KALBACH "Ihr seid verrückt"

Ein Dorf heizt bio: Bioenergiedorf Heubach offiziell eingeweiht

04.05.15 - Es braucht einen Haufen "Verrückter" und eine große Portion Mut und Einsatz, um Großes zu bewegen. Ein nicht unerheblicher Faktor um große Pläne Realität werden zu lassen ist zudem das Glück - und davon haben die Heubacher viel. Im Jahr 2008 gründete sich in dem Örtchen mit rund 700 Einwohnern eine Initiativgruppe, die die Nase voll hatte von hohen Energiekosten und Abhängigkeit. Eine unabhängige Energieversorgung wollten sie schaffen und damit, wenn möglich, ganz Heubach versorgen. Eine wichtige Rolle bei ihren Überlegungen spielte auch der Gedanke der Nachhaltigkeit und so war die Idee einer Bioenergieanlage, versorgt mit Holzhackschnitzeln aus Altholz, geboren. 

Die Initiativgruppe ging auf die Heubacher zu und konnte bereits in den ersten Planungsmonaten einige Interessenten hinzugewinnen. 2009 wurde die "Bioenergiedorf Heubach eG" gegründet und der Wunsch nach autonomer Energieversorgung nahm konkrete Formen an. Am Sonntag blickten Initiativgruppe und Dorfgemeinschaft zurück. Feierlich konnte nun - sieben Jahre nach den ersten Schritten - das Bioenergiedorf feierlich eingeweiht werden. Was so leicht klingt, ist der Erfolg am eine eines langen Weges. Um ein solches Projekt zu stemmen braucht es ein stimmiges und vor allem nachvollziehbares Konzept, engagierte Helfer und "unverschämt viel Glück", wie auch Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Peter Kraushaar am Sonntag zu erklären vermochte. 

Ein Silo voller (Holz-)Energie ... Fotos: Sabrina Ilona Teufel

Viele Zweifel habe es anfangs in der Dorfgemeinschaft, aber auch bei den Initiatoren selbst gegeben. Ob eine solche Anlage überhaupt funktionieren und das gesamte Dorf zuverlässig mit Wärme versorgen würde, habe man sich gefragt. Ein Teil der Bevölkerung wollte es genau wissen und so konnte die Initiativgruppe 10.000 Euro für eine unabhängige Studie sammeln, die bestätigte, dass das Projekt technisch und wirtschaftliche darstellbar sei. Mit den guten Nachrichten jedoch kam auch die nächste Hürde: nun mussten zwei Millionen Euro her und das bestenfalls ohne Sicherheiten und Bürgen. Die VR Genossenschaftsbank entpuppte sich als wahrer Glücksbringer für die Heubacher und finanzierte das Projekt. Es folgte ein Zuwendungsbescheid für Biomassefeuerungsanlagen in Höhe von 63.300 Euro und 145.750 Euro Förderung des Demonstrationsvorhabens "Holzvergaseranlage in Heubach". Insesamt 2,4 Millionen Euro kostete das Mammutprojekt, das Heubach nun zum Leuchtturm der Region in puncto nachhaltige Energieversorgung gemacht hat. 

Fotos: Sabrina Ilona Teufel

Verdammt viel Glück, das bis heute kein Ende gefunden hat. Heute sind etwa 100 Haushalte in Heubach an das Netz angeschlossen. Der erste Winter unter vollem Einsatz der Anlage ist vollkommen störungs- und unterbrechungsfrei vergangen. Die Versorgungspreise für die beteiligten Haushalte stimmen und die Einspeisung in das Netz der RhönEnergie liegt sogar deutlich über dem errechneten Wert. 

"Das ist ein Riesenbeitrag zum Umweltschutz", sagt Staatssekretär Mark Weinmeister, der eigens zu den Feierlichkeiten am Sonntagnachmittag nach Heubach gekommen war. 400.000 Liter Heizöl werden ihm nach in Heubach nun jährlich eingespart. Im waldreichen Hessen sei hingegen der Rohstoff Holz reich vorhanden und werde hier optimal genutzt. Die Heubacher selbst zeigen sich stolz und nutzen das Festwochenende nicht nur zum Feiern, sondern auch für zahlreiche Informationsveranstaltungen rund um Bioenergieanlagen. Damit vielleicht auch andere Ortschaften sich ein Beispiel an den "verrückten" Heubachern und ihrem mutigen Schritt nehmen. (Sabrina Ilona Teufel)+++

Und so entstehen die Hackschnitzel ...

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