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19.10.07 - Termine HEF

Ausstellung Kulturscheune Lange Wiese "Wie kommt man in die weite Welt?"

Ausstellung Kulturscheune Lange Wiese "Wie kommt man in die weite Welt?"

HAUNETAL-WEHRDA. Viele junge Leute stellen sich diese Frage. Nicht ohne Grund: Aufgewachsen in ländlichen Regionen kommt schnell der Bedarf auf, einmal mehr von der Welt zu sehen und dem Alltag zu entfliehen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, kann man ab dem 20. Oktober in einer Ausstellung in der Kulturscheune Lange Wiese in Haunetal- Wehrda sehen. Als jemand der noch nie in einem Flugzeuge „nach Malle“ gejettet ist oder generell die Grenzen Deutschlands mehr als 500 Kilometer hinter sich gelassen hatte, war ich natürlich hin und weg als ich von dem Angebot der Hermann Lietz Schule Spiekeroog hörte: Mit 30 Schülern der elften Klasse auf dem Toppsegelschoner Thor Heyerdahl in die Ferne zu segeln. Ich bewarb mich nach dem „Fragen kostet ja nichts“-Prinzip recht früh.

Einige Zeit und eine Woche Probesegeln später stand der Beschluss für mich fest: Ich war dabei und würde fast sieben Monate meinem Landleben entfliehen und von Kiel ausgehend auf einem Traditionssegler über den Atlantik und wieder zurück segeln. Die Reise führte unsere schon bald sehr zusammengeschweißte Gruppe neben vielen Landzielen auch in die unendliche Weite des Atlantischen Ozeans. Bis zu 21 Tage verbrachten wir auf See ohne auch nur ein Fitzelchen Land am Horizont auszumachen. Das 50 Meter lange Schiff wurde für uns zur Heimat und wir zu Selbstversorgern. Wir segelten, reparierten, kochten und verarzteten. Als wir kurz vor Vollendung der Atlantiküberquerung eine durch Verbrühung Schwerverletzte hatten, zeigte sich für uns wieder, wie sehr wir aufeinander angewiesen waren.

An Land war unser Programm darauf ausgerichtet, möglichst viel der fremden oder ehemals fremden Kulturen aufzuschnappen. Wir wanderten und reisten in einigen Ländern, darunter Costa Rica, Belize, Kuba und Martinique, und nahmen aus allen etwas mit: Wissen, Erfahrung, Erinnerungen oder zumindest eine Hängematte. In vielen hinterließen wir durch ehrenamtliche Arbeit aber auch etwas: Wir säuberten unter anderem einen Strand in Costa Rica um es Meeresschildkröten zu ermöglichen dort Eier zu legen oder bauten einen Unterstand mit Campinggelegenheit für ein Jaguarreservat in Belize.

Dass neben dem ganzen echten „Lernen fürs Leben“ die Schule nicht zu kurz kam, war aber auch gesorgt. Vier junge und motivierte Lehrer versuchten ihr Bestes uns die verschiedenen Fächer möglichst reisenah zu vermitteln. Wir sezierten zum Beispiel Fische in Biologie und lernten Spanisch für die Landaufenthalte.

Irgendwann ist aber auch alles vorbei und weil man so eine Reise niemals vergisst, versuche ich jetzt mit einem Reisebericht in Form einer Ausstellung die Reise noch einmal zu erleben. Wer sich für die Reise oder dafür, wie die Welt 5000 Kilometer Luftlinie entfernt aussieht, interessiert, ist ab dem 20. Oktober um 17 Uhr täglich von 16 bis 19 Uhr eingeladen sich die Ausstellung in der Kulturscheune Lange Wiese in Wehrda anzuschauen. www.kulturscheune.net +++

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