08.12.15 - Die letzte Fußballweltmeisterschaft ist den meisten deutschen Fußballfans sicherlich noch in guter Erinnerung. Schließlich erkämpfte sich die deutsche Nationalmannschaft hier zum ersten Mal seit 1990 wieder den Titel des Fußballweltmeisters. Kein Wunder also, dass Fußballfans und Mannschaft bereits jetzt voller Spannung auf die kommende Europameisterschaft warten, um an die bisherigen Erfolge anknüpfen zu können. Die Gruppenkonstellation für die Endrunde 2016 steht bislang jedoch noch nicht fest. Am 12. Dezember um 18 Uhr findet daher in Paris die Auslosung statt. Doch nicht jeder Experte und jeder Fußballfan sind gleichermaßen überzeugt vom neuen Auswahlprozedere. So hat sich hier einiges geändert, weswegen viele sich über mangelnde Spannung beklagen.
Das neue Auswahlverfahren
Den Mannschaften wurde es in diesem Fall besonders leicht gemacht, sich für die kommende EM zu qualifizieren. Während es bislang nur 16 Mannschaften schaffen konnten, sind es nun ganze 24. Urheber dieser großen Veränderung war Michel Platini, Chef der UEFA. So qualifizieren sich nicht nur die Gruppenersten für die EM, sondern auch die Gruppenzweiten und die besten Gruppendritten kommen ebenfalls direkt in den Genuss, Teil der EM zu werden. Weg fällt hier also die Spannung der Playoffs, bei denen sich die Mannschaften bislang durch zusätzliche Leistung in den Wettbewerb bringen konnten. Die Drittplatzierten, die übrig bleiben, qualifizieren sich im Rahmen der Relegation für die EM.
So gibt es insgesamt neun Gruppen, in denen jeweils sechs Mannschaften zu finden sind. Von den 54 Mannschaften qualifizieren sich 24 direkt für die EM oder zumindest für die Playoffs. Laut eines Artikels der Süddeutschen ziehen Experten aus diesem Grund vor allem den ausbleibenden Konkurrenzkampf in die Kritik. Auch der deutsche Nationaltrainer Jogi Löw bezweifelt die Sinnhaftigkeit der Neuerungen, da aus seiner Sicht der sportliche Wert der einzelnen Spiele und des gesamten Wettbewerbes hierunter leide.
Was durch die automatische Qualifikation zahlreicher Mannschaften bewirkt wird, ist der Verlust wirklich spannender Begegnungen schon vor dem eigentlichen Wettbewerb. Durch die Tatsache, dass die Qualifikation für die EM nun schon bedeutend früher geschieht als bisher, werden sich nur noch wenige Zuschauer gespannt vor dem Fernseher einfinden, um ihre Mannschaft zu sehen. Auch Frankreich ist automatisch dabei, spielt aber dennoch in der Qualifikationsphase mit. Dies ist deshalb so, weil sonst die Gruppen nicht ausgeglichen hätten werden können. Ohne Frankreich hätte es acht Sechsergruppen und eine Fünfergruppe gegeben. Frankreich spielt während der Qualifikationsphase also mit, ist jedoch bereits außer Konkurrenz. Vorteil für die Franzosen: Auch wenn sie nur die Lücke in einer der Gruppen schließen, erhalten sie für jedes Spiel 4,2 Millionen Euro.
Die Topfeinteilung für die kommende Auslosung
Alle Teams, die an der EM 2016 teilnehmen werden, haben sich inzwischen qualifiziert. Die letzten Länder, die sich qualifizieren konnten, waren die Ukraine und Schweden. Somit treten bei der EM 2016 die folgenden Teams im Kampf um den Titel gegeneinander an:
- Frankreich (als Gastgeber direkt qualifiziert)
- England
- Tschechien
- Island
- Österreich
- Nordirland
- Portugal
- Schweiz
- Spanien
- Italien
- Belgien
- Wales
- Rumänien
- Albanien
- Deutschland
- Polen
- Russland
- Slowakei
- Türkei
- Kroatien
- Ungarn
- Irland
- Ukraine
- Schweden
Neulinge, die zum ersten Mal an einer EM teilnehmen und in diesem Zusammenhang von dem neuen Auswahlverfahren profitieren, sind Wales, Island, Nordirland, Albanien und die Slowakei. Auch Österreich gilt als Neuling, da die Mannschaft bisher lediglich bei der EM 2008 im eigenen Land teilnehmen konnte.

Die Topfeinteilung der EM-Auslosung. © wettanbieter.de
Im Ergebnis der Auslosung werden alle Mannschaften nach der Auslosung auf die sechs Gruppen A bis F aufgeteilt sein. Auch hier findet sich eine Vereinfachung, denn die Teams wurden in nur noch vier Töpfe unterteilt. Die Aufteilung erfolgte in diesem Zusammenhang unter Berücksichtigung der vergangenen Leistungen der Mannschaften. So ergibt sich die folgende Topfeinteilung für die Auslosung.
Durchgeführt wird die Auslosung von Oliver Bierhoff in seiner Funktion als DFB Manager gemeinsam mit David Trezeguet und Angelos Charisteas.
Die Favoriten der EM 2016

Deutschland zählt zu den Favoriten der kommenden EM. © Efraimstochter(CC0-Lizenz)/ ...
Zu den Favoriten der kommenden EM zählen vor allen Dingen die Mannschaften die, bislang durch Leistung überzeugen konnten und leistungsstarke Teams bieten. Dass hierunter auch Deutschland zu finden ist, liegt auf der Hand. Nach der gewonnenen WM 2014 wird von Deutschland viel erwartet, selbst wenn es während der Qualifikationsphase einige Probleme gab. Mit dem Jogi Löw, dem Welttrainer des Jahres 2014, hat die Mannschaft nach wie vor einen klugen Kopf an ihrer Seite. “Trotz einigen Fehltritten wie den Pleiten gegen Polen und Irland ist der regierende Weltmeister der Favorit auf den Sieg bei der EM-Endrunde in Frankreich, dicht gefolgt vom Gastgeber“, sagt Markus von wettanbieter.de.
Unter den Favoriten für die EM 2016 gilt auch Italien als mögliche Gefahr für seine Gegner. Was Italien kann, zeigte die Mannschaft schon während der Qualifikationsphase. Das italienische Team weiß sich durchzubeißen und beweist echte Turnierqualitäten. Auch wenn die WM 2014 für Italien eher ein Rückschlag war, bleibt die Mannschaft weiterhin Favorit für die EM 2016.
Auch England überzeugte in der Qualifikationsphase und erarbeitete sich so seinen Favoritenstatus. Zu den weiteren Favoriten zählen außerdem Portugal mit Christiano Ronaldo und Geheimfavorit Belgien, da Trainer Marc Wilmots die Mannschaft durchaus auf Erfolgskurs bringen kann.