13:12 verpasste Düsseldorf den Ausgleich, stattdessen erhöhten die Löwen zum 14:12-Pausenstand. Beide Mannschaften durften sich von einer begeisternden Kulisse in die Pause verabschieden. Die Stadtsporthalle Melsungen war mit über 1.600 Zuschauern restlos ausverkauft. Das Publikum feierte mit einer fantastischen Stimmung zunächst die amtierenden Weltmeister in Reihen der SG Kronau/Östringen sowie den früheren Weltmeister und Ehrengast Joachim Deckarm. Anschließend wurden beide Teams nach vorn gepeitscht, so ging es dann auch in den zweiten Durchgang. Die zweite Halbzeit verlief im Vergleich zu den ersten 30 Minuten erheblich einseitiger. Das Spiel begann auf beiden Seiten zunächst sehr ruppig, nacheinander mussten Oliver Roggisch und Frank Berblinger mit jeweils einer Zeitstrafe das Feld verlassen.
Nachdem sich die Teams etwas beruhigt hatten präsentierte die SG Kronau/Östringen eine geschlossene Mannschaftsleistung mit schnellen Spielzügen. Bis zur 37. Minute hatten sie ihren Vorsprung bereits auf sieben Tore erhöht, woraufhin sich Georgi Sviridenko zu seiner Auszeit genötigt sah. Ausrichten konnte er damit allerdings wenig, die HSG Düsseldorf wurde auch in der restlichen Spielzeit von der SG Kronau/Östringen nach Belieben dominiert. Bei der HSG Düsseldorf lief dagegen nicht mehr all zu viel zusammen. Der Absteiger, der den direkten Wiederaufstieg anstrebt, hatte der SG Kronau/Östringen nichts mehr entgegen zu setzen. Die Zuschauer kamen dennoch auf ihre Kosten, als die Rhein-Neckar-Löwen begannen für die Galerie zu spielen. Der eine oder andere Trickwurf wurde den Zuschauern präsentiert, wenn auch kein Kempatrick gelang. Am Ende gewinnt der Erstligist mit 32:23 gegen den Zweitligisten und zieht ungeschlagen in das Finale ein. Für die HSG Düsseldorf nimmt der diesjährige Sparkassenhandballcup dennoch ein versöhnliches Ende, war doch der Halbfinaleinzug nicht erwartet worden.
Spielbericht 2. Halbfinale HSG Wetzlar – Eintracht Hildesheim 27:26 nach Siebenmeterwerfen (12:14, 24:24)
Im zweiten Halbfinale des heutigen Abends trafen die HSG Wetzlar und Eintracht Hildesheim aufeinander. Beide Teams hatten sich in ihren Vorrundengruppen deutlich mit drei Siegen durchgesetzt. Bei Eintracht Hildesheim um so überraschender, schaltete der Absteiger neben Zweitligist Gensungen/Felsberg überraschend auch die Erstligisten GWD Minden und TBV Lemgo aus.Hildesheim startete dann auch gegen Wetzlar besser in die Partie und ging mit 2:0 in Führung. Volker Michel konnte zwar den Anschlusstreffer für Wetzlar erzielen, die Hessen hatten jedoch weiterhin sehr große Probleme mit der eigenen Abwehr. Zu oft boten sich den spielerisch überzeugenden Hildesheimern Lücken, die sofort genutzt wurden. Bis zur 12. Minute erhöhte Hildesheim dann auch auf 8:4.
Erst Mitte der ersten Halbzeit konnte Wetzlar ins Spiel finden und sich herankämpfen. Beim 9:9 war der Ausgleich erzielt, dem der Erstligist allerdings keine Führung folgen lassen konnte. Bereits von Beginn an hatte Wetzlar mit einer starken Leistung des Geburtstagskindes im Hildesheimer Tor zu kämpfen. An seinem 34. Geburtstag brachte Arunas Vaskevicius die Wetzlarer immer wieder zum Verzweifeln, bei denen ab der 20. Minute aber auch Nikolai Weber im Tor eine gute Leistung präsentierte. Die HSG versuchte nun ihr Glück über Volker Michel, der Kreisläufer Gregor Werum mehrfach erfolgreich anspielen konnte. Gegen die Eintracht reichte dies aber nicht für die Führung, die Hildesheimer gingen mit 14:12 in die Kabine.
Die zweite Halbzeit wurde dann von beiden Teams aggressiver, aber auch hektischer angegangen.
Während Djordjic im Wetzlarer Tor nicht überzeugen konnte, glänzte auf Hildesheimer Seite weiterhin Vaskevicius. Wetzlars Trainer Volker Mudrow versuchte es nun mit einer 5:1-Abwehr, in der Timo Salzer vorgezogen verteidigte. Dies half zwar die Hildesheimer auszubremsen, auf der anderen Seite trafen die Wetzlarer dagegen regelmäßig den Pfosten. Wie bereits in der ersten Halbzeit konnte sich Wetzlar damit nur herankämpfen, nicht jedoch in Führuhng gehen. Der erste Ausgleich gelang der HSG erst in der 53. Minute zum 22:22. Danach war dann richtig Feuer im Spiel und es wurde noch hektischer. Das fantastische Publikum unterstützte den unterklassigen Verein und machte die Melsunger Stadtsporthalle zur Heimspielstätte der Eintracht Hildesheim.
Wieder gelang es der HSG dann nicht in Führung zu gehen. Drei Sekunden vor Schluss stand es stattdessen 23:24 für die Eintracht, allerdings mit Ballbesitz für die HSG. Dann fielen jedoch die Lampen der Melsunger Stadtsporthalle wegen Überhitzung aus und es gab eine mehrminütige Unterbrechung. Das Spiel konnte erst wieder angepfiffen werden, als sich die Lampen abgekühlt und wieder gestartet hatten. Für die drei verbleibenden Sekunden ging Torhüter Djordjic mit nach vorn. Nach Wiederanpfiff erfolge ein schneller Pass auf Volker Michel, der mit seinem sechsten Treffer den Ausgleich zum 24:24 erzielte. Unmittelbar danach war die Spielzeit abgelaufen und das Halbfinale sollte im Siebenmeterwerfen entschieden werden.
Beim Siebenmeterwerfen durfte Volker Michel gleich wieder antreten und war gegen Arunas Vaskevicius erfolgreich. Damit war das 25:24 die erste Führung für Wetzlar. Danach scheiterten nacheinander Magnus Anderson für Hildesheim und Kreso Ivankovic für Wetzlar, so dass es Sven Lakenmacher mit seinem insgesamt fünften Treffer vergönnt war wieder auszugleichen. Es folgten die Siebenmeter von Avishay Smoler (HSG) und Michael Hoffmann (Eintracht), nachdem beide scheiterten stand es weiterhin 25:25. Das Siebenmeterwerfen sollte nun in die Entscheidung gehen, nachdem Timo Salzer und Goran Jerkovic trafen stand es 26:26. Für die HSG trat Christian Hildebrand an und verwandelte gegen den bislang so sicheren Vaskevicius. Die Entscheidung lag nun an Zoran Djordjic, der vor dem Siebenmeterwerfen gegenüber Trainer Volker Mudrow angekündigt hatte, dass er zwei Strafwürfe halten werde. Am Ende waren es sogar drei, er parierte gegen Dimitrios Tzimourtos und sicherte damit der HSG Wetzlar den Sieg mit 27:26 nach Siebenmeterwerfen. +++