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- Fotos: Hans-Hubertus Braune

FULDA THW, DRK und Bundeswehr arbeiten Hand in Hand

Ex-Max-BAHR-Baumarkt: Warme Unterkunft für 800 Flüchtlinge im Plan

16.10.15 - Im THW-Hubwagen sitzt ein Bundeswehrsoldat, während zwei seiner Kollegen eine Plexiglasplatte anbringen. Nebenan sägen, bohren und schrauben weitere Soldaten. Sie bauen die Betten eines schwedischen Möbelhauses zusammen. Andere streichen in einem abgegrenzten Bereich die Wohnkabine mit Latex-Farbe. Es ist mächtig was los im ehemaligen Max Bahr-Baumarkt in Fulda. Und die Stimmung unter den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräften ist bestens. "Die Männer machen das hier gerne. Sie sind mit vollem Engagement dabei. In unserer Einheit sind alles Leute, die eine handwerkliche Ausbildung haben", beschreibt Hauptfeldwebel Marko Schönfeld.

Mit 50 Mann ist der Pioniertrupp des Panzerpionierbataillon 1 der Bundeswehr aus Holzminden am Montagmittag in Fulda angerückt, um beim Aufbau der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Baumarkt zu helfen (siehe auch rechts "Mehr zum Thema"). Bis zu 800 Menschen aus den Krisengebieten sollen hier in Kürze einziehen.

Die Spezialisten der Bundeswehr unterstützen die Einsatzkräfte der osthessischen Ortsverbände des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Rotes Kreuzes und regionaler Betriebe beim Aufbau der Flüchtlingsunterkunft. Wie berichtet, hatte das hessische Innenministerium am vergangenen Freitag entschieden, das Gelände in der Kreuzbergstraße bis zum Mai 2017 anzumieten. Nach jetzigem Stand sollen die Flüchtlinge aus der Zeltstadt im Münsterfeld möglichst bald umziehen. Ob danach die Zelte auf dem Parkplatz vor dem Polizeipräsidium abgebaut werden, ist derzeit zumindest offiziell noch nicht klar. In den Ministerien hält man sich mit Aussagen zurück - angesichts der insgesamt immer neuen Flüchtlingszahlen kein Wunder.

In der Kreuzbergstraße in Fulda läuft derweil alles nach Plan. Oliver Renz vom Technischen Hilfswerk Neuhof ist derzeit ein gefragter Mann auf dem Gelände. Er ist Einsatzleiter und hilft bei den diversen Fragen. "Wir werden wohl noch das Wochenende brauchen, bis die Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Bis wir das Gelände dem Betreiber übergeben können, wird es wohl Ende nächster Woche", wagt Renz im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch einen Ausblick. Die Manpower vor Ort ist vorhanden, die Lieferung der Baustoffe ist das Problem. Die Lager der Lieferanten sind praktisch leer. Trennwände, Bettgestelle, Decken, sanitäre Einrichtungen und vieles mehr muss für 800 Menschen beschafft werden. In den 116 Kabinen werden jeweils bis zur vier Doppelstockbetten aufgestellt. "Das war am Anfang gar nicht so einfach. Aber die Jungs haben das super hinbekommen. Die Betten sind jetzt stabil", berichtet Samira Kraus, Pressesprecherin des THW vor Ort von der "Klasse-Zusammenarbeit".

Die Jungs der Bundeswehr schlafen übrigens während ihres Baueinsatzes in dem Gebäude. "Sie sind es gewohnt, auf Feldbetten zu schlafen", sagt Schönfeld. In weißem Schutzanzug streicht er gerade die Wände im abgegrenzten Bereich mit Latex-Farbe. Dort sollen Menschen isoliert untergebracht werden, die mit ansteckenden Krankheiten kommen. "Diese Bereiche müssen extra geschützt werden. Alles unterliegt den Hygienevorschriften", sagt Kraus weiter. In der Halle herrscht eine angenehme Wärme, die Bedingungen sind den Umständen entsprechend gut.

Neben den Wohnbereichen in der großen Halle entstehen die Bereiche für sanitäre Anlagen, Umkleidebereiche und die Verpflegungsstation mit Teeküchen. Ob die einzelnen Kabinen mit Türen oder einem Vorhang vom Durchgang abgeschirmt werden, ist noch unklar. Jede Kabine hat aber eine Zimmerlampe und Steckdosen. Innerhalb weniger Tage entsteht im ehemaligen Max-Bahr also eine Unterkunft für 800 Flüchtlinge. Trotz des engen Zeitplans und der Spontanität imponiert die positive Stimmung der Helfer, die Hand in Hand arbeiten und damit zeigen, was alles möglich ist.

Bürgerinformation am kommenden Dienstag

Viele Fragen und Anregungen haben die Verwaltung inzwischen zu diesem Themenkomplex erreicht. Aus diesem Grunde laden das jetzt zuständige Regierungspräsidium Kassel gemeinsam mit der Stadt Fulda zu einer Bürgerinformation am kommenden Dienstag, 20. Oktober 2015 um 18 Uhr Uhr in den Pfarrsaal der Pfarrgemeinde St. Maria Rosenkranz in der Maulkuppenstraße 21 ein. Als Gesprächspartner stehen der Kasseler Vize-Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber sowie Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und weitere Fachleute zur Verfügung. „Uns ist der Austausch mit Anwohnern und Interessierten aus der Bürgerschaft sehr wichtig, vor allem aber die Information“, betonen das Regierungspräsidium Kassel und Fuldas OB Dr. Heiko Wingenfeld. (Hans-Hubertus Braune und Johannes Alt / pm) +++


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