- Fotos: Anne Baumann

FULDA"Es geht immer um die nackte Wahrheit"

Song und Danceman Band sorgt für vollen Kulturkeller

26.09.14 - Vielleicht ist es die Tatsache, dass Lieder gespielt werden in einer Version, "die ihr sicher so noch nicht gehört habt und ich auch nicht", wie Hermann Diel sagte. Vielleicht ist es auch die Leidenschaft der Sieben, die da oben auf der Bühne stehen. Vielleicht es ist die Mischung aus beidem - aus gekonnter Eigeninterpretation und dem Spaß an der Musik - die am Donnerstagabend im Kulturkeller für volle Reihen sorgte. Und obwohl ich kein übermäßiger Bob Dylan Fan bin, war der Abend extrem mitreißend und sorgte dafür, dass ich meine "Heimgeh-Grenze" um einige Stündchen nach hinten verlegte. Die "Song und Danceman" Band spielte Bekanntes, Unbekanntes, Altbewährtes und Neugedachtes von Bob Dylan im Fuldaer Kultukeller.

Die erste Überraschung folgte zu Beginn, als ein junger Musiker allein auf der Bühne stand, nur angekündigt mit den Worten "das ist der Niklas und der hat fleißig geübt" und sich dann als wahrhafter Dylanfan entpuppte. Lässig, ohne viele Worte, mit Gitarre und Mundharmonika ausgestattet, spielte Niklas Neumann - "dessen Name man sich merken sollte" - ganz im Dylan-Stil der 60er Jahre. Träumend, um die tiefe Bedeutung der Texte wissend, gab er ein gebührendes, stilvolles Vorprogramm zu dem, was da kam.

Die zweite Überraschung folgte mit dem "besten Song der Welt", der sonst gern gegen Ende gespielt wird, gleich zu Beginn des Konzertes der Song und Danceman Band: "Like a Rolling Stone" putschte das Publikum und zog uns von Anfang an mit. Die Steigerung kam von Song zu Song, während die größtenteils sitzenden Zuschauer lockerer wurden, auf den Stühlen wippten oder hinter den Reihen an der Bar tanzten.

Angekündigt wurden die Songs jeweils von Hermann Diel, der witzelnd und stets mit kleinen Anekdoten durchs Programm führte, die von der Frage nach dem "Wer covert eigentlich wen und gibt´s das im Rock überhaupt" bis hin zur Bischofskonferenz in Fulda reichten. Dabei wird klar: der Band geht es eben nicht nur darum, die Klassiker neu aufzulegen (wie z.B. die bluesige Version von "Mighty Quinn"), sondern auch die Blues- und Gospel geprägten Songs ins Programm zu nehmen, wie zum Beispiel "Jesus is the one" oder "God knows".

Außerdem ist es laut Diel eine lohnende Sache, die Lieder der Anfangsjahre, die mehr Skizzen als Lieder sind, zu nehmen und seinen eigenen Weg zu finden. Trotzdem wollen sie nicht mit Gewalt „was ganz anderes“ machen. Stattdessen entwickelt sich vieles während der Proben: es gibt auch Lieder, die wurden von der Band angespielt und dann hat man entschieden, „das lassen wir, das wird nicht gut“. Und dann kann es auch sein, dass man genau diese Lieder ein paar Jahre später wieder aufnimmt und plötzlich funktioniert`s. Von manchen Songs sind in den Jahren auch schon mal vier bis fünf Fassungen entstanden.

Die "Song und Danceman Band" steht seit vielen Jahren auf den Bühnen in Osthessen, meist in wechselnder Besetzung. Neben dem "permanenten Gastmusiker" Stefan Wagner (Vocals, Gitarre, Blues-Harp), gibt es die momentane Besetzung seit 2009 mit Uli Mayer (Tasten), Dagmar Wortberg (Vocals), Martin Günzel (Gitarre), Jutta Diel (Vocals), Ralf Thomas (Drums) und Hermann Diel (Bass). Der Name ist Programm - wie Dylan selbst einmal auf die Frage antwortete, ob er mehr ein Sänger sei, der dichte, oder ein Dichter, der singe, sei er ein "Song und Danceman".

Alles andere als stillstehen also, auch wenn „Like A Rolling Stone“ und „All Along The Watchtower“ im Programm obligatorisch sind. „Der Meister“, wie er von Diel stets inbrünstig bezeichnet wird, wäre selbst nie stehen geblieben und „lehnt Schubladendinge ab“. So will man sich selbst auch beim Spielen nicht festlegen oder irgendeinen intellektuellen Anspruch erheben. „Manchmal hörst du ein Lied und es schreit dich an und du musst es spielen und manchmal eben nicht“. Gerade das Rumexperimentieren mache ja den Reiz an Dylans Musik aus. Da spielt man neben dem Folk oder den rockigen Tönen auch gern jede Menge Gospel. Alles, nur nicht Routine, scheint das Credo der Band zu sein.

Passend also auch das Motto des Abends „Liebe, Diebstahl und die nackte Wahrheit“, denn am Ende geht es bei Dylan immer um die nackte Wahrheit. Wir haben die Fragen, Bob Dylan hat die Antworten und „Germany’s Now & Next Top Dylan Tribute Band“ hat sie am Donnerstagabend im Kulturkeller verraten. Und dabei nicht nur musikalisch überzeugt, sondern vor allem mitreißend gespielt - wer so viel Spaß an der Sache hat und es schafft, das aufs Publikum zu übertragen, der ist auf jeden Fall zu beglückwünschen. (Anne Baumann) +++

Zur Band gehören: Stefan Wagner ...

Dylan-Fan Niklas Neumann eröffnete das ...

Er überzeugte in Gesang, mit ...

Das Publikum war von Anfang ...

"Den muss man sich merken" ...

Danach legte die Song und ...

Hermann Diel hatte zu jedem ...

Kurz nach Beginn füllte sich ...


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