03.05.16 - Die AH-Fußballer des Haimbacher SV stehen vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Die sogenannte Altherren-(AH)-Mannschaft fiebert dem Hessen-Pokalfinale der Ü35 entgegen. Am Donnerstag trifft der HSV auf die SG Seligenstadt/Hausen aus dem Kreis Offenbach. Das Endspiel wird um 15.00 Uhr auf dem Rasenplatz des VfR 07 Limburg angepfiffen. Bereits der Einzug ins Pokalendspiel ist ein Riesenerfolg für die Fuldaer und einmalig für Teams aus Osthessen. "Ein Finalerfolg wäre die absolute Krönung", sagt Team-Manager Edgar Engel.
Der Haimbacher Mannschaftskapitän Frank Jökel (46), früher für Germania Fulda und den TSV Neuenberg in der Verbandsliga aktiv, warnt: "Nach allem, was wir gehört haben, ist der Gegner ungemein spielstark. Ich sehe uns daher nur als Außenseiter. Wir werden im Endspiel aber alles geben und sind stolz, überhaupt soweit gekommen zu sein. Sollten wir das Spiel lange offen halten, können wir natürlich an einem guten Tag auch mal über uns hinauswachsen."
Qualifiziert für den Wettbewerb hatte sich Haimbach durch den Kreispokalsieg im Mai 2015 gegen Hofbieber (3:1). In der ersten Runde bekam es der HSV dann auf Hessen-Ebene im September 2015 gleich mit dem Titelverteidiger zu tun. Doch die nordhessische Mannschaft der SG Guxhagen/Ellenberg hatte keine Chance und unterlag nach furiosem Spiel mit 6:2. In der nächsten Runde im November wieder ein Heimspiel - und wieder ein Sieg: 2:1 gegen Kewa Wachenbuchen (Kreis Hanau). Im Halbfinale musste Haimbach dann Ende März zum SV Mardorf (Kreis Marburg) nach Mittelhessen. Doch auch der 0:1-Rückstand brachte den HSV nicht von der Siegerstraße ab. Dank Toren von Zeljko Radic und Torjäger Marko Novakovic (2) gewann der HSV noch mit 3:2.
Novakovic wird dem HSV im Finale allerdings urlaubsbedingt fehlen, wohl auch Zeljko Radic wegen einer Verletzung - eine "große Schwächung" für Haimbach, wie Team-Manager Engel bedauert. Doch er hofft, dass Haimbach über die mannschaftliche Geschlossenheit den Ausfall kompensieren kann. Auch Kapitän und Mittelfeld-Ass Frank Jökel und Goalgetter Markus Wingenfeld sind immer wieder für Tore gut. Der Gegner allerdings kann noch prominentere Namen aufbieten. Für die Spielgemeinschaft Seligenstadt/Hausen läuft Steffen Menze (47) als Verteidiger in der Viererkette auf. Der Ex-Profi war für Union Berlin (2000-2003) unter anderem in der Zweiten Bundesliga aktiv. Mit den Eisernen stand er auch im DFB-Pokalfinale 2001 (0:2 gegen FC Schalke 04). Menze lief auch für den FC St. Pauli, Hannover 96, Eintracht Frankfurt (1996/1997), FSV Zwickau und Kickers Offenbach auf. Später trainierte er auch die Kickers und Dynamo Dresden.
Ebenfalls bei der Frankfurter Eintracht war Michael König. Der heute 42-Jährige spielte ebenfalls 1996/1997 für die Eintracht in der Zweiten Bundesliga, kam allerdings nur zu zwei Liga-Einsätzen. Für den AH-Pokalfinalisten spielt er hinter den Angriffsspitzen und bewies im Wettbewerb bereits seine Klasse. Vier der sieben Tore auf dem Weg zum Finale steuerte König bei. Zu beachten bei der SG Seligenstadt/Hausen sind auch Dennis Bochow, Denny Zacher und Andreas Bohl, die schon Verbands- und Oberliga gespielt haben, wie der Sportliche Leiter Björn Kring sagte. Im Angriff sorgt Oliver Peitz für Gefahr. Trotz der früher teils hochklassig spielenden Akteure sagt Kring: "Wir sind ein reines Altherren-Team. Bei uns spielt niemand mehr im Ligabetrieb der ersten oder zweiten Mannschaft."
Beim Haimbacher SV hingegen war Zlatko Radic, Spieler-Trainer der ersten Senioren-Mannschaft, aktuell Tabellenführer in der Kreisoberliga Süd, immer wieder einer der Aktivposten bei den AH-Partien. Auch seine Brüder Zeljko und Ljubisa zählen zu den Stützen des Teams. Zuletzt verstärkten im Halbfinale auch die Zwillinge Benjamin und Alexander Kropp die Ü35 des HSV. Die Alten Herren sind dabei gar nicht mal so alt, wie die Bezeichnung klingen mag. "Die Spieler sind noch sehr fit und leistungsfähig", betont Team-Manager Edgar Engel. In der Ü35-Klasse müssen fast alle mindestens 35 Jahre alt sein, drei Akteure im Kader dürfen mindestens 32 und älter sein. Der Spielmodus sieht vor, dass vier Spieler beliebig oft ein- und ausgewechselt werden dürfen.
Die SG Seligenstadt/Hausen zeigte auf dem Weg ins Finale Defensivstärke und bekam in drei Spielen nur ein Gegentor, und zwar beim 3:1 im Halbfinale gegen den SV Groß-Bieberau (Kreis Dieburg). In den ersten beiden Spielen bezwang die Mannschaft jeweils mit 2:0 die SG Hoechst Classique (Kreis Maintaunus) und den VfR Fehlheim (Kreis Bergstraße). Der Haimbacher SV dürfte also gewarnt sein. Das Toreschießen dürfte dem Team um Kapitän Frank Jökel nicht leicht fallen. +++