Die Ausbildung von Strömungsrettern ist ein Konzept, dass die DLRG seit mittlerweile 3 Jahren verfolgt und in dem speziell ausgebildete Rettungsschwimmer primär Personen aus stark strömenden Gewässern retten. Strömungsretter können darüber hinaus aber noch für viele weitere Aufgaben eingesetzt werden, u.a. zur Evakuierung und Hilfeleistung im Hochwassereinsatz, ebenso wie zur Absicherung der eigenen Kräfte.
Nachdem der Kreisverband Hersfeld-Rotenburg bereits im April den zweiten Strömungsretterlehrgang auf nicht präsidialer Ebene durchgeführt hatte, folgte vom 31. August bis 02. September 2007 der dritte Lehrgang dieser Art.
5 Kameradinnen und Kameraden aus dem Kreisverband Hersfeld-Rotenburg und dem Nachbarbezirk Schwalm-Eder und 11 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Berlin und Karlsruhe nahmen an der Ausbildung teil. Mit insgesamt 16 Teilnehmern war der Lehrgang bis auf den letzten Platz belegt. Unterrichtsort war das Feriendorf der Landeshauptstadt Hannover auf dem Eisenberg in Kirchheim.
Der Freitag Abend begann wieder mit der Einführung in den Bereich der Strömungsrettung, gefolgt von der Ausrüstungskunde und dem anschließenden Ausgeben der erweiterten persönlichen Schutzausrüstung (PSA), bestehend aus Wildwasserhelm, -weste und Wurfsack. Diese Ausrüstung trägt der Strömungsretter zusätzlich zu einen Neoprenanzug, Handschuhen und festem Schuhwerk.
Am Samstag Vormittag folgten die weiteren theoretischen Module und die Einweisung in den Greif- und Flaschenzug durch das THW. Der Samstag Nachmittag galt dann der Umsetzung des theoretisch Erlernten in die Praxis. So standen neben entsprechenden Trockenübungen mit dem richtigen Umgang des Wurfsackes, auch das korrekte Anlegen und verwenden der PSA und der Aufbau von Greif- und Flaschenzug im Vordergrund. Den Abschluss des Ausbildungstages bildete ein gemeinsames „Schwimmen“ in der Fulda, bei dem die Teilnehmer schon einmal das aktive und passive Schwimmen sowie das Kreuzen in der Strömung üben konnten.
In Hildesheim fand dann am Sonntag, wie auch bereits im letzten Jahr, wieder der Abschluss der Ausbildungsveranstaltung statt. Auf der dortigen Kanu- und Wildwasserstrecke herrschten wieder perfekte Bedingungen für die Ausbildung. Bei dieser Anlage handelt es sich um eine künstliche Anlage, die es erlaubt, die Strömungsgeschwindigkeit von 1 bis 10 m/sek vorzugeben, was für die Ausbildung sehr gut ist, da die Teilnehmer so langsam an Ihre persönliche Grenze geführt werden können. Auf Grund des heftigen Regens der letzten Wochen im Harz herrschte auf der Anlage noch ein relativ hoher Wasserstand, was während der gesamten Ausbildung eine hohe Konzentration notwendig machte.
Neben dem Durchschwimmen der Anlage, standen insbesondere die Rettung einer Person aus dem Wildwasser und eine Abseilübung von einer Brücke in das Wasser im Vordergrund. Auch intensive Test eines neuen Rescue-Boardes stellten einen weiteren Teil der Ausbildung dar.
Alle Teilnehmer haben das Lehrgangsziel erreicht. Mit dem Abschluss des Lehrganges konnte auch der Kreisverband die Zahl der ausgebildeten Strömungsretter weiter erhöhen, so dass er nun insgesamt um 23 aktive Strömungsretter und Strömungsretterinnen verfügt. Auf Grund der sehr großen Nachfrage im Bereich der Strömungsrettung wird der Kreisverband Hersfeld-Rotenburg voraussichtlich auch im nächsten Jahr mindestens wieder 2 Lehrgänge anbieten. Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.bez-hersfeld-rotenburg.dlrg.de +++