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Ärzte-Paar WOYTH eröffnet 2. Hausarzt-Praxis - Nachfolger für Dr. CLAUß
22.01.15 - Zwei Jahre lang hat der Allgemeinmediziner Dr. Gerhard Clauß einen Nachfolger für seine Arztpraxis in Petersberg (Landkreis Fulda) gesucht. Jetzt endlich ist er fündig geworden. Das Ärzte-Ehepaar Dr. Beate und Alexander Woyth praktizieren ab sofort an zwei Standorten und übernehmen damit die Kassenarzt-Stelle in Petersberg. Neben ihrer Praxis am Aschenberg im Fuldaer Stadtteil Horas behandeln die Allgemeinmediziner künftig auch die Patienten in Petersberg, ihrer Heimat. "Wir stammen von hier, kennen viele Leute und sind glücklich, dass es geklappt hat", sagte die Fachärztin für Innere Medizin und Notfallmedizin sowie Akupunktur, Dr. Beate Woyth am Mittwochnachmittag während eines kleinen Pressegesprächs. Bürgermeister Karl Josef Schwiddessen ist auch gekommen. Praxis-Eröffnungen stehen schließlich nicht so oft auf der Tagesordnung und sind heutzutage ein klarer Standortvorteil.
"Wir werden künftig pendeln und in beiden Praxen behandeln. Manche Patienten möchten von einer bestimmten Ärztin oder Arzt behandelt werden, das wird auch in Zukunft nach Terminabsprache klappen", sagte ihr Ehemann Alexander, Facharzt für Allgemeinmedizin sowie Sport- und Notfallmedizin. "Wir arbeiten beide ein bisschen mehr, dann klappt das schon", ist Beate Woyth voller Tatendrang. Bislang war sie einmal pro Woche im Klinikum Fulda. Diese Tätigkeit hat sie nun aufgegeben. Und sie wollte unbedingt, dass sie mit ihrer Schwägerin weiterarbeiten können. Das wäre am Standort Aschenberg allein schwierig - wegen der räumlichen Enge."Unsere Praxis am Aschenberg ist mit 130 Quadratmetern relativ klein. Hier haben wir mehr Platz", sagte Woyth.
Vier Behandlungszimmer, drei Kabinen für Funktionsdiagnostik und verschiedene Ultraschalluntersuchungen sowie Empfang, Wartezimmer und Sozialräume finden sich in der 250 Quadratmeter großen Praxis in Petersberg. Neben den genannten Ärzten werden auch Alexander Woyths Schwester Tatjana und Julia Böhm (16 Stunden) in der Praxisgemeinschaft arbeiten. Tatjana Woyth hat übrigens die beeindruckenden Bilder an den Wänden der Praxis gemalt. Die Kunstwerke geben den Räumlichkeiten eine besondere Atmosphäre. "An das Bild mit der Kuh in meiner Praxis muss ich mich noch gewöhnen", sagte Dr. Clauß mit einem Lächeln.
Seit 34 Jahren ist Clauß Mediziner und wird vorübergehend in der neuen Praxis Am Rathausplatz 3 mitarbeiten. "Mit 66 Jahren ist es an der Zeit, irgendwann kürzer zu treten", sagte Clauß. Er möchte die "Neuen" aber in der Anfangsphase unterstützen. Schließlich ist es in der heutigen Zeit keinesfalls selbstverständlich, dass sich Ärzte in einer eigenen Praxis niederlassen. "Viele scheuen die unregelmäßige Arbeitszeit und die Investitionen, welche nötig sind", erklärt Clauß. "Die betriebswirtschaftlichen Aspekte sind ein weiterer Faktor", ergänzt Dr. Woyth. Viel Papierkram, finanzielle Angelegenheiten stehen neben dem Job als Mediziner auf der To Do-Liste. Gerätschaften müssten ausgetauscht und erneuert werden. Die Technik entwickelt sich.
Die Praxis in Petersberg ist bereits geöffnet. Schließlich gilt es, keine Zeit zu verlieren. Einige Möbel und Geräte fehlen noch. Das macht aber nichts. Dr. Gerhard Clauß ist froh, dass er endlich Nachfolger gefunden hat - mit den Woyths sogar gleich in doppelter Form. (Hans-Hubertus Braune) +++