25.04.16 - Verrücktes Wetter, verrücktes Spiel: 80 Minuten lang war der SV Steinbach im Verbandsliga-Heimspiel am Sonntag gegen den SV Neuhof die klar spielbestimmende Mannschaft, erspielte sich Möglichkeit auf Möglichkeit - und musste sich am Ende dennoch mit einem Zähler begnügen. Weil SVN-Torwart Dogus Albayrak den Gast im Spiel hielt und weil Neuhof aus ganz wenig ganz viel machte.
Zwischen der 65. und 79. Minute hätten die Hausherren alles klar machen können, ja müssen. Julian Rohde erzielte zunächst die erneute Führung für Tabellenführer Steinbach, als eine Hereingabe von Sascha Schleinig nicht geklärt wurde und der Ball vor Rohdes Füßen landete. Steinbachs Nummer 21 zog ab, die Kugel wurde abgefälscht und landete im langen Eck – 2:1 (66.). Was danach folgte waren hochkarätige Möglichkeiten beinahe im Minutentakt. Petr Kvaca schickte Rohde, der auf den mitgelaufenen Florian Münkel legte – dessen Versuch wurde vom eigentlich schon geschlagenen Dogus Albayrak im Tor der Gäste gerade noch vereitelt (71.).
Dann tauchte wenig später erneut Münkel vor Albayrak auf, wieder blieb Neuhofs Schlussmann Sieger (73.). Steinbachs Sturmphase komplettierte Kvaca, der einen Schlenzer knapp am langen Pfosten vorbei setzte (79.). Zuvor hatte bereits Fabian Wiegand eine gute Gelegenheit, als er von vier Gäste-Akteuren nicht zu stoppen war, seine Hereingabe aber keinen Abnehmer fand (65.). „Wir waren heute auch einfach zu verspielt. Da wurde lieber noch einmal quer gelegt, als selbst zu schießen“, sagte Steinbachs Trainer Karl-Josef Müller über die ungewohnte Nachlässigkeiten seiner Schützlinge im Abschluss.
Steinbach dominierte über weite Strecken der Begegnung, spielte einen gepflegten Ball und hatte eigentlich alles im Griff. Von den Gästen, bei denen sich Spielertrainer Radek Görner vor Anpfiff eine Zerrung zuzog und passen musste, war so gut wie nichts zu sehen. In der Anfangsphase stand Neuhof noch stabil, ließ wenig zu und versuchte, schnell umzuschalten. Die Hausherren hatten nach 20 Minuten ihre beste Phase in Durchgang eins und bauten den Druck auf den Gast spürbar auf. Die Führung durch Münkel nach 28 Minuten war verdient. Kvaca bediente Rohde, dessen Ball in die Mitte nicht konsequent geklärt wurde. Münkel sagte danke und schloss stramm ab – Albayrak bekam noch die Hand an den Ball, der von der Latte ins Tor trudelte. Zuvor prüften bereits Münkel (23., 24.) und Rohde (25.) Albayrak, der bester Mann bei den Gästen war.
„Ich denke, dass wir den Punkt in erster Linie Dogus Albayrak zu verdanken haben. Er hat uns im Spiel gehalten“, lobte Neuhofs Betreuer Alexander Bär seinen Schlussmann. Von seinen Schützlingen war über 90 Minuten im Spiel nach vorne so gut wie nichts zu sehen, Chancen kamen keine zu Stande. Und trotzdem fielen zwei Tore: erst köpfte Radomir Vlk eine Flanke von Marko Curic in die Maschen (60.), dann staubte Leon Bräuer nach einem Freistoß von Florian Langner ab (83.). „Das war natürlich glücklich. Aber auch nicht ganz unverdient, weil wir eben sehr effektiv gespielt haben“, hielt Bär fest und lag damit nicht falsch. Denn wer so schludrig mit seinen Möglichkeiten umgeht wie Steinbach, muss sich nicht wundern, wenn irgendwie ein Ball noch reinflutscht.
„Wir hatten heute das Spiel komplett im Griff, haben einen schönen Fußball gespielt und müssen eigentlich das 4:1 oder 5:1 machen. Stattdessen bekommen wir aus keiner Chance zwei Tore. Das ist ärgerlich“, monierte Müller. Seine Steinbacher liegen aber weiterhin mit komfortablen neun Zählern Vorsprung auf Hessen Kassel II an der Tabellenspitze. Die Frage ist schon längst nicht mehr ob, sondern wann der SVS aufsteigt. Daran wird auch der Punktverlust gegen den SV Neuhof, der eine ganz starke Rückrunde fortsetzt, (wohl) nichts ändern. (Tobias Herrling)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
SV Steinbach: Marco Motzkus – Heiko Petrasch, Steffen Trabert, Maximilian Brehl, Fabian Wiegand – Michael Wiegand, Petr Paliatka – Sascha Schleinig (75. Andre van Leeuwen), Julian Rohde, Petr Kvaca – Florian Münkel.
SV Neuhof: Dogus Albayrak – Pavel Konecny, Marko Kartelo, Leon Bräuer, Radomir Vlk – Tobias Manns (80. Florian Langner), Petr Konecny – Marko Curic, Niko Skugor (71. Philipp Dietz), Jan Moravcik – Mario Martinez.
Schiedsrichter: Sascha Bauer (Fritzlar).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Florian Münkel (28.), 1:1 Radomir Vlk (60.), 2:1 Julian Rohde (66.), 2:2 Leon Bräuer (83.). +++