11.09.15 - Dominik Rummel hatte den Traum, den viele Nachwuchskicker im Lande haben: sein Hobby zum Beruf machen und mit dem Fußball seine Brötchen verdienen. Sein Talent verhalf ihm einst in die Jugend- und Reservemannschaften von Eintracht Frankfurt und Greuther Fürth. Nun läuft er seit zwei Jahren für den TSV Lehnerz auf und war mit seinen Toren maßgeblich für die jüngsten Erfolge verantwortlich.
"Den Anspruch habe ich ja auch an mich selbst. Patrick Schaaf und die anderen Leistungsträger haben auch höherklassig gespielt und das sollte man dann auch sehen", entgegnet Rummel angesprochen auf seine Rolle als Torjäger des Hessenligisten. Dort ist er seit seiner Ankunft absoluter Leistungsträger, auch wenn er zunächst mit einer Verletzung an die Richard-Müller-Straße kam. Die hatte er sich in der zweiten Mannschaft der Frankfurter Eintracht zugezogen. Überhaupt verlief sein zweites Gastspiel in der Mainmetropole nicht so wie erhofft. "Ich war oft verletzt und habe gemerkt, dass es schwierig wird. Zumal ich hier in der Region eine Ausbildung angefangen habe", erzählt Dominik Rummel. Der angehende Kaufmann legte den Fokus fortan auf die berufliche Perspektive und entschied sich für Lehnerz, wo er Beruf und höherklassigen Fußball gut miteinander verbinden konnte.
Doch zuvor durfte Dominik Rummel durchaus an den Sprung in den Profifußball glauben. Aus der Jugend von Lütter stammend wechselte er von Bronnzell aus in die A-Jugend der Eintracht. "Ich habe in Frankfurt ein gutes Jahr gehabt und mit Fürth den richtigen Schritt gewählt", sagt Rummel, den es ein Jahr später ins Frankenland zog. Die Ausbildung beim "Kleeblatt" genießt deutschlandweit einen sehr guten Ruf und es schien die richtige Entscheidung zu sein. Rummel lief für die Reserve der Spielvereinigung auf und nahm regelmäßig am Training der ersten Mannschaft teil. "Anfangs habe ich noch im Regionalliga-Kader gespielt, aber bei den Profis lief es nicht. Dann wurden drei neue Stürmer geholt und die erste Mannschaft war relativ weit weg, obwohl man am Anfang noch auf Tuchfühlung war", beschreibt Rummel seine Zeit in Franken. Es folgte die Rückkehr zur Frankfurter Eintracht, bei der er aufgrund von Verletzungen nur wenige Einsätze in der zweiten Mannschaft bekam. Es reifte der Entschluss, die unsichere Karriere im bezahlten Fußball aufzugeben und sich ein berufliches Standbein aufzubauen. „Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung gemacht und mit Profis zusammen gespielt habe. Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen will", blickt Rummel zufrieden und stolz zurück. Er hat mit Spielern wie Johannes Geis, Felix Klaus, Marc Stendera und Sonny Kittel zusammen gespielt, die nun Karriere in der Bundesliga gemacht haben. "Mit manchen schreibe ich ab und zu noch im Whattsapp", sagt Rummel.

Ungewohnte Rolle:Rummel (li.) nur auf der Bank, aber dennoch Pierre Mistrettas erster ...Archivfoto: Hendrik Urbin
Beim TSV Lehnerz ist er im Sturmzentrum die unangefochtene Nummer eins und zahlt sein Vertrauen mit zahlreichen Treffern zurück. Doch zuletzt fand sich der Stürmer vereinzelt auf der Bank wieder. Ausgerechnet im Derby gegen Borussia musste er für Kemal Sarvan weichen. "Es war eine Entscheidung vom Trainer, die habe ich akzeptiert. Mit der Aufstellung von Kemal hat er alles richtig gemacht, das hat mich auch gefreut", sagt Rummel über seine ungewohnte Rolle. "Es war überraschend, keine Frage, aber trotzdem weiß ich, was die Mannschaft an mir hat und umgekehrt." Auch im Pokal gegen Borussia musste er zunächst auf der Bank Platz nehmen, diesmal, weil er angeschlagen war. "Da wollte ich eigentlich gar nicht spielen", so der Stürmer, der kurz nach seiner Einwechslung den Siegtreffer besorgte.
Nach sieben Begegnungen in der Hessenliga gehen vier Tore auf das Konto Rummels, der letzte Woche beim 3:0-Erfolg in Stadtallendorf zwei Treffer beisteuerte. Nun erwarten die Lehnerzer am Samstag (15 Uhr) Aufsteiger Hessen Dreiech, vor dem Rummel gehörigen Respekt hat "Sie sind eine der stärksten Mannschaften der Liga, die von den Ambitionen her oben mitspielen will. Es ist ein Duell auf Augenhöhe“, erwartet Rummel eine enge Partie. Vor allem auf Stürmer Khaibar Amani gelte es aufzupassen. "Er ist einer der Besten der Liga."
Dass die Mannschaft von Trainer Thomas Epp bisher nur einen Sieg einfuhr und auf Rang 13 rangiert, solle man nicht überbewerten. "Das ist zweitrangig. Die Saison ist ja auch noch relativ jung“, mag Rummel von der Tabellensituation nichts wissen. Auch das Aus im Hessenpokal sei abgehakt. "Natürlich war die Niederlage ärgerlich und unnötig, aber das spielt am Samstag – denke ich – keine Rolle mehr. Wir werden eine Mannschaft auf den Platz stellen, die alles dafür geben wird, Dreieich zu schlagen", verspricht Rummel. Der Stürmer feierte vor Kurzem seinen 22. Geburtstag - ein Sieg am Samstag wäre das passende Geschenk. "Da hätte ich nichts dagegen", lacht Dominik Rummel. (Tobias Herrling)+++ 