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Marek Weber aus Bronnzell wechselt vom TSV Lehnerz in die Haunestadt. - Alle Fotos: Christian P. Stadtfeld

FUSSBALL Marek WEBER wechselt nach Hünfeld

Von hohen Erwartungen, viel Verletzungspech und zu wenig Vertrauen

19.05.16 - Seit Marek Weber im Sommer 2013 von seinem Profi-Abenteuer bei Carl-Zeiss Jena zurück nach Osthessen kam, besteht Kontakt zum Hünfelder SV. Nach drei Jahren beim TSV Lehnerz hat der 21-Jährige einen Entschluss gefasst: "Es war Zeit für etwas Neues. Deshalb habe ich am Montag beim Hünfelder Sportverein zugesagt", erzählt der gebürtige Bronnzeller im Gespräch mit O|N-Sport in seinem einstigen Wohnzimmer am Sportplatz.

"Es war Zeit für etwas Neues."

Eine Mischung aus Verletzungspech, vielleicht zu hoch gesteckten Erwartungen und mangelndem Vertrauen des Trainers war dafür verantwortlich, dass es für den Stürmer an der Richard-Müller-Straße nie so richtig funken wollte. "Zwei Mal stand ich in drei Jahren in der Hessenliga in der ersten Elf - einmal wurde ich zur Pause, das andere Mal nach 60 Minuten ausgewechselt", erinnert er sich, "es wäre aber viel zu leicht, die Schuld bei anderen zu suchen."

Wer aus der Juniorenbundesliga nach Jahren auf dem Profi-Internat zurück in die Heimat kommt, trägt eine ganze Menge Erwartungen mit auf den Schultern. "Da ist man aber selbst dran schuld, weil man es sich selbst und dem Umfeld beweisen möchte. Man hat schließlich viel investiert und weiß, was man kann", ist Weber selbstkritisch, "das will man dann auch mit aller Gewalt auf dem Platz zeigen". Nachdem er sich in Jena zum zweiten Mal die Schulter ausgekugelt und ein Band gerissen hatte, hing er den Traum von der Profi-Karriere an den Nagel, begann ein Studium in Wirtschaftswissenschaften und ging noch mit Schulterverletzung nach Lehnerz.

Weber ist sehr zufrieden und freut sich auf die Zukunft.

Dankbar ist der 22-Jährige dafür, dass er genau weiß, wo er herkommt. ...

Interview mit O|N-Sport-Reporter Julius Böhm.

Ohne Vorbereitung startete er in der Verbandsliga-Reserve im September durch, schoss 14 Tore in 16 Spielen und spielte eine starke Wintervorbereitung mit der ersten Mannschaft. "Ich hab' bewiesen, dass ich weiß, wo das Tor steht, aber im letzten Testspiel gegen Stadtallendorf bin ich gestürzt. Gleiche Seite, gleiche Verletzung, alles von vorne." Diesmal entschied sich Weber gegen eine OP, versuchte die Schulter konservativ zu kurieren und kämpfte sich zurück auf den Fußballplatz. Den kleinen Vertrauensvorschuss, den er sich gewünscht hätte, um seinen Erwartungen auch gerecht zu werden, bekam er leider nie: "Als Stürmer brauchst du einfach zwei oder drei Spiele, in denen du genau weißt: Du musst keine drei Tore schießen, du darfst dir auch einen Fehler erlauben." Auch in den letzten Wochen, als in Lehnerz viel experimentiert wurde und Stammstürmer Dominik Rummel verletzungsbedingt ausfiel, kam Weber über die Reservistenrolle nicht hinaus. "Obwohl ich zum ersten Mal ein ganzes Jahr gesund geblieben bin." Auch die 21 Verbandsliga-Tore wären ein Argument für Spielpraxis gewesen.

Der Hünfelder SV hat Weber dieses Vertrauen versprochen. Er soll eine ganz wichtige Rolle in der Mannschaft des HSV übernehmen. "Das ist echte Wertschätzung. Ich habe das Bemühen der Hünfelder gespürt, ich hatte das Gefühl, sie wollen mich unbedingt haben. In Lehnerz habe ich die Rolle hinter Dominik Rummel drei Jahre lang mitgemacht, ich habe im Mannschaftsgefüge in letzter Zeit stagniert. So kommt der Wechsel zum richtigen Zeitpunkt."

"Ich habe das Bemühen der Hünfelder gespürt, ich hatte das Gefühl, sie wollen mich ...

In Lehnerz schoss Marek Weber 14 Tore in 16 Spielen.

Vielleicht schließt sich ja eines Tages der Karrierekreis und Weber findet den Weg ...

Dankbar ist der 21-Jährige dafür, dass er genau weiß, wo er herkommt. Nur 200 Meter vom Bronnzeller Sportplatz entfernt wohnt Weber. "Ich hatte das große Glück, dass die C-Jugend in die Hessenliga aufgestiegen ist, als ich aus der D-Jugend kam. So bekam ich die Chance, mich zu präsentieren." Ohnehin sei die Bronnzeller Vergangenheit schön gewesen. "Wenn man sieht, wie viel ehrenamtliche Arbeit in so einem Dorfclub dazugehört, weiß man viel mehr zu schätzen, was einem bei höherklassigen Vereinen geboten wird." Vielleicht schließt sich ja eines Tages der Karrierekreis und Weber findet den Weg zurück zur Viktoria... (Julius Böhm) +++


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