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ON|Sportvolontär Tobias Herrling (rechts) im Gespräch mit Tarek Bary (links) und Marc Weber - Fotos (4): Carina Jirsch

WASSERBALL Herausforderung Bundesliga

Wasserfreunde BARY & WEBER: "Wir müssen an einem Strang ziehen"

19.11.15 - In diesem Sommer gelangen den Wasserballern der Wasserfreunde Fulda die direkte Rückkehr in die 1. Bundesliga. Nachdem 2013 die erste Rückkehr ins Oberhaus nach langen 29 Jahren geschafft wurde, soll dieses Mal der Klassenerhalt in der B-Staffel gelingen. Neben einigen Neuzugängen gab es auch im Kapitänsamt Änderungen: Marc Weber löste Tarek Bary ab. ON|Sport hat sich mit beiden zum Interview getroffen.


ON|Sport: Vier Spiele, vier Niederlagen: der Saisonstart ist euch nicht geglückt, auch wenn zuletzt die Formkurve nach oben ging. Warum fällt es Aufsteigern so schwer, sich in der Liga zu akklimatisieren?

Marc Weber: „Ich weiß nicht, warum es so schwer ist, sich umzustellen. Wir wussten, dass der Unterschied extrem groß ist. Was ich krass finde ist, wie viel stärker die oberen Mannschaften körperlich und konditionell sind. Die können vier Viertel durchgehend Gas geben. In der zweiten Liga war das nicht so. Da konnten Mannschaften ein, zwei Viertel das Tempo halten und wir haben das dann noch gewuppt. Wir haben das gerade in Neukölln gemerkt, wo wir die ersten beiden Viertel gut mitgehalten haben und es dann stark bergab ging. Da halten die Teams in der ersten Liga das Tempo hoch.“

ON|Sport: Aber die Mannschaft müsste doch fit sein?

Marc Weber: (lacht) „Naja, man merkt schon, dass der ein oder andere noch Nachholbedarf hat. Wir hatten in der Vorbereitung Schwimmeinheiten, wo nicht das ganze Team da war. Gerade beim reinen Schwimmtraining am Montag müssen wir noch mehr investieren.“

Derzeit ist Tarek Bary noch verletzt, hofft aber, bald wieder eingreifen zu können ...

Der Neue und der Alte: Marc Weber (links) löste Tarek Bary als Kapitän ab ...Fotos (3): Christian P. Stadtfeld

ON|Sport: Herr Bary, vor der Saison löste Marc Weber Sie als Kapitän ab. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Tarek Bary: „Es war jetzt langsam mal an der Zeit gewesen und hat jetzt auch ganz gut gepasst, weil eine ganze Reihe an jungen Spielern wirklich einen großen Sprung gemacht hat. Der Kern der Mannschaft hat sich stark verjüngt und dann war es nur folgerichtig, dass der Kapitän aus diesem Kern kommt.“

ON|Sport: Ein Generationswechsel sozusagen, dass die Jungen in eine verantwortlichere Rolle geschoben werden?

Tarek Bary: „Genau. Das war jetzt mal fällig und ist auch gut so.“

ON|Sport: Herr Weber, wie waren die ersten Wochen als Kapitän? Was hat sich denn für Sie verändert?

Marc Weber: „So riesige Veränderungen sind eigentlich nicht zu erkennen, weil – wie Tarek schon sagte – viele von den jungen Spielern hochkommen. Ich war auch in der Jugend schon meistens Kapitän. Dass man Verantwortung übernimmt ist klar, aber das habe ich davor auch schon probiert.“

ON|Sport: Herr Bary, unter Ihrer „Regie“ gelang die Rückkehr in die Bundesliga nach 29 Jahren. Herr Weber, unter Ihnen könnte diesmal der Klassenerhalt gelingen. Ist das zusätzlicher Ansporn?

Marc Weber: „Auf jeden Fall. Der Klassenerhalt ist Ziel Nummer eins und da werden wir alles für geben. Dass es schwer wird, wissen wir. Aber ich denke, dass wir von der Mannschaft her größeres Potential haben als vor zwei Jahren. Aber ich glaube auch, dass es in der Liga weniger Abstiegskandidaten gibt. Trotzdem haben wir natürlich eine Chance, wenn wir daheim ordentlich Punkte holen.“

ON|Sport: Der Spielplan meinte es nicht gut mit Euch mit fünf Auswärtsspielen aus den ersten sieben Begegnungen. Welche Rolle spielt das für einen Sportler?

Tarek Bary: „Ich glaube keine so große. Bei den ersten Spielen war es einfach so, dass Potsdam und Neukölln außerhalb unserer Reichweite waren. Es wäre natürlich besser gewesen, wenn wir enger gespielt hätten. Aber mit den Erwartungen dahin zu fahren, dass wir gewinnen, ist unrealistisch. Gut ist, dass wir die wichtigen Heimspiele spät in der Saison haben, weil wir uns da möglichst gut akklimatisiert haben sollten. Man braucht einfach eine gewisse Anlaufphase in dieser Liga …“

Marc Weber: „… das hat man auch vor zwei Jahren extrem gemerkt. Ich weiß nicht, ob wir mehr Punkte geholt hätten, wenn wir die fünf Spiele zu Hause gehabt hätten. Vor zwei Jahren haben wir gegen Ende der Saison noch einmal eine Schippe drauflegen können und dann in den Play-Offs eine ordentliche Leistung zeigen können.“

Marc Weber legte im Sommer sein Abitur ab, nun startet er erst einmal in der Bundesliga ...

Tarek Bary (rechts) kann derzeit nur vom Beckenrand eingreifen ...

... und konnte die vier Niederlagen von Marc Weber & Co. nicht verhindern ...

ON|Sport: Am Wochenende steht das zweite Heimspiel gegen Cannstatt auf dem Programm. Was wissen Sie von dem Gegner, inwieweit ist er Ihnen bekannt?

Tarek Bary: „Vor zwei Jahren hat Cannstatt noch in der A-Liga gespielt, von daher gab es keinen direkten Kontakt. Aber wir haben immer wieder mal Testspiele gegen sie absolviert und wir kennen sie noch aus der Zeit, in der sie mit uns zweite Liga gespielt haben.“

ON|Sport: Wie schätzen Sie die Chancen ein, den ersten Sieg zu landen?

Tarek Bary: „Sie sind personell geschwächt, haben einige Abgänge zu verzeichnen. Auch die Ausländer-Positionen sind im Moment – glaube ich – nicht gut besetzt. Die Chancen stehen nicht schlecht, aber es ist wie in jedem Spiel in der Bundesliga: vier Viertel müssen zu einhundert Prozent passen. Dann hat man auch wirklich eine Chance.“

ON|Sport: Eine grundlegende Frage: Ist es mit den Fuldaer Mitteln überhaupt möglich, sich in der Liga zu etablieren?

Marc Weber: „Wir können natürlich nicht davon ausgehen, dass wir mit Fulda um die Deutsche Meisterschaft spielen. Aber Plauen, das auch lange in der zweiten Liga gespielt hat hat es zum Beispiel gezeigt, dass es auch mit vielen einheimischen Spielern möglich ist, diese Liga zu halten. Mittlerweile haben sie auch mit finanziellen Mitteln nachgerüstet. Aber den Verbleib in der B-Liga zu schaffen, ist glaube ich auch mit den Fuldaer Mitteln möglich. Wir müssen alle an einem Strang ziehen und dann können wir das packen.“

ON|Sport: Herr Bary, Sie sind derzeit noch verletzt. Wann können Sie wieder eingreifen?

Tarek Bary: „Das kann noch etwas dauern. Es heilt leider etwas langsamer als gedacht. Aber ich hoffe, dass ich zur Rückrunde wieder fit bin.“

ON|Sport: Herr Weber, Sie haben im Sommer Ihr Abitur gemacht. Wie sieht Ihre berufliche Planung aus?

Marc Weber: „Momentan absolviere ich ein Praktikum im Klinikum, damit bin ich Ende November fertig. Eigentlich wollte ich ins Ausland, aber durch den Aufstieg jetzt habe ich das verschoben. Ich werde mich jetzt orientieren und schauen, wo es hingeht. Vielleicht auf die Sporthochschule, das muss ich abwarten.“

Vielen Dank für das Gespräch! (Tobias Herrling) +++


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