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KREUZBERG Rock the hills, train your skills

Mountainbikekurs “Ladies only” am Flowtrail Kreuzberg

22.04.15 - Die Vögel zwitschern laut an diesem kühlen Morgen im April, gerade einmal zwei Grad zeigt das Thermometer an, als fünf Frauen am Parkplatz des Neustädter Hauses ihre Fahrräder bereit machen, dabei einen Müsliriegel knabbern und noch einen Schluck aus der Trinkflasche nehmen.

Betty, Sandra, Christine, Jutta und Alexandra haben sich hier am Kreuzberg mit Andi Rohe verabredet. Sie werden an diesem Morgen bei Andi einen Mountainbike-Fahrtechnikkurs am Flowtrail Kreuzberg, dem längsten seiner Art in Bayern, absolvieren.

Marco (links) und Freddy aus Haßfurt nutzen den schönen Tag und ...

… düsen erst einmal zum Kreuzberggipfel hoch ...

Andi Rohe aus Unterwaldbehrungen bietet über seine Bikeschule Rhöntrail geführte Mountainbike-Touren in verschiedene Ecken der Rhön an, Fahrtechnikkurse mit unterschiedlichen Anforderungen und spezielle Kurse z. B. „Kids on bike“. Im Winter wird sein Programm ergänzt durch Skitourengehen, Eisklettern, Biathlon oder auch Schneeschuhgehen.


„Ladies only“ auf dem Mountainbike

Die fünf Damen haben sich für den Spezialkurs „Ladies only“ angemeldet. Andi Rohe sagt, „jeder hat andere Anforderungen an einen MTB-Kurs“ und Frauen fragen oft nach einem Training für Schotter- oder Wurzelstrecken, um ihre Fahrsicherheit zu erhöhen.

Doch bevor das Training beginnt, werden erst einmal die Bikes geprüft. Andi erklärt, wie man mit einfachen Tests Funktionsfähigkeit von Bremse und Federgabel kontrolliert, den Luftdruck prüft und wie hoch der Sattel eingestellt sein muss. Passt alles, kann mit dem Training begonnen werden.

Die richtige Körperhaltung beeinflusst die Fahrsicherheit enorm, Andi arbeitet mit einprägsamen Schlagworten, so nennt er die offene, leicht gebeugte Armhaltung den „Gorilla“ und führt selbst vor, wie der Körperschwerpunkt über dem MTB gelagert sein muss. Mittlerweile ist mittels kleiner Markierungshütchen ein Rundkurs auf dem Parkplatz definiert und jeder Schritt des Trainings wird von den Bikerinnen geübt. Mit wachsamem Blick kontrolliert Andi die Technik und gibt Tipps zur Verbesserung.

Parcours auf dem Parkplatz mit Balance- und Bremsübungen ...

„Wir bremsen auch für besoffenen Männer“, sagt Andi Rohe, als am Morgen schon eine große Gruppe von ihnen auf den Technikkurs trifft ...

Ihm zur Seite steht immer ein zweiter Guide, heute ist es Dominik aus Hilders. Er ist bereits ausgebildeter Trailscout und geht quasi bei Andi in die Schule, auch er möchte künftig als Tourguide aktiv werden.


Der Berg ruft!

„Schnell fahren kann jeder, das langsame Fahren ist die Kunst“, erläutert Andi gerade, als ein Auto ziemlich flott in den Parkplatz einbiegt. Marco und Freddy aus Haßfurt sind zwei leidenschaftliche Biker, die zwei- bis dreimal im Monat zum Kreuzberg kommen. „Der Tag ist viel zu schade, um noch länger im Bett zu liegen, da fahren wir lieber man hierher zum Biken“, grinst Freddy und setzt seinen Helm auf. Dass es am Kreuzberg einen tollen Flowtrail gibt, haben sie von ihren Freunden erfahren, Andi und seine Gruppen treffen sie auch regelmäßig. Man kennt sich und begrüßt sich freundlich per Handschlag, doch jetzt wollen die beiden erstmal zum Kreuzberg hochfahren, der Berg ruft.


Wir bremsen nicht nur für Hasen

Die beiden sind kaum hinter der Wegebiegung verschwunden, kommt eine Gruppe Wanderer aus dem Wald, schnurstracks queren sie, teils etwas rücksichtslos, die Übungsfläche der Bikerinnen und schwenken grölend Richtung Neustädter Haus ein, einige mit leeren Bierflaschen in den Händen.

Für diese Truppe haben die Radler nur ein müdes Lächeln übrig, jetzt sind die Bremsübungen an der Reihe. „Wir bremsen nicht nur für Hasen, sondern auch für besoffene Männer“, bringt es Andi grinsend auf den Punkt. Für ihn ist es ganz wichtig, dass auch beim Bremsen das Rad immer unter Kontrolle ist. Das Aufreißen der Piste muss unbedingt vermieden werden, „das hat ein guter Mountainbiker nicht nötig“! Wird falsch gebremst, reißt man mit dem Hinterrad die Oberfläche des Naturtrails auf, Regenwasser kann eindringen und führt zu Erosion.

Jetzt geht es zum Flowtrail Kreuzberg, dem längsten Bayerns ...

Andi Rohe weiß wovon er spricht, denn er ist einer jener MTB-Fahrer, die sich ehrenamtlich um den Erhalt und die Pflege des Flowtrails kümmern. Zum Saisonende muss die Strecke winterfest gemacht und im Frühjahr wieder gereinigt werden. Dieses Jahr musste nach dem großen Sturm fünf querliegende Bäume beseitigt werden. Hier arbeitet das Team vom Flowtrail in Absprache mit dem Förster der Stadt Bischofsheim, die den Flowtrail betreibt.
Doch mit dem Einsatz bei der Trail-Pflege belässt es Andi Rohe nicht, „10 Prozent der Kursgebühren gebe ich als freiwillige Leistung in die Flowtrailkasse“, damit hieraus wieder nötige Arbeiten und Anschaffungen bezahlt werden können.


Unterschiedliche Ansprüche

Die fünf Teilnehmerinnen des Techniktrainings haben ganz unterschiedliche Ansprüche an den Kurs. Betty aus Rothhausen bei Schweinfurt fährt bisher nur auf befestigten Wegen und möchte etwas sicherer im schweren Gelände werden. Alexandra aus Poppenhausen/Rhön fährt meistens Rennrad und will an ihrer Fahrtechnik arbeiten, Sandras Freund ist begeisterter Mountainbiker und sie möchte auf den gemeinsamen Touren mithalten können.

Nach dem etwa einstündigen Techniktraining auf dem Parkplatz geht es ein Stück bergab bis zum Einstieg des Flowtrails. Mittlerweile haben die meisten ihre Handschuhe und dicken Jacken abgelegt, die Sonne kommt nun mit wärmenden Strahlen durch die Wolken. Andi trägt immer noch die dicken rot-grün gemusterten Wanderkniestrümpfe, die zu seinem Markenzeichen geworden sind. Er lacht, „wenn es mir zu warm wird, schiebe ich sie nach unten, beim Bergabfahren auf schmalen Pfaden schützen sie mich vor Brennnesseln und Gestrüpp“!


Volksfeststimmung morgens um halb elf

Auf der anderen Seite des Fahrweges vom sogenannten Katzenbuckel zum Neustädter Haus marschieren immer wieder Wandergruppen gen Kreuzberg, durch die Baumwipfel sieht man einen Schwarm von Gleitschirmfliegern – reinste Volksfeststimmung am Kreuzberg, und das morgens um halb elf!

Neben der Trainingsgruppe von Andi Rohe sind noch viele andere Mountainbikefahrer unterwegs. Zwei bekannte Gesichter strampeln bereits wieder von unten auf der Asphaltstraße herauf und bleiben am sogenannten Pumptrail, einem Rundkurs von 12 bis 15 Metern Durchmesser, neben dem Einstieg zum Flowtrail stehen. Marco und Freddy warten, bis Andis Gruppe den ersten Abschnitt des Trails gefahren ist. Sobald ein Fahrtechnikkurs läuft, steht die Trailampel am Eingang immer auf „Gelb“, somit wissen die anderen Biker, dass sie vorsichtig einfahren müssen.

Fotos: ara

Bevor er mit seiner Gruppe in den Flowtrail einfährt, stellt er die Ampel am Einstieg auf „Gelb“, ein Zeichen für die anderen Nutzer, dass ein Kurs unterwegs ist und etwas Rücksicht genommen werden muss ...

Auf die Problematik mit querenden Wanderern angesprochen, nicken die beiden. „Ja, man muss einfach gegenseitig ein wenig Rücksicht nehmen und wenn ich Fußgänger sehe, bremse ich kurz an, deshalb habe ich nicht weniger Spaß am Biken“, erklärt Freddy. Für Fußgänger ist der Flowtrail übrigens tabu, er wurde speziell für MTB-Fahrer angelegt, die in einer geschmeidigen, fließenden Abfahrt den Berg hinunter fahren wollen.

Weiter unten neben dem Trail bekommen die Damen eine weitere Trainingseinheit. Anhalten, Ab- und Aufsteigen in jeder Situation. „Stell´ Dir vor, du fährst in den Alpen auf einem Single-Trail und daneben geht es steil den Abhang hinunter“, verdeutlicht Andi diese Übung und schickt die Radlerinnen über ein hügeliges Hindernis.

Der Pumptrail am Einstieg gibt einen kleinen Vorgeschmack auf den Flowtrail ...

Am Himmel sind bereits viele Gleitschirmflieger zu sehen, einer von ihnen wird im Laufe des Tages bis nach Frankreich fliegen ...

Beim Blick auf das Gelände seitlich des Trails fallen die blühenden Triebe des Seidelbasts ins Auge - für Co-Guide Dominik nichts Besonderes. „Wir Biker konzentrieren uns auf den Trail und nicht auf die Pflanzen der Umgebung, wir achten auf Sauberkeit und sammeln auch den herum liegenden Müll ein.“

Für Andi Rohe ein wichtiger Aspekt, den er immer wieder deutlich vermittelt, ist das Miteinander der verschiedenen Interessensgruppen und der respektvolle und schonende Umgang mit der unschätzbaren Ressource Natur.


Breites Grinsen im Gesicht

Schon während ihres Kurses bemerken die Radfahrerinnen, dass sie im Umgang mit ihrem Sportgerät Fortschritte machen. „Ich habe bereits jetzt viel für das Bergabfahren gelernt“, freut sich Alexandra. Im Laufe des vierstündigen Kurses absolvieren die Damen den kompletten Flowtrail, unterteilt in einzelne Abschnitte, um schlussendlich den ganzen Trail in einem Stück hinunter zu fahren.

Andi Rohe ist sehr zufrieden mit seinen Schülerinnen, „eine geschmeidige Truppe“ ist sein anerkennendes Lob der Damen. Und wie empfinden die Teilnehmerinnen den Kurs? Auf die Frage hin stellen sie sich unaufgefordert nebeneinander auf und heben - mit einem breiten Grinsen im Gesicht - den Daumen, gibt es ein besseres Lob Weitere Infos unter: www.rhoentrail.com und www.flowtrail-kreuzberg.de (ara)+++

Der Kreuzberg ist an einem Samstag wie diesem stark frequentiert, Marco und Freddy haben ihre erste Abfahrt schon hinter sich gebracht und machen am Pumptrail halt ...

Der Seidelbast interessiert die Radler nicht, deshalb kann er hier auch in Ruhe wachsen ...

Daumen hoch für einen gelungenen Technikkurs: von links Betty, Sandra, Alexandra, Christine, Jutta und Andi Rohe ...

Morgens um neun am Neustädter Haus am Kreuzberg bei 2 Grad, die Damen laden die Fahrräder aus. Alle Räder haben sogenannte Flatpadels, hier steht der Fuß unbefestigt auf dem Pedal ...

Vor dem Start wird die Technik der Räder überprüft ...


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