- Fotos: Julian Dern

Gregor Nöllen spielt bereits im dritten Jahr Martin Luther.

14.08.07 - Fulda

"Geschichte zum Anfassen" - Opel-FAHR lud "Luther-Schauspieler" in Barockstadt ein

Nicht ohne Grund erinnert das Werbeplakat zum Luther-Theaterstück "Tintenfass und Rosenwunder - Martin träumt Elisabeth" stark an das Luther-Filmplakat aus dem Jahre 2003. "Dies ist durchaus beabsichtigt", gesteht Udo Winkels, Vorsitzender des Luthervereins e.V.. Ähnlich wie es der preisgekrönte Film geschafft habe, wolle man auch im Theater "Geschichte, die hängen bleibt" transportieren. Das Theaterstück gilt als Höhepunkt des dreitägigen Lutherfestes am 17. bis 19. August in Eisenach. Damit dieses Fest ein Erfolg wird und auch Menschen aus der Region Osthessen nach Eisenbach fahren, wünscht sich Reinhard Kolb, Geschäftsführer des Autohauses "Opel fahr". Der Kulturbegeisterte sieht es als eine Pflicht der Wirtschaft an Kultur zu unterstützen und lud daher am gestrigen Montag die Organisatoren des Eisenacher Luther Festes in die Barockstadt Fulda ein um ihnen die Möglichkeit zu geben, das Programm des dreitägigen Festes den Pressevertretern vorzustellen. Die Veranstalter erhoffen sich in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. "Wir brauchen 25.000 zahlende Besucher für eine schwarze Null", rechnet Winkels vor.

Mit in Fulda waren auch die zwei Hauptdarsteller des Theaterstückes: Gregor Nöllen spielt Martin Luther und Jenny König die heilige Elisabeth. Während Nöllen schon ein "alter Hase" ist und Luther bereits zum dritten Jahr in Folge mimt, wird König, eine 20-jährige Schauspielstudentin zum ersten Mal in die Rolle der heiligen Elisabeth schlüpfen. Theatererfahrung hat sie die Vorjahre schon als Katharina von Bora gesammelt, aber die Hauptrolle sei für sie eine neue Erfahrung. "Meine Eltern sind natürlich sehr stolz", sagt die 20-Jährige. "Gerade bei dem enormen Medieninteresse, der hohen Erwartungshaltung der Eltern und den vielen Zuschauern bleibt Lampenfieber natürlich nicht aus", gesteht die 20-Jährige.

Den ersten „Paukenschlag“ im laufenden Elisabethjahr soll es am Abend des 17. August in Eisenach geben: Punkt 17.50 Uhr beginnt an diesem Freitag im Rahmen der dritten Auflage des mittelalterlichen Historienspektakels „Luther – Das Fest“ auf dem Festspielgelände Kreuzkirche unweit der alten Stadtmauer die Welturaufführung des Freilicht-Theaterstücks „Tintenfass und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“.

Elisabeth, Luther und 100 weitere Mitwirkende

Mit Jenny König als Heilige Elisabeth und Gregor Nöllen als Martin Luther in den Hauptrollen sowie gut 100 weiteren Mitwirkenden wird der Regisseur Jethro D. Gründer in seiner „opulenten Inszenierung“ das Spätmittelalter für gut zwei Stunden wieder aufleben lassen und die gleichermaßen spannende wie informative Geschichte eines fiktiven Treffens der beiden Protagonisten erzählen, um ihre spirituelle und religiöse Verbindung, aber auch das Trennende zwischen ihnen zu dokumentieren. Der Premiere am 17. August werden noch zwei weitere Aufführungen an den beiden kommenden Tagen folgen.

Nachdem Jethro D. Gründer bereits mit seinen beiden vorangegangenen „Lutherschauspiel“-Produktionen in den Jahren 2005 und 2006 für ausverkaufte Aufführungen gesorgt hatte, stößt auch die neue Inszenierung nicht zuletzt wegen der spannungsgeladenen Thematik bereits im Vorfeld auf überregionales Interesse. „Nicht zuletzt, weil Jethro D. Gründer erneut den fast unmöglich scheinenden Spagat wagt, ein vermeintlich nur schwer auf der Bühne umzusetzendes religiöses Thema so aufzubereiten, dass es von Anfang bis Ende spektakulär und unterhaltsam bleibt, ohne inhaltlich in seichte Gewässer abzudriften oder sich der kritiklosen Lobhudelei gegenüber legendenumwobenen Figuren auszusetzen.“

Zum Inhalt

Beginnend mit dem – wissenschaftlich bis heute nicht nachgewiesenen – Thesenanschlag Luthers in Wittenberg lässt Gründer seine Darsteller die schwere Reise des katholischen Kirchenkritikers nach Worms erzählen, wo ihm, dem sonst alles Heilige suspekt vorkommt, die ungarische Königstochter und spätere Hospitalschwester erscheint, um ihn in seiner Überzeugung zu bestärken. Das Finale von „Tintenfass und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“ wird den Zuschauer schließlich nach Augsburg zum Bekenntnis Luthers zu seinem reformkatholischen Glauben führen. Neben Martin Luther und der Heiligen Elisabeth bringt Gründer eine dritte Hauptfigur ins Spiel, und zwar Luthers Famulus Georg Rörer (André Kaczmarczyk), der eine Vermittlerrolle zwischen Publikum und Darstellern einnehmen soll.

Theologische Differenz in harten Streitgesprächen

Während der erste Akt des gut zweistündigen Stücks vom Autor noch mit einer Portion augenzwinkerndem Humor angereichert wird und eher erzählenden Charakter hat, wird der zweite Teil auf die weltlichen und theologischen Differenzen sowie die unstrittigen Gemeinsamkeiten Martin Luthers und der Heiligen Elisabeth fokussiert, die letztlich in mehreren harten Disputen zwischen den beiden Hauptdarstellern gipfeln.

Originalgetreu mit Ausnahme

Auch wenn Jethro D. Gründer für die Inszenierung den dramaturgischen Kunstgriff einer fiktiven Zeitreise der Heiligen Elisabeth ins frühe 16. Jahrhundert benötigt, um Luther und die Landgräfin aufeinander treffen zu lassen, legt der Regisseur großen Wert auf eine weitgehend originalgetreue Darstellung der historischen Zusammenhänge, so dass auch die im Namen Luthers ausbrechenden Grausamkeiten wie der Bauernkrieg nicht ausgespart bleiben, sondern in aller Deutlichkeit dargestellt werden.

Wie der Titel „Tintenfass und Rosenwunder“ bereits verrät, spielt darüber hinaus auch die Auseinandersetzung mit der Legendenbildung um Luther und Elisabeth, aber auch die Frage nach religiösem Fanatismus innerhalb der christlichen Kirchen eine entscheidende Rolle. Die Eisenacher Inszenierung werde so auch inhaltlich „höchsten Ansprüchen“ gerecht werden, hoffen die Veranstalter

Gespielt wird wie bereits in den vergangenen Jahren auch auf dem Alten Friedhof in Eisenach, allerdings nur auf zwei Bühnen mit den Hauptstandorten Wartburg auf der einen sowie Augsburg und Worms auf der anderen Seite. Darüber hinaus wird es auch noch ein paar kleinere Schauplätze wie Torgau in Vorbereitung auf das Augsburger Bekenntnis geben, die aber nicht als feste Bühnen dargestellt werden. Neben Pferden und Kutschen wird in diesem Jahr auch die siebenjährige Steinadlerdame „Babsy“ mit Falkner Ralf Schubach dabei sein.

Der ungewöhnliche Beginn der Premiere um 17.50 Uhr resultiert aus der Live-Übertragung des Mitteldeutschen Rundfunks von der Eröffnung des diesjährigen Historienspektakels „Luther – Das Fest“ in Eisenach, bei der zumindest einige der Anfangsszenen des Stücks mit gezeigt werden sollen.

1000 Zuschauer auch bei Regen – Kartenpreise

Pro Aufführung können 1000 Zuschauer dem turbulenten Geschehen folgen. Gespielt wird auch bei Regen. Da die Tickets für das Stück „Tintenfass und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“ bereits jetzt sehr stark nachgefragt sind, empfiehlt es sich, den Vorverkauf zu nutzen. Karten für das Schauspiel kosten im Vorverkauf nur 15 Euro statt 20 Euro an der Abendkasse, für den Wegezoll zum Historienspektakel „Luther – Das Fest“ werden im Vorverkauf nur fünf statt sieben Euro an der Abendkasse fällig. Da die Karten für das Schauspiel nur gemeinsam mit Wegezollkarten buchbar sind, ergibt sich beim frühzeitigen Kauf eine Ersparnis von sieben Euro pro Zuschauer. Der Vorverkauf läuft über alle Geschäftsstellen der Zeitungsgruppe Thüringen (ZGT), den Ticket-Shop Thüringen, das Touristbüro der Eisenach Wartburgregion Tourismus GmbH, den Ticket-Service Eventim sowie Ticket-Online und nicht zuletzt über den Lutherverein e.V. über die Tickethotline 03691/73 40 11 beziehungsweise per eMail info@lutherverein.de.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter http://www.luther-das-fest.de.+++


Die Gestalter des Theaterplakats ...

... ließen sich vom Filmplakat inspirieren.


Reinhard Kolb, Geschäftsführer von Opel Fahr, sieht es als Aufgabe kulturelle Veranstaltungen zu unterstützen.



Udo Winkels, Vorsitzender des Luthervereins, hofft, dass das Fest in diesem Jahr "schwarze Zahlen" schreibt.


Gruppenbild mit dem Fuldaer Dom im Hintergrund.


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