06.03.16 - Der SC Borussia Fulda sammelt nach einer echten Zitterpartie gegen Viktoria Griesheim drei ganz wichtige Hessenligapunkte. Dank des 30 Meter-Krachers von Matija Poredski setzten sich die Borussen mit 2:1 (0:0) durch und setzen sich weiter vom Tabellenkeller ab. Unschön waren die Szenen kurz vor Spielende: Fuldas Cino Schwab wurde nach einer Rudelbildung mit glatt Rot vom Platz gestellt - er wurde ins Gesicht geschlagen und begang schließlich selbst eine Tätlichkeit. "Das ist sehr ärgerlich, aber dafür haben wir die drei Punkte - und das ist extrem wichtig", sagte Trainer Thomas Brendel nach der Zitterpartie.

Cino Schwab sah Rot..
Auf dem tiefen Rasen in der Johannis versuchte der SCB von Beginn an Fußball zu spielen, wirklich Druck aufs Tor konnte in der "Abtau-Viertelstunde" aber kein Team ausüben. Das erste richtige Ausrufezeichen setzte Ingmar Merle erst nach einer knappen halben Stunde. Eine lange Flanke von Felix Beck köpfte Leon Pomnitz scharf in den Strafraum, Griesheim bekam den Ball nicht richtig geklärt und Merle kam aus spitzem Winkel zum Schuss - der Ball striff nur Zentimeter am Kasten vorbei. Von den Gästen sah man bis dato noch nichts - nur kurz vor dem Seitenwechsel konterte die Viktoria zwei Mal, kam aber nicht zum Abschluss.
"Griesheim hat uns vor allem defensiv vor große Probleme gestellt und es wirklich gut gemacht", lobte Brendel den Gegner. Er selbst vermisste bei seinem Team die Spritzigkeit: "Irgendwie waren wir platt, ich weiß auch nicht warum." Dennoch schien er bei der Pausenansprache die richtigen Worte gefunden zu haben, denn der SCB kam mit mehr Schwung aus der Kabine: Wieder ging der Angriff über Felix Beck auf der linken Seite, die Flanke nahm Sebastian Schmeer mit dem Rücken zum Tor an, dreht sich in feinster Strafraumstürmermanier und knallte den Ball aus fünf Metern zum 1:0 ins Tor (49.). "Es ist unglaublich, wie er sich mit seinem Körper durchsetzen kann und den Ball festmacht - und zwei Tore in zwei Spielen sprechen für sich", so Brendel weiter.

...und auch Griesheims Art Emir flog vom Platz
Verwunderlich war nur, dass Fulda nach dem Führungstreffer immer unsicherer wurde. Zwei haarsträubende Fehler brachten die Gäste schließlich zurück ins Spiel: auf der linken Seite konnte Aret Demir völlig freistehend flanken, Tobias Wolf im Tor wollte den Ball aus unerklärlichen Gründen mit dem Fuß klären, trat daneben und Kevin Jung musste nur noch einschieben (71.). Die Partie wurde immer unansehnlicher - beiden Teams war die Angst vor Fehlern anzumerken. "Ich weiß auch nicht, warum wir immer nach den besonderen Lösungen suchen und so viel Angst haben, wenn wir am Ball sind", sagte Matija Poredski, der für Imal Schersadeh eingewechselt wurde und später der Matchwinner sein sollte.
Er nahm sich aus 30 Metern einfach mal ein Herz und zog an. Der Ball flutschte über den feuchten Rasen und schlug unten rechts zum 2:1-Siegtreffer ein (85.). "Ob ich ein Tor schieße ist egal. Ich freue mich, dass wir die drei Punkte haben", so der bescheidene Torschütze. Trainer Brendel freute sich für seinen Schützling: "Wir wissen, dass wir einen guten Stürmer in der Hinterhand haben. Das tut unheimlich gut." Gefahr konnten die Gäste nicht mehr entwickeln, dennoch wurde es noch einmal hektisch: Ingmar Merle schirmte den Ball ab, um etwas Zeit zu gewinnen. Ab Boden liegend wurde er von einem Griesheimer getreten. Cino Schwab geriet mit Aret Demir aneinander und bekam eine Hand ins Gesicht. Er langte selbst zu und sah glatt Rot - sein gegenüber "nur" Gelb. (Julius Böhm)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
Borussia Fulda: Tobias Wolf - Nikola Milankovic, Felix Beck, Leon Pomnitz, Marcel Trägler (72., Jonathan Müller), Imal Schersadeh (62., Matija Poredski), Ingmar Merle, Vedran Jerkovic, Benjamin Fuß, Cino Schwab, Sebastian Schmeer.
Viktoria Griesheim: Blessing - Auer, Weisenborn, Brehm, Jung, Starck, Firat, Marbe, Demir, Schiffmann (60. Calabrese), Walter.
Schiedsrichter: Martin Kliebe (Kassel).
Tore: 1:0 Sebastian Schmeer (49.), 1:1 Kevin Jung (71.), 2:1 Matija Poredski (85.).
Zuschauer: 750.
Gelb-Rote Karte: Aret Demir (90., Griesheim).
Rote Karte: Cino Schwab (90., Fulda) wegen Tätlichkeit.+++ 