
Im Herzen blau und weiß: FC Schalke und TSV Lehnerz - Fotos: Julius Böhm
FUSSBALL
Schon ein wenig sportverrückt...
Jungtrainer Niklas HERGET (19): "Ohne Druck ist auch Steinbach schlagbar"
04.03.16 - Manch einer staunte nicht schlecht, als Niklas Herget (19) zu Beginn der Saison neben Marco Lohsse an der Seitenlinie des TSV Lehnerz stand - inzwischen hat der 19-Jährige die volle Verantwortung über das Verbandsligateam, weil Lohsse gesundheitlich ausfällt. Mit einem 3:1-Sieg bei der SG Bad Soden gelang der perfekte Einstand als Chefcoach. Auch für das nächste Derby gegen Steinbach (Samstag, 14:30 Uhr) hat sich Herget schon einen Plan zurechtgelegt. "Den verrate ich natürlich nicht, aber ich sehe uns nicht chancenlos. Ich habe die Steinbacher schon einige Male spielen sehen. Vor allem in der Zentrale sind sie gut besetzt. Aber auch wir können kicken, und Druck haben wir auch keinen."
Für den Auszubildenden ist Sport alles: "Schon als kleines Kind habe ich mich für alle erdenklichen Sportarten interessiert - alles hat seinen Reiz, völlig egal ob Biathlon, Football, Eishockey oder eben der Favorit Fußball", ist sich Herget sicher. Aufgewachsen in einer Fußballer-Familie war ihm die Anhängerschaft beim FC Schalke 04 quasi von Papa Joachim in die Wiege gelegt. "Ich versuche, so oft wie möglich ins Stadion zu fahren. Den Rest der Spiele schaue ich im TV - ohnehin jede Menge Fußball." Schon früh begann er die Dinge, die auf dem Platz passieren, zu hinterfragen. "Wie bewegen sich die Spieler, warum verschiebt die Abwehr, wie funktioniert die Abseitsfalle? Es war fast schon mein Hobby, die Dinge zu analysieren."

Niklas Herget hat das Traineramt bei der Verbandsligamannschaft übernommen ...
Aus dem Assistenten wird der Chef
Noch mitten in der Ausbildung zum Speditionskaufmann strebt Niklas Herget definitiv eine Ausbildung zum Fußballlehrer an - "den Trainerschein will ich auf jeden Fall machen, um weiter an der Karriere an der Seitenlinie zu arbeiten. Allein in dem halben Jahr mit Marco habe ich schon jede Menge dazugelernt." Nun in voller Verantwortung merkt er aber auch, was für eine Liste an Aufgaben am Traineramt hängt: "Daran muss man sich erst gewöhnen. Spielerkontakt, Trainingsplanung, Vorbereitung der Spiele - aber es macht mir ja Spaß und ist mein Hobby."
Sowohl für Herget, als auch für das Team war es eine Umstellung: Aus Kumpel und Assistent wurde mit Beginn der Wintervorbereitung der Chef. "Ich würde mir wünschen, dass das Verhältnis auch weiterhin freundschaftlich bleibt - da spielt uns in die Karten, dass wir eine junge Truppe mit gutem Zusammenhalt sind. Wenn ich dann mit fachlichem Wissen und guter Vorbereitung überzeugen kann, werden mir auch erfahrene Spieler vertrauen. Bisher klappt alles sehr gut."
Schon jetzt ist ihm mit einer taktisch guten Vorbereitung auf das Spiel gegen Bad Soden und einem funktionierenden Matchplan ein Achtungserfolg gelungen - ähnlich soll es gegen Steinbach auch laufen: "Wir haben bereits drei Punkte geholt, mit denen keiner gerechnet hat. Wenn wir Paliatka und Wiegand auf der 'Sechs' in den Griff bekommen und unbekümmert aufspielen, können wir auch gegen den SVS etwas holen - unschlagbar sind auch sie nicht." Steinbach konnte sich in noch keinem Punktspiel auszeichnen - die Partie gegen Rothwesten wurde kurzfristig abgesagt. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Derby wäre der Jung-Coach jedenfalls angekommen . (Julius Böhm) +++