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Bischof Algermissen heute: "Kirche braucht innere Strahlkraft" ... - Fotos: Martin Angelstein

FULDA "Für andere Licht sein"

Kirche braucht "innere Strahlkraft" - Bischof ALGERMISSEN predigte am Pfingstsonntag

15.05.16 - „Was zum Wachstum der Kirche und des Reiches Gottes führt, ist nicht so sehr unsere eigene Stoßkraft, sondern unsere innere Leuchtkraft; ist nicht die Macht, sondern der Geist, den wir als Gnadengeschenk besitzen.“ Dies unterstrich Bischof Heinz Josef Algermissen am Pfingstsonntag im Fuldaer Dom. In einem festlichen Pontifikalamt machte der Oberhirte deutlich, dass es vor jeder Sendung der inneren Sammlung bedürfe, da andernfalls die Begeisterung allzu schnell verpuffe. Das erste Pfingstfest sei keine Explosion gewesen, sondern eine „tiefe Erschütterung im Innern“. Weil die Jünger sich vom Geist Gottes ergreifen ließen, sprangen die Funken nach außen über. „Zuerst muss es also in uns leuchten, sogar brennen, dann können wir für andere Licht sein. Nur ganz Überzeugte können andere überzeugen, nur vom Geist Erfüllte können andere begeistern.“

Zu Beginn seiner Predigt hatte der Bischof betont, dass der Anfang des Lebens der Kirche der Pfingsttag gewesen sei. „Deshalb kann sie ihn nie hinter sich lassen und als überholt betrachten. Alles, was sie ist und sein soll, wurde da bereits angelegt und vorgezeichnet.“ Lukas mache bereits im 2. Kapitel seiner Apostelgeschichte darauf aufmerksam, dass noch am Geburtstag der Kirche der Funke der frohen Botschaft auf 17 Völker übersprang. „Sichtbar zu werden beginnt damals schon, was eine Weltkirche ist und welche Ziele sie vom ersten Pfingsttag an angesteuert hat. Es geht um die Universalität der Kirche, und zwar bereits in ihrer Geburtsstunde.“ Beim Pfingstgeschehens habe sich eine Menschenmenge versammelt vor dem Haus, in dem die Jünger waren, fuhr Algermissen fort. „Nicht die Jünger haben also den ersten Schritt zur Ausbreitung des Evangeliums getan, sondern die Menschen, die sich vor dem Haus sammelten.“ Petrus habe damals die erste christliche Predigt als Antwort auf die Frage der Menschen gehalten.

„Wenn das aber im Anfang gültig war, gilt es auch jetzt ? von wem und wie auch immer die erlösende Botschaft von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi weitergegeben wird: ob von Eltern, Lehrern, Priestern, Katechetinnen.“ Nur als Antwort auf eine Frage gehe Gottes Wort „den Menschen durchs Herz“ (Apg 2, 37). Eine Kirche, in der mehr verwaltet als inspiriert würde, die sich nur mit sich selbst beschäftigte, würde laut dem Bischof keine Strahlkraft entfalten, selbst wenn sie noch so viele Zeitungsspalten und Rundfunk- wie Fernsehsender zur Verfügung hätte. „Eine Kirche dagegen und darin einzelne Christen, die durch die Art, wie sie leben, und durch das, was sie umtreibt, ihrer Umgebung ein Rätsel und eine Frage sind, haben leicht predigen. Sie brauchen nur wie Petrus zu erklären, woher das kommt, was den anderen auffällt.“ Weil jede Erneuerung der Kirche am Pfingstgeschehen ihr Modell und ihren Maßstab habe, sei es nutzlos, wenn etwa mündige Laien zusammen mit Priestern losstürmen wollten, um alles Mögliche und Unmögliche zu machen oder zu ändern.

Der Domchor und Jugendkathedralchor heute im ...

... unter der Leitung von Domkapellmeister ...

Der Bischof fragte sodann mit Bezug auf den hl. Bonifatius, ob es nicht endlich an der Zeit sei, den missionarischen Geist des großen Heiligen wieder zu entdecken. „Dass wir nicht länger ängstlich und defensiv unsere Grenzen abstecken, uns in die sakrale Nische unserer Tradition zurückziehen, den allgemeinen religiösen Niedergang beklagen, sondern als Überzeugte selbstbewusst an die Öffentlichkeit gehen, bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach dem Grund unserer Hoffnung und der Begründung unseres Denkens und Tuns fragt“. Es gebe kein eigentliches Pfingstlied, rief Algermissen in Erinnerung, sondern der Hl. Geist werde durch das unermüdliche „Komm, Hl. Geist - Leben - Licht – Tröster – Finger Gottes, der uns führt…“ herbeigerufen. „Hier, im Innersten, zeigt die Kirche, dass sie in allen Stürmen und Verirrungen ihres langen Weges durch die Geschichte der Menschheit ihrem Anfang, ihren Quellen treu geblieben ist.“ Wie alt die Kirche auch werde, bis der Herr sie aus der Welt der großen Kämpfe und kleinen Balgereien, des aufreibenden Einsatzes für die und des Mitleidens mit den Menschen in seine Herrlichkeit erlöse ? immer werde durch Gottes Gnade das erste Pfingstfest zu Jerusalem, die Gnade des Anfangs, die Kraft des Hl. Geistes in ihr lebendig sein und bleiben, schloss der Oberhirte.

In dem knapp zweistündigen latteinischen Pontifikalamt sagen Domchor und Jugendkathedralchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber Chorsätze aus der „Missa da camera“ von G. M. Göttsche; an der Orgel Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser. 

Beim Auszug heute: Bischof Algermissen ... ...

.... segnet Kinder und ihre Eltern

HINTERGRUND:  Pfingsten, die Erinnerungsfeier an die Sendung des Heiligen Geistes am 50. Tag nach Ostern, ist eines der Hauptfeste des Kirchenjahres. In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie die Jünger Jesu durch das Pfingstwunder „mit Heiligem Geist erfüllt wurden und begannen, mit anderen Zungen zu reden“ (Apg 2,4). Bis zum 4. Jahrhundert feierten die Christen an Pfingsten auch die ebenfalls in der Apostelgeschichte erwähnte Himmelfahrt Christi (Apg 1,1-11). Nachdem sich Christi Himmelfahrt zu einem eigenständigen Fest entwickelt hatte, wurde Pfingsten zum Fest des Heiligen Geistes. Mit Pfingsten endet die österliche Festzeit. Das Wort selbst leitet sich von „pentekosté“, dem griechischen Begriff für „der fünfzigste“, ab. In allen katholischen Gottesdiensten wird am Pfingstfest für „Renovabis“, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, gesammelt.  +++


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