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Das Mahnfeuer auf dem Bauernhof Helfrich in Poppenhausen-Remerz - Fotos: Toni Spangenberg

POPPENHAUSEN Mahnfeuer der Milchviehhalter

"Es wird Zeit, Konsequenzen zu ziehen und Handlungswillen zu beweisen"

14.07.16 - Im Vorfeld der Sonder-Agrarministerkonferenz, die am morgigen Freitag in Brüssel stattfindet, fordern die Milchviehhalter mit Mahnfeuern, im Sinne der Beschlüsse der Frühjahrs-Agrarministerkonferenz konkrete weitere Schritte zur Umsetzung schneller und wirksamer Krisenlösungen zu unternehmen. Eins davon fand am gestrigen Mittwoch auf dem Bauernhof Helfrich in Poppenhausen-Remerz statt.

"Milch-Gipfel an Milch-Gipfel reihte sich in den vergangenen Monaten und die Branche hat in dieser Zeit hinreichend deutlich gezeigt, dass sie es nicht allein richten wird, weil die Interessenslagen zu weit auseinander gehen. Jetzt wird es Zeit, daraus die Konsequenz zu ziehen und politischen Handlungswillen zu beweisen", erklärt Kreis-Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Milchhändler (BDM), Paul Jestädt. "Für die Milchviehhalter bleiben die Probleme der Marktkrise trotz einer leichten Markterholung brennend, auch das signalisieren die Mahnfeuer. Die Agrarminister dürfen daher keinesfalls hinter ihren Beschlüssen der Frühjahrs-Agrarministerkonferenz zurückbleiben. Ein weiteres Spielen auf Zeit von Seiten der Bundesregierung erzeugt weitere Verluste bei den Bauern und schädigt auch die, die sich über die Krise retten können, noch auf Jahre hinaus. Wir begrüßen es daher sehr, dass die deutschen Länderagrarminister über den Tellerrand hinausschauen und mit der Einladung von EU-Agrarkommissar Phil Hogan europäische Lösungen beschleunigen wollen." 

Der BDM weist noch einmal darauf hin, dass bei der Umsetzung von Krisenlösungen die Interessen der Milchviehhalter als Betroffene der Milchkrise absolut im Vordergrund stehen müssen. "Die Molkereien mit der Umsetzung von freiwilligen, befristeten Mengenkürzungen zu beauftragen oder die Umsetzung von ihrer Zustimmung oder gar ihrer finanziellen Unterstützung abhängig zu machen, hieße dabei, den Bock zum Gärtner machen", so Jestädt. "Es gibt sicher einzelne Molkereien, die bereit wären, diesen Weg mitzutragen. Allerdings haben sich die Verbände der Molkereiwirtschaft in den vergangenen Monaten so vehement gegen ein derartiges Kriseninstrument gewehrt, dass zu befürchten ist, dass auch im Falle eines konkreten Umsetzungsauftrags alles unternommen würde, um die Milchviehhalter von einer freiwilligen Teilnahme an einer zeitlichen befristeten Mengenreduzierung abzuhalten. Das fängt bei Mitgliederbriefen und Versammlungen an, in denen Druck auf die Lieferanten ausgeübt wird. Jeder Milchviehhalter kennt die Argumente, die dann auf den Tisch kommen, aus den Erfahrungen der Vergangenheit. Man solle nicht die eigene Molkerei schädigen, sie würde dadurch Wettbewerbsnachteile erleiden, es würde sich für die Milchviehhalter nicht rechnen, bis hin zu hausinternen Anreizen für diejenigen, die nicht reduzieren. Würde man fordern, dass sich die Molkereien finanziell am Ausgleich für diejenigen, die reduzieren wollen, beteiligen, würden die dafür nötigen Finanzmittel beim Milchpreis aller abgezogen werden. Wir sehen daher ganz klar die Politik in der Verantwortung“, betont Jestädt laut Pressemitteilung weiter.

Der BDM hat konkrete Vorschläge erarbeitet, wie die Koppelung von Liquiditätshilfen an zeitlich befristete Mengenkürzungen umgesetzt werden kann. Da sich abzeichnet, dass freiwillige Maßnahmen nicht umgesetzt werden oder nicht zum Ziel führen, muss konsequent eine verbindliche Vorgabe zur EU-Mengenrückführung eingeleitet werden.

Wie wichtig es sei, dass neben den jetzt notwendigen Akutmaßnahmen auch strukturelle Veränderungen in der Beziehung zwischen Molkereiwirtschaft und Milchviehhalter weiter in der Diskussion bleiben, habe das Verhalten der Marktteilnehmer in dieser Krise gezeigt. Es müsse außerdem zwingend weiter daran gearbeitet werden, das bestehende Sicherheitsnetz für die EU-Agrarmärkte auch künftig um Möglichkeiten zu erweitern, in Krisenphasen zeitlich befristet auf EU-Ebene die Erzeugungsmengen zu begrenzen. +++


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