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In diesem Haus in der Schachtstraße sollen ab Mai Flüchtlinge einziehen. - Foto: ON

NEUHOF WER STECKT DAHINTER?

HETZ-Flugblatt schürt Vorurteile gegen Asyl-Bewerber - Staatsschutz ermittelt

16.03.15 - Sie sind noch gar nicht da, aber es wird schon gehetzt. In der Kaligemeinde Neuhof (südlicher Kreis Fulda) haben zahlreiche Haushalte einen Flyer erhalten, über den Hass gegen Ausländer ausgedrückt und Angst geschürt wird. Unbekannte haben das Flugblatt an diesem Wochenende flächendeckend in den Ortsteilen verteilt. Wie es am Sonntag aus dem Polizeipräsidium Osthessen heißt, ermittle der Staatsschutz. "Wir sind informiert - diese Flyer tauchen immer wieder auf", sagt der Polizeiführer vom Dienst.

"Sie bekommen neue Nachbarn", heißt es auf dem orangefarbenen Flugblatt (liegt der Redaktion vor). Konkret geht es den Verfassern um drei Wohnblöcke mit jeweils sechs Parteien in der Schachtstraße. Die Häuser hat ein Investor aus Petersberg gekauft. Sie stehen leer und werden derzeit renoviert. Ende Mai, Anfang Juni sollen dort 60 bis 80 Flüchtlinge einziehen. Die Unterstellungen auf dem Pamphlet sind unverschämt: mehr Kriminalität, Lärmbelästigung, Vermüllung und Wertminderung der Grundstücke im Umkreis.

Bürgermeisterin Maria Schultheis (CDU) ist entsetzt und verurteilt das Flugblatt scharf. "Das dulden wir als Kommune nicht", erklärt die Rathauschefin auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. "Die Flüchtlinge, die nach Neuhof kommen sollen, sind arm. Sie brauchen unsere Hilfe." Die offenbar gezielte und organisierte Aktion mit einem Hetz-Blatt sei "völlig daneben".

Schon nach Bekanntwerden des Vorhabens in Neuhof hat sich eine virtuelle Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook gegründet, die Flüchtlinge in der 11.000 Einwohner Gemeinde nicht dulden will. Aktuell gehören diesem Forum 230 Mitglieder an. Ähnliche Protestaktionen, die vermutlich ihren Ursprung in der rechten Szene haben, gab es auch in Flieden-Rückers.

Mit einer Informationsveranstaltung wollen Gemeinde Neuhof, Landkreis Fulda und der soziale Verband Caritas am kommenden Dienstag, den 17. März um 19:00 Uhr im Gemeindezentrum (Hanauer Straße) aufklären und das Projekt der breiten Öffentlichkeit vorstellen. (cps). +++


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