15.04.16 - Bleibende Erinnerungen an das Gastspiel am Mittwochabend in Willingen hat Daniel Hanslik davon getragen. Schließlich wurde Asbachs Youngster vom Gegner über 90 Minuten malträtiert - an der Grenze des Erlaubten und darüber hinaus. „Ich habe blaue Flecken und Schürfwunden davon getragen, aber zum Glück nichts schlimmeres“, sagt Hanslik, der die Begegnung mit dem Tabellenführer SV Steinbach am Sonntag (15 Uhr) aber nicht verpassen wird.
„Nach den ersten guten Aktionen von mir, haben sie bei jeder Ballberührung auf die Knochen getreten“, echauffiert sich Hanslik über die harte Gangart der Willinger und hat eine Vermutung: „Ich will niemand etwas unterstellen, aber man könnte vermuten, dass sie mich verletzen wollten.“ Würde Hanslik im Abstiegskampf fehlen, wäre das natürlich eine Schwächung für den SVA Bad Hersfeld. Denn der 19-Jährige spielt eine überzeugende erste Verbandsliga-Saison, absolvierte 23 der 25 Spiele und erzielte schon fünf Treffer. Klar, dass das Interesse der Konkurrenz erzeugt. Ein Wechsel zum Spitzenreiter SV Steinbach, für den der gebürtige Unterhauner bereits in der Jugend spielte, steht im Raum. Trifft Hanslik am Sonntag also auf seine neuen Klub?

... und möchte am Sonntag Tabellenführer Steinbach ärgern
Noch möchte er sich dazu nicht weiter äußern und konzentriert sich voll auf den Endspurt der Spielzeit mit dem SVA. „Wir haben nichts zu verlieren, der Druck liegt eher bei Steinbach. Und dass wir gegen Spitzenmannschaften bestehen können, haben wir diese Saison schon gezeigt“, geht Hanslik mit Optimismus an die Aufgabe heran und verweist auf das Hinspiel (2:2) und das Unentschieden vor kurzem in Bad Soden (2:2). Die turbulenten Tage in Asbach mit der ungewissen, zukünftigen sportlichen Heimat scheint die Mannschaft nicht zu hemmen. „Wir als Mannschaft haben uns gesagt, dass wir uns nur auf das Wesentliche konzentrieren wollen – und das ist der Fußball. Das Drumherum sollten wir ausblenden“, formuliert es der 19-Jährige.
In Kassel hat Daniel Hanslik ein duales Studium aufgenommen, pendelt regelmäßig zum Training oder Spiel in seine Heimat. Einen Aufwand, den der Mittelfeldspieler gerne auf sich nimmt: „Das macht mir nichts aus und gehört dazu, wenn man so hoch wie möglich spielen möchte.“ Gerade der A-Jugend entwachsen, hat Hanslik mit starken Leistungen bei den Herren auf sich aufmerksam gemacht. „Es hat natürlich etwas gedauert, bis man sich an das höhere Niveau gewöhnt hat. Aber mit dem ersten Tor lief das immer besser und man wird immer gelassener“, sagt der Linksfuß über seinen Start und lobt seine Mannschaftskollegen: „Wir haben eine tolle Kameradschaft und die Jungen werden von den erfahrenen Spielern wie Alexander Ebinger toll unterstützt.“ In seinen 23 Spielen hat sich Hanslik im System von Frank Ullrich als flexibler Allrounder bewiesen. „Ich habe schon linker Verteidiger gespielt, linkes Mittelfeld, auf der Sechs, auf der Zehn und im Sturm“, muss Hanslik schmunzeln und hat eine einfache Erklärung dafür parat: „Ich bin Linksfuß, die gibt es eben nicht so oft.“

Für Hanslik könnte es auch ein Duell mit seinem künftigen Klub sein, wird er doch ...Archivfoto: Carina Jirsch
Ein Linksfuß, der mit seinem schwächerem rechten Fuß aber nicht nur zum Stehen benutzt. „Sagen wir es mal so: Mein schwacher Fuß ist nicht so verkümmert wie bei manch anderem“, sagt Daniel Hanslik über seine Beidfüßigkeit und muss lachen. Sechs Zähler - aber zwei Spiele mehr - hat Asbach derzeit auf den sicher rettenden Platz 12 zurück, den der Melsunger FV inne hat. „Wir müssen die direkten Duelle gegen Melsungen und Korbach gewinnen“, gibt Hanslik die Devise vor, um mindestens den momentanen Platz 13, der zum sportlichen Klassenerhalten reichen könnte, zu halten. Gegen nicht eingeplante Punkte wie zuletzt gegen Bad Soden hätte Asbach aber auch gegen Ligaprimus Steinbach sicherlich nichts einzuwenden. (Tobias Herrling) +++