- Fotos: Miriam Rommel

FULDADiskriminierung, Folter, Mord

Ausstellung: "Noch schlägt das Herz des Iran - Geschichten von Frauenrechtlerinnen“

16.06.16 - Hoffnungslos unfähig für ihre Rechte einzutreten und sie einzufordern - Frauen im Iran werden oft als Opfer dargestellt. Um dieses Vorurteil zu widerlegen und zu zeigen, dass einige der mutigsten und erfolgreichsten Menschenrechtsaktivistinnen im Iran zu Hause sind, wurde die Ausstellung „Noch schlägt das Herz des Iran – Geschichten von Frauenrechtlerinnen“ ins Leben gerufen. Bereits in 2013 von Amnesty International erstellt, können nun auch die Osthessen im Fuldaer Stadtschloss einen Blick auf die aufgeschriebenen Geschichten von Frauenrechtlerinnen werfen. Schirmherr der Ausstellung ist der Bundestagsabgeordnete Michael Brand. 

„Noch schlägt das Herz des Iran“ ist eine Ausstellung, die die iranischen Menschenrechtsverteidigerinnen würdigt. Gezeigt werden die beeindruckenden Lebenswege von 19 Frauen, die wegen ihrer Arbeit inhaftiert oder sogar ins Exil getrieben wurden, aber dennoch nicht aufgegeben haben. Im Iran, einem Land mit religiösem Rechtssystem auf der Grundlage der Scharia, sind Frauen verbreiteter gesetzlicher Diskriminierung ausgesetzt. Sie können keine Schlüsselpositionen des Staates übernehmen, also weder Richterinnen werden oder für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren. Gleichberechtigung bei der Eheschließung, im Sorge-oder Erbrecht gibt es nicht. So passiert es nicht selten, dass ein weibliches Kind unter 13 Jahren (das gesetzliche Heiratsalter beträgt 13 Jahre) an einen wesentlich älteren Mann verheiratet wird. Die Erlaubnis des Vaters der Minderjährigen reicht hierfür völlig aus. Auch im Strafrecht sind die Unterschiede allgegenwärtig: Begeht ein Mann eine Straftat gegenüber einer Frau, so wird diese weniger hart bestraft und vor Gericht hat die Aussage einer Frau, egal wie glaubwürdig sie sein mag, nur halb so viel Wert wie die eines Mannes.


Trotz der ständigen Unterdrückung und Schikanen gibt es im Iran viele Frauenrechtsgruppen. Sie rücken Fragen ins Bewusstsein wie die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Anwendung der Steinigung als Hinrichtungsform. Prominente Frauenrechtsgruppen sind beispielsweise: Zentrum für Menschenrechtsverteidiger, Komitee der Menschenrechtsreporter, Mütter für den Frieden oder Mütter des Laleh-Parks. Letztere ist eine Gruppe von Frauen, deren Kinder bei Gewalttätigkeiten nach den Wahlen im Iran im Juni 2009 getötet, verschleppt oder verhaftet wurden.


Die Ausstellung „Noch schlägt das Herz des Iran- Geschichten von Frauenrechtlerinnen gewährt zum Beispiel Einblicke in das Leben und Arbeiten von Mahboubeh Abbasgholizadeh. Die Journalistin, Filmemacherin und Frauenrechtlerin war ein Gründungsmitglied der Kampagne „Stoppt Steinigungen für immer“. Bei einer friedlichen Demonstration im März 2007 verhaftet, verbrachte die Iranerin mehrere Tage in Einzelhaft des berüchtigten Evin- Gefängnisses. Interessierte können die Ausstellung in den kommenden Wochen im Stadtschloss Fulda in der Galerie vor den Spiegelsälen besichtigen. (Miriam Rommel) +++


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