HASELBACH
Nachtfackelsprint in der Geldtasche
Stimmungsvolle Atmosphäre und ideale Loipenverhältnisse
07.02.15 - Als das Lagerfeuer nur noch ein rotglühender Haufen war, riss endlich die Wolkendecke etwas auf und ließ den Vollmond durchschimmern. Dabei hatten die Organisatoren des RWV Haselbach den Termin des Nachtfackelsprints extra nach dem Mondkalender ausgewählt. Es war trotz verdeckten Mondes eine helle klare Nacht und die Langlaufloipe an der „Geldtasche“ nahe des Kreuzbergsattels, war bestens präpariert. Mit 100 Wachsfackeln war die 800 m lange Strecke markiert worden und machte durch ihr abwechslungsreiches Profil den Nachtsprint zu einer anspruchsvollen Veranstaltung. Das Starterfeld bestand hauptsächlich aus Schülern und Jugendlichen, die lange vor dem Start ihre Aufwärmrunden liefen.
„Es ist schon etwas anderes, nachts zu laufen“, erklärte Clara Reder, die für den RWV an den Start ging. „Man muss besser Acht geben, weil man die Schneeverhältnisse nicht so gut erkennen kann, aber Spaß gemacht hat es mir schon!" Die Atmosphäre ist eine ganz besondere, urteilte nicht nur Clara. Für dieses Gesamtpaket waren auch viele Helfer im Einsatz. Die ersten begannen bereits am Morgen mit dem Aufbau der Absperrzäune und schnitten Holz fürs Lagerfeuer, um das sich doch viele Sportler und Zuschauer am minus fünf Grad kalten Abend gerne scharten.

100 Wachsfackeln wurden an der Strecke aufgestellt.

Schüler kurz vor dem Start Fotos: Barbara Enders/ Siegfried Neumann

Nach dem kurzen Anstieg geht es für die älteren Startklassen in die zweite Runde. ...
„Eigentlich haben wir heute fast tropische Temperaturen“, lacht Manfred Reder die Fröstelnden aus. Bei früheren Veranstaltungen pfiff schon oft ein scharfer Wind durch die Geldtasche und ließ Sportler und Zuschauer kräftig frieren. Das Zeitmessteam war dieses Jahr erstmals in einem umfunktionierten Bauwagen stationiert, dem sogenannten Zeitnahmewagen, den die Mitglieder des RWV in Eigenleistung hergerichtet hatten. Der Wagen war beheizt und die Messanlagen standen hier geschützt.

Siegerfoto: Andreas Tannert (li)von der SKG GErsfeld wurde erster in der Klasse Herren ...

Die Hauptläufer starten auf die Strecke und müssen zwei Runden absolvieren. ...
Trotz der Möglichkeiten des Aufwärmens waren viele der jungen Sportler kurz nach dem Rennen bereits wieder nach Hause gefahren und der eigentlich vorgesehene „Prolog“, in dem die schnellsten vier jeder Klasse nochmals um den ersten Platz laufen sollten, musste abgesagt werden. Groß war die Freude derer, die bis zur Siegerehrung geblieben waren, durften sie sich doch ihren Pokal selber auswählen. Zwei ungewöhnliche Objekte gab es auch. Siegfried Neumann hatte die derzeit herrschenden Temperaturen zum Anfertigen von Eispokalen genutzt, deren temporäre Schönheit im Licht der Fackeln und Taschenlampen glitzerte.

Siegerehrung mit dem Sportwart nordisch Kurt Enders (rechts), die Schüler durften ...
„Die Verhältnisse waren heute ideal“, urteilte der Sportwart nordisch Kurt Enders, dennoch zweifelt er daran, dieses Langlaufrennen wieder durchzuführen. Gerade einmal 48 Sportler nahmen am Sprint teil, wenn man den Aufwand der Vorbereitungen gegenüberstellt, ist das einfach zu wenig. Das Teilnehmerfeld bestand aus Sportlern der Sportvereine aus Gersfeld, Poppenhausen, Oberweißenbrunn und Haselbach und 80 % der Teilnehmer waren unter 20 Jahre alt. Damit dieser schöne Nachtfackelsprint im nächsten Jahr eine Wiederholung findet, ist wohl einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. (ara)+++
Siegerbild mit roten Nasen, die meisten Sportler hatten die Siegerehrung nicht mehr abgewartet ...
tolle Atmosphäre für einen außergewöhnlichen Wettkampf in der Geldtasche.
Der Zeitnahmewagen schützte Wertungsrichter und Computer vor der Witterung.
Kurt Enders überreichte die Pokale und Medaillen.
Eispokal für den ersten Platz.