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08.02.08 - SPORT

Fuldas „Wochen der Wahrheit“ – Interview mit TTC-Vizepräsident Michael HODES

Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ist sicher die Mannschaft der Stunde nach dem tollen Europacupfight gegen Angers und dem 6:2 bei Meister Frickenhausen. Doch bleibt überhaupt Zeit, sich über diese Erfolge zu freuen, die ja gleich wieder bestätigt werden müssen, will man die Saisonziele nicht vorzeitig abschreiben müssen? Lesen Sie dazu das folgende Interview mit Michael Hodes, Stellvertretender Vorsitzender und stimmgewaltiger Hallensprecher (FOTO), der stets ganz nahe dran ist am Geschehen beim Waldner-Klub aus Osthessen.

FRAGE: Herr Hodes, ihr Team will den ETTU-Cup in die Rhön holen und sich für die Play-Off-Runde der DTTL qualifizieren. Jedes von beiden würde alleine schon den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte bedeuten. Sind diese Ziele nicht etwas hochgesteckt, ist beides überhaupt zu schaffen?

HODES: „Ich denke schon. Dass wir uns mitten in den Wochen der Wahrheit befinden, kann aber keiner leugnen: 25.01. ETTU-Cup, 27.01. DTTL in Frickenhausen, 08.02. ETTUCup Rückspiel und dann am 10.02. DTTL daheim gegen Werder Bremen. Ausrutscher dürfen wir uns keine erlauben.“

FRAGE: Was stimmt Sie optimistisch für die bevorstehenden schweren Aufgaben?

HODES: „Unsere erste Bewährungsprobe hat die Mannschaft hervorragend gemeistert, erst einen 0:2-Rückstand gegen Angers in einen Sieg verwandelt, dann 48 Stunden später eine sensationelle Leistung gegen den amtierenden Deutschen Meister Frickenhausen geboten, womit wir ein weiteres Stück Vereinsgeschichte geschrieben haben. Darauf lässt sich aufbauen, warum sollte uns ähnliches nicht wieder gelingen?!“

FRAGE: Aber was ist das alles noch wert, wenn am Freitagabend in Angers der Startschuss zum Halbfinalrückspiel im ETTU-Cup erfolgt?

HODES: „Natürlich müssen wir bei aller Euphorie jetzt nur nach vorne schauen und die letzten Erfolge erst einmal abhaken, da die Gegenwart zählt und nicht die Vergangenheit. Die ganze Konzentration gilt nun der zweiten entscheidenden Woche. Die Mannschaft weiß, die zuletzt erbrachten guten Leistungen zählen nichts mehr, wenn wir unsere guten Ausgangspositionen, sowohl im ETTU-Cup als auch in der DTTL, jetzt wieder leichtfertig verspielen würden.“

FRAGE: Sehen Sie der Partie in Angers mit gemischten Gefühlen entgegen, was erwartet Fulda dort?

HODES: „Angers hat bereits angekündigt, vor einer großen Kulisse spielen zu wollen, von 1.200 Fans war die Rede. Sollte Ihnen das gelingen und die Halle zum Hexenkessel werden, schreckt uns das nicht bei unseren erfahrenen Spielern. Je größer die Kulisse, desto besser wird ein Jan-Ove Waldner, der zurzeit in großer Form ist, und auch Jörgen Persson und Feng Zhe werden von Spiel zu Spiel immer besser, immer sicherer. Fest steht, wir wollen unbedingt in das ETTU-Cup-Finale kommen und ich bin zuversichtlich, dass wir es packen werden. Der gesamte Verein, mithin der gesamte Ort, wird am Freitagabend in Gedanken bei uns in Frankreich sein und uns die Daumen drücken.“

FRAGE: Aber auch die DTTL fordert ihren Tribut. Nach der überraschenden Heimniederlage von Grenzau gegen Plüderhausen müssen - bis auf Düsseldorf - wohl alle Kandidaten noch einige Wochen um ihren ersehnten Play-Off-Platz zittern und Fulda ist mit in der „Verlosung“. Ihr Team steht aber nach Verlustpunkten am schlechtesten da und darf sich keinen Ausrutscher mehr erlauben. Könnte der Druck nicht zu groß werden?

HODES: „Zunächst einmal gehe ich davon aus, dass wir unsere Ausgangsbasis im Kampf um Rang vier weiter festigen werden, nämlich durch einen Heimsieg am Sonntag gegen Werder Bremen. Insbesondere in den Rückrundenspielen haben wir seit unserer Zugehörigkeit zur Bundesliga/DTTL immer wieder Stärke bewiesen. Im Jubiläumsjahr - unser Verein feiert sein 50-jähriges Bestehen - erhoffen wir uns die Früchte ernten zu können, die wir mit großer Kraftanstrengung in den letzten Jahren gesät haben. Und wenn Sie von Druck sprechen, da muss ich Ihnen sagen, diesen Druck gibt es bei uns nicht. Klar ist, wir haben die einmalige Chance in dieser Saison, einer von vier Play-Off-Teilnehmern zu werden, wir wollen gerne in die Play-Offs und wir können es aus eigener Kraft schaffen, aber wir müssen nicht. Wenn es dann am Ende nicht reicht, geht die Welt für uns nicht unter. Ein Ziel allerdings wäre dann für die kommende Saison automatisch schon wieder definiert.“

FRAGE: Wird es eine besonders intensive Vorbereitung auf die Schlüsselspiele des kommenden Wochenendes geben?

HODES: „Die Mannschaft ist seit Anfang der Woche wieder komplett in Fulda und absolviert täglich zwei Trainingseinheiten. Anhand der Videoaufzeichnungen aus dem Hinspiel gegen Angers werden noch einmal Fehler angesprochen und Schwächen des Gegners analysiert. Am Donnerstagvormittag wird noch ein abschließendes Training stattfinden, danach geht es nach Angers, wo wir gegen 19:00 Uhr erwartet werden. Am Freitag steht uns die Halle in Angers ab 10:30 Uhr zur Verfügung. Dort wird das Team noch einmal trainieren, bevor es dann am Abend zum großen Showdown kommt. Wir freuen uns auf Angers und hoffen auf ein faires Umfeld in Frankreich.“

FRAGE: Könnte es nicht passieren, dass der zu erwartende große Pokalfight am Freitag seine Spuren hinterlässt und das Team dann am Sonntag in der DTTL gegen den starken Aufsteiger Werder Bremen mit leerem Akku antreten muss?

HODES:“ Das glaube ich nicht. Sollten wir wirklich am Freitag ausscheiden, dann werden wir gegen Werder unserem Frust freien Lauf lassen und uns durch einen Sieg Genugtuung verschaffen. Wenn wir aber in Angers gewinnen und ins Cupfinale einziehen, wird uns dieser Erfolg weiter beflügeln, so dass wir mit frischem Rückenwind unsere gute Ausgangsposition auf Platz 4 in der Tabelle weiter festigen können.“

Interview & Foto: Dr. Stephan Roscher (DTTL-Pressedienst)

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