12.05.16 - Es wurde der erwartete Klassenunterschied im ersten Spiel der Play-Downs zwischen den Wasserfreunden Fulda und dem SSV Plauen. Am Mittwochabend setzte sich Plauen, das in der A-Gruppe an den Start ging, mit 21:5 (6:1, 4:1, 7:2, 4:1) gegen den Aufsteiger aus der B-Gruppe durch. Plauen dürfte sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen lassen und in einem der beiden Heimspielen am übernächsten Wochenende den Klassenerhalt eintüten, während die Domstäder aller Voraussicht nach in die zweite Runde der Play-Downs gegen Cannstatt oder Duisburg müssen.
In welche Richtung dieses erste Spiel des Modus „Best-of-Three“ gehen würde, war bereits nach dem ersten Viertel abzusehen. Denn nach den ersten acht Minuten führten die Gäste bereits mit 6:1 und wurden ihrer Rolle als Favorit mehr als gerecht. Die Sachsen bestraften jeden Fehler der Hausherren eiskalt und sorgten früh für klare Verhältnisse. Zudem zeigte das Zeitstrafen-Verhältnis ein 5:1 für die Domstädter an und die demnach viele Unterzahl-Situationen überstehen mussten – das stieß so manchem Zuschauer sauer auf. „Die ein oder andere Entscheidung war falsch, aber die Schiedsrichter haben heute gut gepfiffen“, sagte Volker Schunke, der für den gesperrten Trainer Janusz Gogola, der das Spiel von der Tribüne aus sah, das Coaching übernahm, über die Leistung der Unparteiischen Sonnenfeld/Kula.
Und sein Gegenüber, Jörg Neubauer, hatte eine einfache Begründung für diese Statistik parat. „Wir standen in der Defensive sehr gut und Fulda kam überhaupt nicht in Bewegung, sodass strittige Zweikämpfe kaum geführt wurden“, so Plauens Trainer über das erste Viertel. In der Tat taten sich die Hausherren gegen das frühe Pressing sehr schwer und produzierte Fehler über Fehler. „Daraus haben wir Kapital geschlagen und sind viele Konter gefahren“, resümierte Neubauer, dessen Schützlinge den Wasserfreunden in allen Belangen überlegen waren.
Der erste Fuldaer Treffer fiel nach sechs Minuten, als Kapitän Marc Weber eine Vorlage von Jonas Fehn per Direktabnahme in die Maschen beförderte. Die Hausherren agierten kurz darauf in Überzahl – und kassierten ein Tor, statt eines zu werfen. „Unser Überzahl-Spiel war heute schlecht, das hatten wir uns anders vorgestellt“, sagte Schunke, „wenn wir das besser nutzen plus die zwei, drei falschen Entscheidungen anders gefällt werden, sind wir bei acht Toren Differenz. Das sieht dann schon besser aus.“ Dass zudem der etatmäßige Center David Horvath ebenfalls gesperrt fehlte, habe das Unterfangen deutlich schwieriger gemacht.
Einsatz und Willen konnte man den Wasserfreunden allerdings nicht absprechen, Plauen war schlichtweg die erwartete (zu) große Nummer. Bester Mann auf Seiten der Hausherren war einmal mehr Torwart Sebastian Arany, der mit einigen Paraden noch schlimmeres verhinderte. Ansonsten zeigte sich Plauen sehr effektiv und münzte beinahe jeden Versuch in ein Tor um. Zur Halbzeit zogen die Gäste auf 10:2 davon, Balazs Borbely hatte in Überzahl für den zweiten Treffer der Wasserfreunde gesorgt (11.).
„Ich denke, das sollten wir uns nicht mehr nehmen lassen“, sagte SSV-Trainer Neubauer, dessen Mannen am übernächsten Wochenende beim Heimspiel-Doppelpack mit nur einem Sieg den Klassenerhalt klar machen können. „Das war unsere Zielsetzung, dass wir heute gewinnen und eben diesen Vorteil haben. Wir wussten, dass das Publikum hier impulsiv ist und wir kühlen Kopf bewahren müssen.“ Denn mit zunehmender Spieldauer haderten die Zuschauer immer mehr mit den Entscheidungen der Herren am Beckenrand und quittierten dies mit einem Pfeifkonzert und „Schieber, Schieber“-Rufen. „Wir sehen die Spiele in Plauen als Vorbereitung auf die zweite Runde“, sagte Volker Schunke, der sich keinen Illusionen hingeben wollte. „Gegen Cannstatt oder Duisburg geht’s um die Wurst, da müssen wir bereit sein.“ (Tobias Herrling)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
Wasserfreunde Fulda: Sebastian Arany – Balazs Borbely (2), Leon Schmitt, Jonas Fehn, Dominik de Beisac, Alexander Hartung, Alexander Hörl (1), Marc Ritzel, Tomas Krajcovic (1), Maximilian Hartung, Philipp Müller, Philipp von Keitz, Marc Weber (1).
SSV Plauen: Mihaly Peterfy – Alpar Soltesz (1), Christian Schubert (1), Peter Karteszi (4), Alexander Fritsch (5), Tamas Korpasci (6), Akos Laszlo Parkanyi (1), Sebastian Franke (1), Stefan Roßner (1), Bence Bognar, Christian Schneider (1).
Schiedsrichter: Sonnenfeld/Kula.
Zuschauer: 250. +++