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Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel in der neuen ASW 28_18E
- Fotos: Julian Dern

Kümmel erklärt die Probleme ...,
09.08.07 - Fulda
Regen stoppte Dippels Höhenflug - Bürgermeister besuchte Aeroclub Rhön
Eigentlich wollte Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel (CDU) am gestrigen Mittwoch mit dem Segelflieger ein paar Runden über "seine" Stadt drehen, jedoch machte ihm der strömende Regen einen Strich durch die Rechnung. Dennoch ließ es sich das Magistratsmitglied nicht nehmen im Cockpit des ASW 28 - dem neuen , 90.000 Euro teuren Segelflugzeug des Aeroclubs Rhön e.V. Fulda - Probe zu sitzen. Grund dafür war sein Besuch - zusammen mit Sportamtsleiter Dieter Dehler - beim Aeroclub. Vereinsvorsitzender Klaus Gärtner stellte zusammen mit Ausbildungsleiter Elmar Kümmel den Fliegerclub in der Johannisau vor. Außerdem wurde über Förderung durch die Stadt und strukturelle Probleme in der Johannisau gesprochen.
Probleme bereite dem Verein insbesondere die Umlegung des Käsbachs. Dadurch habe der Verein 110 Meter von seiner Start- bzw. Landebahn verloren, so dass die Abflughöhe zwangsläufig recht niedrig sei, berichtete Gärtner. Da dies ein Sicherheitsrisiko darstelle, bat der Verein die Stadt Fulda um eine Lösung wie etwa die Kanalisierung des Baches. Dabei sieht Dehler jedoch Probleme: "Das ist hier Landschaftsschutzgebiet, eine Genehmigung dafür ist eventuell schwierig." Weiterhin bat der Verein die Vertreter der Stadt, Bäume und Sträucher in Nähe der Landebahn zu stutzen, um somit die Einhaltung der Luftsicherheitsrichtlinien zu gewährleisten. Alleine sei der Verein dazu nicht in der Lage. Dippel und Dehler wollten zwar nichts versprechen, sicherten aber den Vorstandsmitgliedern zu, dass man ihre Forderungen intern prüfen werde.
Den Segelflug möchte Dippel bei schönem Wetter auf jeden Fall nachholen. Angst vorm Fliegen hat der Sportdezernent nicht: "Bei der Bundeswehr habe ich eine Fallschirmspringer-Ausbildung absolviert", erzählt Dippel. "Beim Fliegen begegnet man der Natur in einer Art und Weise, wie man die sonst nicht erlebt", erklärte Ausbildungsleiter Elmar Kümmel die Faszination Segelflug. Angst vor einem Absturz hat auch Kümmel nicht: "Das Risiko ist kalkulierbar. Angst darf man als Flieger nicht haben". - "Dennoch darf man den Respekt vor dem Fliegen nicht verlieren", ergänzte Segelflieger Claus Krist.
2.500 Euro bis zur Segelfluglizenz
Der Aeroclub Rhön e.V. Fulda besteht aus insgesamt 110 Mitgliedern, von denen 40 aktiv sind. Großen Wert legt der Verein auf die Nachwuchsarbeit. Beim Segelflug würden bei den Jugendlichen Kernkompetenzen wie Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und Eigenverantwortung gefördert. Zur Zeit machen fünf junge Leute die Ausbildung für die Segelflug-Lizenz. Und diese ist gar nicht so einfach zu erhalten: erst nach etwa zwei Jahren mit insgesamt 80 Stunden theoretischem Unterricht, 25 Flugstunden, 40 Starts und 40 Landungen werden die Segelflug-Aspiranten zur Abschlussprüfung zugelassen. Etwa 2.500 Euro muss man in den zwei Jahren investieren. Neben der Segelfluglizenz kann man bei dem Club in der Johannisau noch weitere Qualifikationen wie das Funksprechzeugnis oder die so genannte CSFR-Berechtigung (für die Nutzung des Frankfurter Flugraums) erlangen. Auch Privatpersonen, die einfach mal mitfliegen wollen, sind beim Aeroclub in der Johannisau willkommen. 30 Minuten Flug kosten 40 Euro. Weitere Informationen unter: http://www.acr-fulda.de .
Der 13-jährige Simon Frenzel, der den Bürgermeister-Besuch" gestern auch miterlebte, beginnt - sobald er das Mindestalter 14 erreicht hat - mit der Segelflieger-Ausbildung. Schon oft ist er mit seinem Vater zusammen geflogen und zeigt sich begeistert von dem Sport in luftiger Höhe. "Es ist einfach schön, so weit oben zu fliegen", sagte der angehende Segelflieger. (jd) +++

v.l.: Vorsitzender Klaus Gärtner, Walter Auth und Günther Kremser.

Ausbildungsleiter Elmar Kümmel.

Dieter Dehler, Leiter des Sportamtes.

Der 13-jährige Simon Etzel wird, sobald er 14 ist, seine Segelflug-Ausbildung beginnen.

Blick in ein Cockpit.