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LEICHTATHLETIK Fünf Wochen Trainingslager in Florida

Fuldaer Philipp KLEEMANN unter Deutschlands Top-Sprintern - Ziel: Olympia 2016

02.04.15 - Nach zehn Semestern ist das Medizinstudium fast geschafft, die Prüfungen sind zu Ende und das Gefühl im Bauch ist eigentlich auch ganz gut. Was gäbe es nun schöneres als diesen Meilenstein im Leben eines jungen Menschen mit einer schönen Reise über den großen Teich zu feiern? Das denkt sich auch Philipp Kleemann aus Johannesberg, der gestern mit dem Flieger nach Orlando (US-Bundesstaat Florida) gestartet ist. 

Philipp Kleemann während seines Redaktionsbesuchs bei O|N.

Philipp ist Sprinter. Auf seiner Leibstrecke, den 400 Metern, ist er unter den Top-Sieben Athleten in Deutschland. Mit seiner Bestzeit von 46,85 Sekunden fehlt ihm eine Sekunde zur deutschen Spitze, eineinhalb zu den besten Europas. Er fliegt nicht in die USA, um zu feiern - er fliegt mit der Deutschen Nationalmannschaft der Sprinter über den großen Teich, um fünf Wochen lang zu trainieren. "Da habe ich perfekte Bedingungen, man muss sich um nichts kümmern und kann sich komplett auf den Sport konzentrieren", sagte der Medizinstudent vor seiner Abreise im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. 

Nach seiner Sprunggelenksverletzung im Winter kommt das Trainingslager gerade recht: "Bei mir wird der Fokus absolut auf dem Training liegen, damit ich meinen Rückstand etwas aufholen kann", erzählt Kleemann, der in Orlando 24 Jahre alt wird. Ende Juli bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg will er eine neue persönliche Bestzeit laufen: "Es soll schon unter die 46,5 Sekunden gehen, denn dort werden auch die Tickets für die WM in Peking (China) gelöst."

Als doppelter Vize-Deutscher Meister bei den Junioren und Vierter bei der U23-EM ist Kleemann längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Profisportler will und wird er aber nie werden: "Davon können wirklich nur die Allerbesten leben. Für das Trainingslager muss ich auch 3.000 Euro aus eigener Tasche finanzieren. Ohne die Unterstützung meiner Familie und meiner regionalen Sponsoren wäre das alles nicht möglich. Ich will nach dem Studium in der Unfallchirurgie oder in der Sportmedizin arbeiten", blickt der wahrscheinlich schnellste Mann Osthessens in die Zukunft.

Doch ein Ziel schwebt über allem: Die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien). "Dort zu starten wäre natürlich ein Traum. Für die Vorbereitung will ich sogar mein Praxisjahr im Medizinstudium um ein Jahr verschieben", erzählt Kleemann. Er muss viel in den Sport investieren. Leistungssport heißt auch zwei bis drei Stunden Training täglich - in den fünf Wochen Orlando wird es sicher nicht bei den drei Stunden täglich bleiben.

"Ich freue mich darauf, mich komplett auf mich, meinen Körper und den Sport konzentrieren zu können. Beim Sprint sind nicht die Gegner oder der Schiedsrichter an einer Niederlage schuld, sondern immer man selbst. Das fasziniert mich an der Leichtathletik.  Wenn man an sich arbeitet, erzielt man auch Erfolge und ich habe auf jeden Fall noch Potenzial", ist sich Kleemann sicher. (Julius Böhm)

Philipp Kleemann wird sich in den kommenden fünf Wochen einige Mal aus Orlando melden und Sie, liebe Leser, über seine Training und die Erfahrungen in den USA auf dem Laufenden halten. +++


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