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REGION NACHGEDACHT 162

Ein Hoch auf den Alltag .... Gedanken von Christina LEINWEBER

ZUR PERSON: Christina Leinweber, 1988 geboren in der osthessischen Bischofsstadt Fulda, neun Jahre katholisch-private Schulausbildung – so war der Weg zum Theologiestu-dium für sie vorbestimmt und beschlossen. Es ging dann für vier Jahre Studium in die nächste Bischofsstadt Paderborn - hatte dann ihr erstes Staatsexamen in der Tasche, bestand nach einjähriger Refendarzeit in Lauterbach auch das zweite Staatsexamen und ist seit Beginn des Schuljahres 2015/2016 Lehrerin an einer Fuldaer Mädchenschule. Ihre Tätigkeit als Kolumnistin bei osthessen-news.de möchte sie auch in Zukunft fortsetzen. Sie selbst bezeichnet sich als liberal-theologisch und kommentiert (seit 162 Wochen) in der Serie NACHGEDACHT Dinge des Alltags aus ihrer persönlichen Sicht.

14.02.16 - Jeden Tag dasselbe: aufstehen, Kaffee trinken, anziehen, zum Job fahren, arbeiten, nach Hause, vielleicht dem Hobby nachgehen, Freunde treffen, Abendessen, in den Fernseher schauen, schlafen. Am nächste Tag folgt die Wiederholung, fünf Tage die Woche eben das gleiche Programm - und jeden Tag grüßt das Murmeltier. Aber so langweilig wie sich das auch anhört und so grausam ermüdend wie solch normale Tage eben ablaufen können, kann man dieser "Normalität", diesem Alltagstrott doch vielleicht etwas abgewinnen?!

Kann es nicht einfach einmal schön sein, wenn gar nichts ist? Mit "gar nichts" könnte gemeint sein: Man hat keinen Abendtermin und darf einfach mal faul sein. Oder man hat sich über nichts und niemanden geärgert und kann positiven Gedanken Raum geben. Oder man ist nicht krank, hat keine Rückenschmerzen und keine Grippe und kann schmerzfrei den Tag genießen.

"Der Tag war ganz normal, es gab keine Zwischenfälle." - ein Satz, der vielleicht langweilig klingt. Wenn man aber alles, was sonst so schön normal und alltäglich war, auf einmal verliert, wird der Satz zu einem glücklichen. Wie sehr wünschen sich kranke Menschen ein einfaches Leben, ohne große Action, einfach leben. Wie sehr wünschen sich Trauernde ihre Lieben und ihr altes, vielleicht eingefahrenes Leben wieder zurück.

Normalität und Alltäglichkeit können vielleicht langweilig werden, beide sind aber auch höchst fragil, weil morgen immer alles anders sein kann. Was wir haben, ist der Moment. Und wenn dieser auch vielleicht ein bisschen alltäglich ist, so ist er dennoch nicht selbstverständlich und ein Geschenk der Zeit, die wir haben.   (CHRISTINA LEINWEBER) +++


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