Im Rahmen des Sommerferienprogramms der Gemeinde Flieden hat der 1. Modellbauclub Flieden e.V am vergangenen Wochenende alle flugbegeisterten Kinder eingeladen. Unter dem Motto „Am Himmel ist die Hölle los“ kamen 20 Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren auf das Fluggelände des Vereins um hier den Flugmodellsport näher kennen zu lernen. Das zweitägige Programm endete mit einer Preisverleihung.
Am ersten Tag bauten die jungen Teilnehmer mit Hilfe der Vereinsmitgliedern aus leichtem Balsaholz einen so genannten Wurfgleiter. Sein Name: „Der mini UHU“. Konzentriert lösten die Kinder die vorgestanzten Balsaholzteile heraus und leimten sie nach Bauanleitung zusammen. Es galt dies besonders gewissenhaft zu tun, denn der gebaute Gleiter sollte am nächsten Tag mit Ihren „Piloten“ einen Wettbewerb bestreiten.
Die Helfer hatten alle Hände voll zu tun, um den Kindern den Umgang mit dem leicht zerbrechlichen Material beizubringen. Bei so viel Basteln und Fliegen war es nur eine Frage der Zeit bis der große Hunger kam und da man mit leerem Magen weder Basteln noch Fliegen kann, wurden für die Kinder Würstchen gegrillt. Im Anschluss daran wurden die Wurfgleiter fertig gestellt, und erklärt warum ein Flugzeug überhaupt fliegt, und wie es überhaupt seine Richtung ändern kann.
Flugschultechnik
Diejenigen die Ihr Modell fertiggebaut hatten nahmen hinter einem Modellflugsimulator platz, den die Mitglieder in ihrem Vereinsheim aufgebaut hatten. Hier konnten die ersten „virtuellen Flugversuche“ ohne Schäden am Modell gemacht werden. Die Kinder konnte unter Aufsicht ein „richtiges“ Modellflugzeug fliegen. Die heutige Technik im Flugmodellsport macht dies über ein Lehrer / Schüler System möglich. So können Neulinge das Steuern eines Modellflugzeuges erlernen. Der Flugschüler bekommt dazu eine Fernsteuerung, die er sich selber umhängen kann. Diese ist mit einem Kabel, oder auch über Funk, mit dem Lehrer-Sender verbunden. Der Lehrer kann über einen Schalter an seinem Sender alle, oder nur ein Teil der Steuerfunktionen des Modells an den Schüler übergeben. Wird die Situation in der Luft zu brennzlich, kann der Lehrer sofort eingreifen und das Modell übernehmen. An diesen beiden Tagen wurden die Flugschüler mit solch einem System unterstützt.
Die Steuerfunktionen des Modellflugzeuges wurden dem Flugschüler sehr ausführlich und verständlich erklärt und gezeigt. Bei einigen Flugschülern konnte man erkennen, dass das nötige Feingefühl zum Steuern eines Modells bereits vorhanden war. Bis zum Ende des ersten Tages konnten so alle Ihre Runden am Himmel drehen.
Trimmgewichte für die perfekte Flugbahn
Am zweiten Tag um 10:00 Uhr traf ein Gleitschirmflieger, mit einem Motor auf dem Rücken bei den Kindern ein. Vereinsmitglied Kevin Gelinke beeindruckte mit einigen Überflügen und einer erfolgreichen Landung. Nach Auftakt in den zweiten Tag wurden die Modelle „eingeflogen“. Das heisst, es wurde unter Zugabe und Wegnahme von Trimmgewichten die stabile Flugbahn ermittelt. Für den Wettbewerb war dies besonders wichtig. Ebenso wichtig war natürlich die richtige Wurftechnik der Piloten. Die erfahrenen Vereinsmitglieder gaben dazu nützlich Tipps und Tricks an die jungen Fluganfänger weiter.
Die Wettbewerbsdisziplinen und Sieger
Nach einigen Übungsflügen war es dann endlich soweit: Der Wettbewerb begann. Mit Blick auf die Pokale für die Ersten Drei Plätze, wurden die Disziplinen erklärt. In der ersten Disziplin kam es darauf an, welcher Gleiter sich am Längsten in der Luft hielt. Für die Wertung entscheidend war also die Zeit vom Abwurf bis zur Landung. In der zweiten Disziplin wurde die zurückgelegte Strecke des Gleiters gewertet. Bei jeder Disziplin wurden drei Durchgänge ausgeführt wobei der schlechtere Durchgang gestrichen wurde. Die Aufregung bei den Kindern war ziemlich groß, doch alle Kinder „erflogen“ sehr gute Wertungen bei besten Bedingungen. Jeder Wertungsflug wurde mit Beifall bestätigt.
Nach der Auswertung der vergebenen Punkte wurden die Sieger geehrt. Alle bekamen Trostpreise die vom Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) zur Verfügung gestellt wurden. Die Pokale gingen an Julian Zieschang, der den 3. Platz belegte, an Marsel Moutatahhir auf dem 2. Platz und an den erstplazierten Lukas Kirchner.
Zum Abschluss machten die Profis vom Modellclub ein ziemlich großes Modell startklar, mit welchem sie einen Segelflieger in die Luft schleppten. Alle Kinder staunten nicht schlecht über das imposante Flugbild. „Das sieht ja aus wie ein echtes Flugzeug“, riefen die Kinder und fingen an zu klatschen. „Die beiden Tage mit den Kindern vergingen im wahrsten Sinne des Wortes, wie im Flug“, resümierte ein Modellflieger. „Wir waren uns alle einig, dass diese Veranstaltung den Kindern riesigen Spaß gemacht hat.“ Zusammen hoffen die Flieger einige Kinder für die Modellfliegerei begeistert zu haben. Wer Interesse hat das Hobby „Modellflug“ kennen zu lernen, kann dies an schönen Wochenenden beim 1. Modellbauclub Flieden e.V. tun. Kinder und Erwachsene erhalten weitere Informationen bei Werner Schöppner (06655 / 8750) und Herbert Belz (06655 / 2726) sowie im Internet unter www.mbc-flieden.de . +++