05.08.07 - Rotenburg/F.
Exakt ein halbes Jahr nach dem Finale der Handball-Weltmeisterschaft und dem Titelgewinn durch die deutsche Nationalmannschaft endete der 12. Sparkassen-Handballcup mit dem Finale zwischen der SG Kronau/Östringen und der HSG Wetzlar. Der Flair der Weltmeisterschaft war an den fünf Tagen des Turniers immer noch zu spüren. Bereits an den drei Vorrundenspieltagen in Bad Wildungen, Eisenach, Felsberg und Rotenburg an der Fulda mussten die Veranstalter mehrfach das Schild „Ausverkauft!“ aufhängen. Die bereits vergangene Woche getroffene Entscheidung das zweite Halbfinale von Felsberg in die größere Halle nach Melsungen zu verlegen hatte sich als richtig erwiesen, selbst die Stadtsporthalle Melsungen platzte bei den Halbfinalspielen aus allen Nähten. „Bei den insgesamt 27 Spielen bis zum Finale hatten wir 12.150 Zuschauer, damit konnten wir die Rekordkulisse vom letzten Jahr nochmals überbieten“ vermeldete mit Mit-Veranstalterin Heide Aust einen neuen Zuschauerrekord, „Gefreut hat uns aber nicht nur das große Interesse an diesem Spitzenturnier, sondern auch die grandiose Stimmung, die das Publikum in allen Hallen ausgezeichnet hat.“
Insgesamt 16 Mannschaften, darunter mit neun Erstligisten die halbe Bundesliga, bestritten 27 Spiele an fünf Standorten. „Solch ein großes Turnier durchzuführen geht nur mit verlässlichen Partnern vor Ort“ schickt Mit-Veranstalter Jürgen Bauer auch ein großes Dankeschön an die Organisatoren in den einzelnen Spielorten. Die Durchführung der Spiele hatten die HSG Bad Wildungen/Felsberg in Bad Wildungen, der ThSV Eisenach, der TSV Eintracht Böddiger in Felsberg und die MT Melsungen übernommen. Der zwölfte Sparkassen-Handballcup wäre aber auch nicht durchführbar gewesen ohne die große Zahl an Partnern und Sponsoren, stellvertretend der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen.
Auf sportlicher Seite gab es auch dieses Jahr eine Besonderheit bei den Herren in Schwarz. Hatte letztes Jahr noch die IHF zum letzten großen Auswahllehrgang im Vorfeld der Weltmeisterschaft gebeten, hatte sich dieses Jahr DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß etwas Besonderes einfallen lassen. Alle Schiedsrichtergespanne wurden jeweils für zwei Spiele direkt hintereinander eingesetzt, durften so also beinahe drei Stunden am Stück pfeifen. Solch hochklassigen Turniere dienen nicht nur der Vorbereitung für die Mannschaften, sondern auch der Saisonvorbereitung für die Schiedsrichter. Dies bestätigten auch die Unparteiischen Lars Ickler und Heiko Schnare, die sich bei ihren Einsätzen in Rotenburg und Felsberg sehr wohl fühlten.
Genauso positiv war auch das Fazit der teilnehmenden Mannschaften. Der Sparkassen-Handballcup hat wieder einmal seine Position als größtes Profivorbereitungsturnier bewiesen und den teilnehmenden Mannschaften eine hervorragende Plattform geboten. Dabei blieb auch die eine oder andere Überraschung nicht aus. „Besonders hat mich gefreut, dass sich auch die Zweitligisten im Teilnehmerfeld so gut geschlagen haben. Dass gerade die beiden Erstligaabsteiger das Halbfinale erreicht haben ist auf jeden Fall ein Zeichen für die Leistungsdichte des Turniers, vielleicht aber auch ein Vorzeichen für die neue Saison“ so Heide Aust. Einen besonderen Gefallen hatte man ULZ Sparkasse Schwaz mit deren Verpflichtung getan. Zwar konnten die Österreicher nur bedingt sportlich mithalten, der Reiz für den HLA-Club bestand vor allem darin drei Spiele auf höchstem sportlichen Niveau zu bestreiten.
Höchstes Niveau bewiesen vor allem die Weltmeister in Reihen des TBV Lemgo und der SG Kronau/Östringen auch abseits des Spielfeldrandes. Geduldig erfüllten sie jeden Autogrammwunsch und machten Fotos mit ihren großen und kleinen Fans. Zum Autogrammstift griff auch ein Weltmeister von 2078. Joachim Deckarm war Ehrengast des Sparkassen-Handballcups und wurde vor dem Finale von den rund 1.700 Zuschauern mit Standing Ovations begrüßt. Aber auch weitere Prominenz hatte sich bei den einzelnen Spielen eingefunden um die „Konkurrenz“ in der Vorbereitung zu beobachten oder bereits Umschau nach künftigen Neuzugängen zu halten. Die Veranstalter konnten unter anderem Österreichs Nationaltrainer Rainer Osmann begrüßen, aber auch den sportlicher Leiter des polnischen Spitzenclubs Wisla Plock.
Mit-Veranstalter Thomas Giesler wendet unterdessen bereits den Blick nach vorn. „30 Minuten nach Abpfiff des Finales waren wir schon wieder mitten in den Vorbereitungen für 2008,“ so Giesler, der aber auch betont, dass das kommende Jahr wegen der Überschneidung mit den Olympischen Spielen besonders schwer werden wird. „Wir hoffen, dass wir dennoch ein vergleichbares Teilnehmerfeld bekommen und unseren Anspruch als größtes deutsches Top-Vorbereitungsturnier behaupten können.“ Bevor aber Thomas Giesler mit seinen Kollegen die Aufstellung für 2008 vorbereitet, wird er am nächsten Wochenende erst einmal eines der anderen großen Vorbereitungsturniere live beobachten: „Ich wünsche dem INTERSPORT Masters in Sindelfingen und dem Merkur-Spielothek-Cup in Minden und Lübbecke eine genauso tolle Resonanz wie wir sie hatten.“ +++