11.07.16 - Als Wetterkrimi entwickelte sich Flugtag eins des OLC Glider Race am Samstag auf der Wasserkuppe. Nachdem anfangs immer wieder Wolkenfelder über die Rhön zogen und starker Wind die Thermik verwirbelte, machte das Wetterfenster am Nachmittag doch noch auf. Nachdem Sportleiter Reiner Rose die Startbereitschaft mehrmals verschoben hatte, wurde um 15 Uhr bei auflebender Thermik mit dem Schleppbetrieb auf der Wasserkuppe begonnen.
Ausgeschrieben war eine Sprintaufgabe über 174,3 Kilometer, die die Wenden Phillipsthal - Kaltennordheim - Wasserkuppe - Kuendorf Dolmar - Hohe Hölle und zurück zur Wasserkuppe beinhalteten. Bei guter Wolkenoptik gab Rose die Startlinie um 16 Uhr frei. Mit einem imposanten Rallyestart, gut sichtbar für die zahlreichen Zuschauer, machte sich das Feld auf den Weg. Die Wertungsart mit zeitgleichem Abflug hat seinen Reiz. Jeder Teilnehmer hat dieselben Bedingungen und bei der teils hochkarätigen Konkurrenz verursacht die kleinste falsche Einschätzung der Aufwinde einen herben Zeitverlust.

Vorjahressieger Simon Schröder beim Wiegen

Chris Jörges hinten bereitet sich auf den ersten Flug vor

Matthias Arnold bereitet sich mit dem OLC Discus 2 Tauf den Start vor
Schon ein Kreis zu viel kann bei den engen Luftrennen um mehrere Plätze entscheiden. Von der Fliegerschule Wasserkuppe begrüßte der stellvertretende Schulleiter Rene Sobolewski die Teilnehmer, um mit ihnen die Besonderheiten des Fluggeländes auf der Wasserkuppe durchzugehen. Nach dem Start des Wertungsflugs sah es zuerst nach einem rasanten Luftrennen aus. Bei schöner Kumulusaufwindentwicklung rechneten sich die Piloten einen schnellen Schnitt aus. Bis zu den ersten zwei Rennen lief es dann bei einer Wolkenbasis von bis zu 1.500 Meter ganz ordentlich.
Doch mit dem heranrückenden Hoch schlich sich auch die Warmluft ein, die von den Aufwindjägern als Thermikbremse gefürchtet wird. So musste man doch lange warten, bis Tagessieger Benjamin Schüch (LS 8/AC Pirna) um 18:16 Uhr die Finish Linie der Wasserkuppe mit einem Schnitt von 76,62 Stundenkilometer überflog. Dahinter folgte Björn Gintzel (LS 8/AC Bonn Hangelar) mit 76,32 Stundenkilometer vor Max Schäfer (Discus 2/VFL Mönchengladbach), der 74,36 Stundenkilometer erzielte. Pech für Vorjahressieger Simon Schröder (Discus 2a/ SFV Bad Wörishofen), der lange in Führung liegend nach der Wende Hohen Hölle nicht mehr die Höhe für die Wasserkuppe schaffte und auf dem Werksflughafen Huhnrain landete.

Der Sieger des ersten Flugtages des OLC Glider Race 2016 Benjamin Schüch vom AC Pirna ...

Tagesdritter Max Schäfer mit dem Discus 2 im Anflug

Der stellvertretende Schulleiter der Fliegerschule Wasserkuppe Rene Sobolewski ...
Von den 16 abgeflogenen Piloten schafften neun die Aufgabe. Wer das Rennen zu früh anging, fand sich zum Beispiel wie Timo Lehrke bereits nach 71,70 Kilometern auf dem Boden der Tatsachen wieder. Lehrke, der in diesem Jahr schon einen 1020 Kilometer OLC Streckenflug schaffte, strandete bei Unterweis bei Hilders. Im hügligen Gelände fand er eine gemähte Wiese, auf der der Bauer noch am Vormittag die Heuballen abgefahren hatte. Zwei Punkte erflog auch Chris Jörges vom Rhönflug Gersfeld, der die Aufgabe mit einer ASW-27 mit 63,87 Stundenkilometer meisterte und sich freute, unter den Heimkehrern zu sein. Viel Freude und Spaß empfand desgleichen Christoph Limpert vom Rhönflug Gersfeld (ASW-27), der ebenfalls auf dem Huhnrain strandete. Limpert war lange im Spitzenfeld dabei. An der letzten Wende Kuendorf Dolmar war er deutlich höher als die Konkurrenz, doch danach flog er zu forsch vor, so dass die Hohe Hölle zum Knackflug des Fluges wurde.
OLC Glider Race: erstes Rennen über 174,30 am Samstag, 9. Juli:
1.Benjamin Schüch (LS 8/AC Pirna) 76,62 Km/h/11 Punkte.
2. Björn Gintzel (LS 8/AC Bonn Hangelar) 76,32 km/h/9 Punkte.
3. Max Schäfer (Discus 2/VFL Mönchengladbach) 74,36 km/8 Punkte.
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9. Chris Jörges ASW-27 Rhönflug Gersfeld 63,87 km/h/2. Punkte.
10. Christoph Lippert ASW 27 Rhönflug Gersfeld 162,06 km/0 Punkte. +++