07.12.15 - Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell besiegt am 10. Spieltag den Tabellenführer der Tischtennis Bundesliga (TTBL) TTF Liebherr Ochsenhausen überraschend deutlich mit 3:0. Neuer Spitzenreiter ist der 1. FC Saarbrücken TT, der gegen Aufsteiger ASV Grünwettersbach jedoch seine Mühe hat. Überraschend deutlich gewinnt auch der TTC Zugbrücke Grenzau, Borussia Düsseldorf gelingt ein Pflichtsieg.
Keine Frage: Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ist das Team der Stunde. Dem bisherigen Tabellenführer, den TTF Liebherr Ochsenhausen, ließen die Osthessen am Sonntagnachmittag beim 3:0-Heimerfolg in der heimischen HUBTEX-Arena letztlich keine Chance und feierten somit den bereits siebten Sieg in Folge. Nach Wang Xis Auftaktsieg gegen Liam Pitchford drehte Ruwen Filus im Duell mit Simon Gauzy in beeindruckender Manier einen 0:2-Satzrückstand. Gegen einen allzu deutlichen Fuldaer Sieg hatte Ochsenhausens Nummer drei Jakub Dyjas nach der Pause jedoch etwas einzuwenden: Erst im fünften Satz unterlag der junge Pole Fuldas Jonathan Groth. „Alle drei haben heute sehr gut gespielt“, lobte Fuldas Trainer Qing Yu Meng. „Dass Ruwen gegen die Nummer eins des Gegners gewinnen konnte, war natürlich besonders wichtig.“
Den Ochsenhäuser Ausrutscher nutzte der 1. FC Saarbrücken TT, der dank eines hart umkämpften 3:1-Erfolgs gegen Aufsteiger ASV Grünwettersbach nun neuer Tabellenführer ist. Doch der Weg zurück an die Spitze war vor allem für Saarbrückens Nummer eins Tiago Apolonia mehr als nur steinig. „Tiago hatte heute nicht seinen besten Tag“, musste auch Trainer Slobodan Grujic zugeben. Im Duell mit seinem portugiesischen Nationalmannschaftskollegen Joao Geraldo musste sich Apolonia im zweiten Einzel überraschend geschlagen geben (1:3), bekam jedoch nach Adrien Mattenets Sieg gegen Alvaro Robles die Chance zur Wiedergutmachung. Und die nutzte der 29-Jährige: Samuel Walker, zuletzt Matchwinner in Düsseldorf, konnte gegen Apolonia nicht an seine Leistung aus der Vorwoche anknüpfen und unterlag mit 1:3. „Wir wussten, dass uns ein schweres Spiel erwartet. Insgesamt kann ich meine Mannschaft allerdings loben, die Einstellung hat heute gestimmt“, so Grujic.
Ein ziemlich unerwartetes Nikolausgeschenk machte sich der TTC Zugbrücke Grenzau mit einem klaren 3:0-Sieg gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt – nach zuvor fünf Niederlagen in Folge. Der Schlüssel zum Erfolg? Zweifelsohne der starke Auftritt von Liang Qiu, der im zweiten Einzel Bergneustadts Nummer eins Steffen Mengel nach einem Wechselbad der Gefühle knapp mit 3:2 bezwingen konnte. Im Entscheidungsdurchgang vergab der 20-Jährige zunächst noch vier Matchbälle, ehe er in der Verlängerung die Nerven behielt und für die vorentscheidende 2:0-Führung der Gastgeber sorgte. „Mengel ist einer der besten Bundesligaspieler. Ihn zu schlagen, ist für Liang ein Riesenerfolg“, freute sich Grenzaus 1. Vorsitzender Manfred Gstettner.
In einem engen Duell gegen Ricardo Walther hatte dann der wiedererstarkte Andrej Gacina das bessere Ende für sich und siegte ebenfalls mit 3:2. Während Grenzau damit seine lange Durststrecke beendet, muss Bergneustadt im Kampf um die Play-off-Plätze einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht und hatten uns mehr ausgerechnet“, so Mengel. „Letztendlich lag es an mir. Das Spiel gegen Liang durfte ich nicht verlieren.“
Den vierten und damit letzten Play-off-Platz schnappte sich der immer noch ersatzgeschwächte Rekordmeister Borussia Düsseldorf mit einem 3:1-Erfolg gegen Schlusslicht Post SV Mühlhausen. Nachdem Patrick Franziska nach seiner Armverletzung nicht rechtzeitig fit geworden war, sprang erneut Trainer Danny Heister ein und kassierte gegen Bohumil Vozicky die einzige Niederlage seines Teams (0:3). Erfolgsgarant der in der Champions League am Freitag noch glück- und sieglosen Borussia war Panagiotis Gionis. Der Grieche bezwang im zweiten Einzel zunächst Ovidiu Ionescu und bewies dann auch im Duell mit Lars Hielscher seine Klasse, als er vier Satzbälle der Mühlhäuser Nummer eins abwehren konnte. „Wir haben in der ganzen Woche auf diese Partie hingearbeitet und wurden dafür belohnt. Besonders Panos, der heute unser Matchwinner war. Ich bin stolz auf die Mannschaft, die nach den vielen Rückschlägen der vergangenen Tage und Wochen den Kopf nicht hängen lässt“, freute sich Heister.
Den 10. Spieltag beschließen der SV Werder Bremen und der TTC Hagen am kommenden Sonntag, den 13. Dezember um 15 Uhr. +++