30.10.15 - Acht Siege am Stück: der TSV Lehnerz eilte in den letzten Wochen von Erfolg zu Erfolg und hat sich auf Rang zwei in der Tabelle hochgearbeitet. Die harte Vorbereitung scheint sich auszuzahlen, denn die Schützlinge von Henry Lesser entschieden viele Spiele erst in der Schlussphase. Zuletzt kam der TSV zu einem umkämpften 2:1-Sieg in Griesheim. Der eingewechselte Jan-Niklas Jordan besorgte mit seinen ersten beiden Saisontreffern den nächsten Dreier.
Auf elf Einsätze kommt der 22-Jährige in der laufenden Spielzeit, die meisten davon waren aber nur Kurzeinsätze. den Sprung zur Stammkraft hat Jordan bislang noch nicht gepackt. "Es gab in den letzten Wochen ja auch keinen Grund, etwas zu ändern, weil es bei der Mannschaft gut lief", sagte Jordan im Vorfeld der Begegnung am Samstag (15 Uhr) gegen Rot-Weiß Hadamar. "Zudem hatte ich zuletzt mit einer Kapselprellung im Zeh zu kämpfen und war dann auch krank. Daher konnte ich nicht so die Konstanz zeigen, die man braucht", versucht sich Jordan an einer Erklärung.
Am vergangenen Wochenende war Jan-Niklas Jordan, der nur "JJ" gerufen wird, dann aber Mittendrin statt nur dabei: in Minute 72 eingewechselt, traf er fünf Minuten später zum Ausgleich und ließ acht weitere Minuten später den Siegtreffer folgen. "Das war natürlich ein überragendes Gefühl und gibt Selbstvertrauen", blickt Jordan freudig auf das Gastspiel zurück. Ansprüche stellte er deswegen aber keine: "Ich versuche immer, mich zu empfehlen und die nächste Chance zu nutzen." Dass sich sein TSV zuletzt in Top-Form präsentierte, kommt für den Studenten wenig überraschend: "Dass wir erst im Oktober ins Rollen kommen, ist fast schon normal. Da macht sich dann die harte Vorbereitung bezahlt", zeigt Jordan einen Grund auf, nennt aber noch einen weiteren. "Aber auch das Hurricane-Training, das wir zweimal pro Woche machen, trägt seinen Beitrag dazu bei", weiß Jordan um die Erfolge des intensiven Athletiktrainings von Michael Franz.
Am Samstag gastiert mit Rot-Weiß Hadamar eine Mannschaft an der Richard-Müller-Straße, die in der letzten Spielzeit Lehnerz ärgster Konkurrent um Platz zwei war. Nun liegen die Schützlinge von Walter Reitz lediglich im Mittelfeld der Tabelle. "Hadamar ist für mich immer noch eine Spitzenmannschaft, die wir keinesfalls unterschätzen dürfen", warnt Jordan und ergänzt. "Das ist aber in der Hessenliga generell so, wenn du eine Mannschaft unterschätzt, wirst du es schwer haben, zu gewinnen." Dass der TSV Lehnerz die Ausfälle einiger Leistungsträger kompensieren konnte, spreche - so Jordan - für den Kader: "Das sind Spieler, die nur schwer zu ersetzen sind. Aber es macht sich bezahlt, dass wir einen breiten Kader haben."
Dass Jan-Niklas Jordan, der aus Kleinlüder stammt und über Petersberg, Bronnzell und Borussia Fulda nach Lehnerz kam, bislang weniger zum Zuge kam, liegt auch der Systemumstellung. "In der Dreierkette müssen die Verteidiger viel defensiver spielen und ich bin ja eher ein offensiverer Typ. Das habe ich noch nicht oft gespielt", so Jordan, der an der FH in Fulda im zweiten Semester 'Internationale BWL' studiert. "Nächstes Jahr muss ich einen Schwerpunkt wählen, das wird der Bereich Management/Marketing sein", berichtet Jordan aus seinem Studium. Ob Jan-Niklas Jordan für seinen Doppelpack belohnt und am Samstag in der Startformation stehen wird steht noch nicht fest - sollte es aber so laufen wie in Griesheim, hätte er sicherlich nichts dagegen. (Tobias Herrling) +++