Nun geht es ab dem heutigen Donnerstag in die sechste Runde der DTTL, so dass kaum Zeit bleibt, sich in Erfolgen zu sonnen oder Wunden zu lecken – je nachdem, wie der fünfte Durchgang in der Liga für die einzelnen Klubs verlaufen ist. Hinzu kommt, dass nicht wenige Bundesligaspieler in diesen Tagen bei den Austrian Open in Wels (24.-28.10) antreten und über Beschäftigungsmangel wahrlich nicht zu klagen haben. Ein echtes Spitzenspiel – legt man die aktuelle Tabelle zugrunde – steht diesmal nicht an, wohl aber eine Reihe von Paarungen, in denen hungrige Gegner auf die Topteams warten und diesen unbedingt ein Bein stellen wollen.
Samstag, 15:00 Uhr: SV Plüderhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Dem Gastgeber geht es ein wenig wie Werder Bremen: Fast immer gut mitgespielt, nur das Punkten allzu oft „vergessen“, so dass man gegenwärtig das Tabellenende „ziert“. Nun aber soll alles anders werden und ausgerechnet gegen die Waldner-Truppe der erste Saisonsieg gelingen. Der Gast aus Hessen hinkt noch ein wenig hinter den Erwartungen her, zeigte aber zuletzt beim 6:4 in Bremen ansteigende Form. Plüderhausens Sportkoordinator Ulrich Engele: „Auch in diesem Match wird es sicherlich sehr knapp hergehen. Auch in Frickenhausen am letzten Sonntag ging es ja viel enger zu als das Ergebnis aussagt.“ Engele freut sich auch auf das „Wiedersehen mit den beiden TT-Ikonen Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson, die ja beide zwei Jahre lang bei uns gespielt haben. Wir hoffen, dass viele Fans zu diesem Spiel kommen werden und diese beiden sehr beliebten Spieler wiedersehen wollen.“
Plüderhausens Spitzenspieler Aleksandar Karakasevic wird ebenso überzeugend wie in Frickenhausen aufspielen müssen, wenn es diesmal für sein Team zum Erfolg reichen soll. Fuldas Vereinschef Stefan Frauenholz sieht dem ganzen eher gelassen entgegen: „Wir werden in Bestbesetzung antreten. Natürlich wird es nicht einfach, da es in der DTTL keine wirklich schlechten Teams gibt und alle eng beieinander liegen. Ich bin aber für Samstag optimistisch.“
Donnerstag, 19:30 Uhr: TTF LIEBHERR Ochsenhausen – TTC indeland Jülich
Nach dem Überraschungssieg in Düsseldorf wollen die TTF Liebherr Ochsenhausen bereits
am Donnerstagabend nachlegen. Gegen Jülich soll der dritte Sieg in Folge gelingen. „Das
wird kein Selbstläufer“, hat TTF-Präsident Rainer Ihle Respekt vor dem Gegner: „Jülich ist
eine sehr junge Mannschaft mit dem 38-jährigen Oldie Jörg Rosskopf als Leitwolf. Die darf
man keinesfalls unterschätzen“. Dennoch gehen die Oberschwaben nach den letzten Erfolgen
klar favorisiert in die Partie. Die Mannschaft hat sich vor allem in Düsseldorf sehr viel
Selbstvertrauen geholt, wie auch Adrian Crisan betont: „Dieser Sieg war sehr wichtig für die
Moral der Truppe“. Kampflos wird sich die Jülicher Truppe nicht in ihr Schicksal fügen.
Coach Johannes Dimig: „Wir stehen im Mittelfeld der Liga, sind im Pokalviertelfinale,
werden vom Publikum sehr gut angenommen und sind entspannter denn je. Da freuen wir uns
einfach auf das Spiel in Ochsenhausen. Die Jungs werden schon am Mittwoch anreisen und
sich gewissenhaft vorbereiten, sie haben nichts zu verlieren. Natürlich haben wir nur eine
kleine Außenseiterchance, zudem haben wir geschlossen den Ochsenhausener Sieg in
Düsseldorf live mitverfolgt und gesehen, wie gut unser Gegner derzeit drauf ist.“
Als besonderen Clou hat sich Ochsenhausen frei nach der Devise „Geiz ist geil“ etwas
einfallen lassen: Die Zuschauer werden Weltklassetischtennis zum symbolischen Preis
serviert bekommen. Rainer Ihle: „Wir wollen unseren Fans in der gesamten Region etwas
bieten und haben deshalb den Eintrittspreis für alle auf einen Euro festgesetzt“.
Sonntag, 14:00 Uhr: Müller Würzburg - TTC Frickenhausen
Die Frank-Müller-Truppe konnte – trotz ansprechender Leistung – in Grenzau nicht punkten.
Dies soll nun ausgerechnet in der Partie gegen den Deutschen Meister und Tabellenführer
Frickenhausen nachgeholt werden – gewiss kein leichtes Unterfangen, aber nötig, um das
führende Quartett nicht zu weit enteilen zu lassen. So spekuliert Thomas Keinath, der derzeit
zu den Top-Leistungsträgern der Mainfranken zählt, auf ein Remis: „Gegen Frickenhausen ist
es unser Ziel, ein 5:5 zu ereichen. Wenn Tan Rui vorne beide schlägt und wir im Doppel 1:1
spielen, dann ist ein Unentschieden ohne weiteres möglich.“ Dagegen haben die Schwaben
natürlich etwas einzuwenden. „Das Team hat mich durch seine Leistung in den letzten Spielen
überzeugt. Jeder unserer Spieler kann punkten und das sollte uns zumindest in die Lage
versetzen, in Würzburg nicht zu verlieren", so Rolf Wohlhaupter-Hermann. Der Präsident des
TTC versichert auch: „Wir werden dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen, zumal
Würzburg gegen uns immer sehr gut ausgesehen hat.“ Trainer Qiu glaubt an einen Sieg: "Ich
sehe uns in der Favoritenrolle, weil wir im hinteren Paarkreuz besser besetzt und unsere
Doppel sehr gut eingespielt sind." Auch Patrick Baum sieht der Reise zu den Mainfranken mit
Zuversicht entgegen: "In der letzten Saison hatte ich eine 3:1-Bilanz gegen Würzburg. Ich
hoffe, auch dieses Mal etwas zum Sieg der Mannschaft beitragen zu können." Bastian Steger
schließlich fühlt sich sichtlich wohl auf der Erfolgswoge seines Teams: „Im Moment läuft es
bei uns einfach gut. Ich hoffe, dass wir den Schwung aus den letzten Spielen am Sonntag mit
nach Würzburg nehmen und mit einem Sieg wieder nach Hause fahren können. Trotzdem
wird es ein sehr schweres Spiel werden.“
Sonntag, 18:00 Uhr: TTV Gönnern – TTC Zugbrücke Grenzau
Fast ist es ein kleines Lokalderby, das am Sonntag ansteht, da es vom nordwesthessischen
Dillenburg in den Westerwald alles andere als eine Weltreise ist. Der Zuschauerzuspruch
dürfte entsprechend gut sein, zumal die „Boygroup“ aus Gönnern zuletzt in heimischer Halle
mit ihrem Sensationssieg gegen Düsseldorf beste Werbung in eigener Sache machen konnte.
Die Ausgangspositionen könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Hessen kämpfen um den
Klassenverbleib, Vizemeister Grenzau dagegen hat sich in der Spitzengruppe festgesetzt und
peilt die Play Offs an. Die Favoritenrolle ist somit vergeben. Allerdings sind die Westerwälder
gewarnt und haben besonders vor dem bislang unerwartet starken vorderen Paarkreuz des
Gastgebers Respekt, wo mit Abwehrass Xi Wang und dem erst 17-jährigen Briten Paul
Drinkhall zwei dicke Brocken auf Lucjan Blaszczyk und Cheung Yuk warten. Grenzaus
Präsident Manfred Gstettner: „Das Spiel in Gönnnern werden wir mit voller Konzentation
angehen. Außer Tomas Pavelka sind alle unsere Spieler bei den Austrian Open im Einsatz.
Wir hoffen, dass sie frisch genug nach Dillenburg kommen. Jeder Gegner muss ernst
genommen werden. Dies hat auch Düsseldorf bei seinem Gastspiel in Gönnern feststellen
müssen.“ Nichtsdestoweniger gibt Gstettner die klare Devise aus: „Wir wollen unseren 2.
Tabellenplatz mit einem Sieg behaupten.“ Gönnern - zuhause noch ungeschlagen - liebäugelt
natürlich insgeheim mit einem weiteren Paukenschlag, hält sich aber nach außen hin dezent
zurück und möchte keine übertriebene Erwartungshaltung aufbauen: “Das 4:6 von Jülich war
zwar bitter, aber die Jungs können gegen Grenzau erneut beweisen, dass Sie es besser können.
Mit einer ähnlichen Unterstützung durch die Zuschauer wie im Spiel gegen Düsseldorf ist den
Jungen der eine oder andere Spielgewinn zuzutrauen“, meint Michael Müller vom Vorstand
des zweifachen Champions-League-Siegers.
Sonntag, 18:00: SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf
Meist gab Werder Bremen bislang das Startsignal für einen Spieltag, diesmal schließt man ihn
- zusammen mit Gönnern - ab. Vielleicht bringt diese eher ungewohnte Terminkonstellation
den Norddeutschen endlich jenes Quäntchen Glück, das in den bisherigen Spielen oft fehlte.
Dreimal schon zog man mit 4:6 den kürzeren. Immer gut mitgespielt, jedoch nur zwei Zähler
errungen - somit findet man sich gegenwärtig auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Und
nun kommt ausgerechnet der Meisterschaftstopfavorit an die Weser. Dieser ist zwar nach zwei
4:6-Schlappen in Folge angeknockt, doch von der spielerischen Substanz auch ohne Timo
Boll stark genug, sich jederzeit aus eigener Kraft aus dem Tief zu ziehen. Zudem weiß man ja,
dass gerade von angeschlagenen Gegnern, die auf Wiedergutmachung brennen, die größte
Gefahr ausgeht. In der Woche gab es erneut deutliche Worte bei der Borussia. Man ist äußerst
unzufrieden mit den letzten beiden Auftritten, bei denen – auch ohne Timo Boll – eine
Mannschaft an den Tischen stand, deren Spieler aktuell die Weltranglistenpositionen 20, 24,
38 und 40 innehaben. Dennoch möchte Manager Andreas Preuß kein Öl ins Feuer gießen:
„Natürlich sind wir enttäuscht, aber jetzt heißt es, erst einmal Ruhe zu bewahren und nicht
durchzudrehen. Wir werden natürlich nicht tatenlos zuschauen, sondern Einzelgespräche
führen und nachhaken, wo bei den einzelnen Spielern der Schuh drückt. Es gilt nun, die
Spieler bis Bremen wieder aufzurichten. Wir sind fraglos in einem Zwischentief. Ich will das
nicht runterspielen, aber die Saison ist noch lang. Jetzt über die Spieler herzufallen, macht
wenig Sinn.“ Zwar will Preuß einen Einsatz von Timo Boll in Bremen nicht kategorisch
ausschließen, als Allzweckwaffe und Allheilmittel will Preuß den Weltranglistenvierten aber
nicht gelten lassen: „Timo hat generell eine begrenzte Anzahl von Einsätzen, wobei die
Champions League eindeutig Priorität hat. Es ist abgesprochen, dass er nur die Hälfte der
Bundesligaspiele absolviert. Jetzt kommt auch noch das Pokal-Viertelfinale gegen
Frickenhausen dazu. Die Fans müssen einfach verstehen, dass es Boll in der Bundesliga nicht
oder nur wenig gibt.“ Trotz der ungünstigen Tabellensituation kann Werder die Partie ein
ganzes Stück lockerer angehen, wohl wissend, dass es am Sonntag in erster Linie darum geht,
den Zuschauern schönes, niveauvolles Tischtennis vorzuführen – die Halle dürfte mit 700
Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt sein. „Die Tage der Wahrheit folgen darauf in den
Partien gegen die Abstiegskonkurrenten Plüderhausen und Jülich.“ (Homepage Werder).
DTTL-Pressedienst; Dr. Stephan Roscher
Aktuelle Tabelle
Verein Spiele S U N Sätze Spiele Punkte
1 TTC Frickenhausen (M) 5 4 1 0 102:65 29:14 9 : 1
2 TTC Zugbrücke Grenzau (P) 5 4 0 1 93:79 26:16 8 : 2
3 TTF LIEBHERR Ochsenhausen 5 3 2 0 112:94 28:20 8 : 2
4 Borussia Düsseldorf 5 3 0 2 101:79 26:16 6 : 4
5 Müller Würzburg 6 2 2 2 108:108 25:27 6 : 6
6 TTC indeland Jülich 5 2 1 2 80:73 18:21 5 : 5
7 TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 5 2 0 3 77:86 16:22 4 : 6
8 TTV Gönnern 5 1 1 3 93:114 22:27 3 : 7
9 SV Werder Bremen (A) 6 1 0 5 102:131 24:34 2 : 10
10 SV Plüderhausen 5 0 1 4 60:99 12:29 1 : 9
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