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Am Sonntag, 6. September, bitten die Handball-Herren des TVH zu einem hochkarätig besetzten Vorbereitungsturnier in die Bad Hersfelder Geistalhalle. - Fotos: TVH

SPORT Der Turnverein Hersfeld macht sich fit für die Zukunft

167 Jahre Tradition, Herzblut, Leidenschaft und ein gesellschaftlicher Auftrag

26.08.15 - Der Turnverein Hersfeld (TVH) 1848 e.V. ist eine Institution in der Lullusstadt. Er ist nicht nur der größte und einer der ältesten Sportvereine im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, sondern auch einer der vielfältigsten. 90 Trainingstermine pro Woche, 80 Übungsleiter und 1.500 Mitglieder – davon sind etwa 50 Prozent unter 18 Jahre alt –sprechen für sich. Das Repertoire reicht von Badminton, Basketball, Faustball, Fitness/Gesundheit, Reha-/Seniorensport über Handball, Judo, Ju-Jutsu, Karate, Schwimmen bis hin zu Tischtennis, Turnen und Volleyball. Wahrlich eine echte Hausnummer.

Kaum ein Mückenstürmer, der nicht mit den heimstarken Handballjungs mitfiebert, die in der Landesliga Nord spielen, oder den Turnern die Daumen drückt, die übrigens die größte Abteilung des TVH bilden. TVH – das sind 167 Jahre Tradition, 167 Jahre Leidenschaft, 167 Jahre Herzblut, 167 Jahre Schweiß und manchmal vielleicht auch Tränen. Und das immer mit dem Ziel, für alle sportbegeisterten Bad Hersfelder ein attraktives und breites Angebot zu schaffen. Momentan wappnet sich der Verein für das Morgen. „Wir machen uns fit für die Zukunft“, sagt Michael Kranz, der seit Ende März das Amt des ersten Vorsitzenden bekleidet und den langjährigen Kopf des TVH, Ulrich Dähn, ablöste. „Ein Großverein mit einer solchen Tradition muss einfach gut dastehen.“ Zurzeit sei der TVH bestens aufgestellt. Man könne auf einen gesunden Breitensportverein mit motivierten Mitgliedern, erstklassigen Übungsleitern und engagierten Funktionären blicken. Nicht zu vergessen: die sanierte und vereinseigene Sportstätte, die Jahnhalle in der August-Gottlieb-Straße.

Dennoch dürfe man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen– gerade vor dem Hintergrund, dass hiesige Vereine Nachwuchssorgen plagen. „Wir müssen den sich vollziehenden gesellschaftlichen Wandel und die Veränderung innerhalb der Kommunikationsform berücksichtigen“, betont Werner Hampe, zweiter Vorsitzender des TVH. „Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir die Kinder und Jugendlichen, aber auch deren Eltern ansprechen.“ Die größte Herausforderung: „Wie bewerkstelligen wir es, die Kids von zu Hause abzuholen und in unsere Sporthalle zu locken?!“, meint Michael Kranz, um zu unterstreichen, dass der TVH auf eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Vorstandsmitgliedern zurückgreifen könne. Besonders stolz ist der Verein auf seine Jugendförderung, die Satzungszweck ist. Aushängeschilder sind beispielsweise das Jugend- und Kinderturnen, Mini-Handball und der Basketball-Nachwuchs.

„Wir sind ein Verein für jedermann, für alle sozialen Schichten und jegliche Altersklassen. Wir bieten alles – außer Fußball“, erläutert der erste Vorsitzende. Vor diesem Hintergrund erachtet es der 30-jährige Rechtsanwalt als wichtig, mit dem Trend der Zeit zu gehen und nach neuen Angeboten Ausschau zu halten. „Das heißt aber keineswegs, dass wir den TVH komplett umkrempeln wollen.“ Offen für Neues sein, lautet das Credo. „Wenn es in der Festspielstadt Sportgruppen gibt, die einen Vereinsrahmen suchen, können sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen“, ergänzt Werner Hampe, um zugleich auf ein angestrebtes Unterfangen zu verweisen, das 2016 realisiert werden soll: die Kooperation mit der benachbarten Kindertagesstätte „Abenteuerland“. „Die Kleinen können dann unter fachmännischer Leitung in der Jahnhalle Sport treiben“, erklärt der zweite Vorsitzende. Ein weiteres Projekt, das bis zum Jahreswechsel abgeschlossen sein soll, verkörpert die Neugestaltung des Internetauftritts. „Das ist zwingend erforderlich, um uns einheitlich präsentieren zu können.“

Apropos Einheit: Für den TVH-Vorstand liegt es auf der Hand, dass ein Traditionsverein mit solch einer Größe, einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen hat. „Wie wir bereits erwähnt haben, legen wir sehr viel Wert darauf, uns für die Bürger der Stadt einzusetzen.“ Dennoch müsse man, gerade in Zeiten, in denen immer mehr Flüchtlinge in unseren Gefilden Schutz suchen, über den Tellerrand blicken. „Integration ist ein außerordentlich bedeutsames Thema“, betont Werner Hampe. „Natürlich werden wir uns dem stellen. Wenn jemand bei uns anklopft, sagen wir selbstverständlich: ‚Herzlich willkommen!‘.“

Herzlich willkommen heißt der TVH auch die Handballfans, die am Sonntag, 6. September, in die Bad Hersfelder Geistalhalle strömen werden. Zwischen 11 und 18 Uhr erwartet die Besucher ein hochkarätig besetztes Vorbereitungsturnier auf die kommende Landesliga-Saison. An diesem Tag geben der Hünfelder SV, MT Melsungen II, RW Babenhausen II dem Gastgeber, der 1. Handball-Männermannschaft des TVH, die Ehre. Nähere Infos können auf http://tv-hersfeld-1848.net/ abgerufen werden. Auskunft über den Turnverein Hersfeld 1848 e.V. erteilen gerne die Mitarbeiter der Geschäftsstelle in der August-Gottlieb-Straße 1, die außerhalb der Ferien ihre Pforten montags, dienstags, donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr geöffnet hat und telefonisch unter 06621/3640 zu erreichen ist. (Stefanie Harth) +++


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