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Erhard Kiszner, 1. Vorsitzender beim Verein Arbeiten und Leben in Eichenzell, Rainer Sippel, Geschäftsführer Antonius Netzwerk Mensch, Eichenzells Bürgermeister Dieter Kolb und Projektleiter Björn Bierent - Fotos: Julius Böhm

EICHENZELL Deckenfest beim 2,5 Millionen-Bau

"Pilotprojekt für Inklusion": Im Herrenhaus leben bald 17 Menschen mit Handicap

03.09.16 - Der historische Ortskern von Eichenzell (Kreis Fulda) ist schon lange Zeit eine große Baustelle. Rund um die Kulturscheune und den Feuerwehr-Stützpunkt ziehen sich Bauzäune, ein orangener Kran ragt in den Himmel. Vom alten "Herrenhaus" ist nicht mehr viel übrig. Nur der erste Stock im Rohbau. Für insgesamt 2,5 Millionen Euro wird das Herrenhaus kernsaniert und modernisiert, damit Mitte des kommenden Jahres 17 junge Menschen mit Behinderung dort einziehen und ihren neuen Lebensmittelpunkt finden können. Am Freitag wurde ein symbolisches "Deckenfest" gefeiert. "Das ganze Land schaut nach Eichenzell wegen dieses pilothaften Projektes für Inklusion", sagt Projektleiter Björn Bierent.

Große Baustelle rund ums Herrenhaus

Deckenfest inmitten der Baustelle

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel kam persönlich

Das symbolische Netzwerk aus den vielen ...

"Entscheidend ist, dass die Inklusion nicht in Randlage, sondern hier mitten im Ort stattfindet", sagt Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos), "denn hier - direkt bei Feuerwehr, DRK und Kulturscheune - findet das Leben in Eichenzell statt." Schon seit Monaten wird das historische Gebäude entkernt und für die Zukunft fit gemacht. 17 Apartments mit Nasszellen, Gemeinschafts- und Essensräumen sollen in den nächsten zwölf Monaten entstehen. Im Untergeschoss, dem ehemaligen Gewölbekeller, wird es eine offene Begegnungsstätte für Jedermann geben. "Die Menschen kommen in die Mitte der Gesellschaft und ich bin zuversichtlich, dass die Inklusion funktionieren wird", so Bürgermeister Kolb weiter.

Rainer Sippel

Rainer Sippel, Geschäftsführer von Antonius Netzwerk Mensch, das gemeinsam mit dem Verein "Leben und Arbeiten in Eichenzell" und der Gemeinde das Projekt verantwortet, ist dankbar: "Danke für den Mut, den alle Beteiligten aufbringen, um diese Idee zu realisieren. Inklusion hat keine Gesetzesgrundlage, sie ist eine Idee, die Menschen und Unterstützer braucht, die sie umsetzten wollen." 500.000 Euro Zuschuss kommen vom Land (Sozial-Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel war extra aus Wiesbaden gekommen), 425.000 Euro gibt es vom Landeswohlfahrtsverband, 110.000 Euro von der Aktion Mensch und weitere 100.000 Euro von der Stiftung Wohnhilfe. Verein, Gemeinde und das Netzwerk Antonius tragen auch einen enormen finanziellen Teil der insgesamt rund 2,5 Millionen Euro - deshalb wird auch weiterhin um Unterstützung und Spenden gebeten.

Das Konzept soll jungen Menschen mit Behinderung ermöglichen, ihren Lebensmittelpunkt in ihrer Heimat Eichenzell zu finden. "Hier werden Menschen, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, leben. Unser großes Netzwerk an Vereinen, Verbänden und Unternehmen ermöglicht die Vermittlung von Arbeitsplätzen", sagt Projektleiter Björn Bierent, "es geht für die jungen Erwachsenen darum, den ersten Schritt in Richtung Eigenständigkeit zu schaffen - und zwar im gewohnten Umfeld, wo sie herkommen."

Schon vor sechs Jahren wurden die Weichen für das Inklusionsprojekt gestellt. Die drei Kooperationspartner haben sich als Ziel gesezt, bereits in rund sechs Wochen Richtfest zu feiern und im Sommer 2017 das fertig sanierte Herrenhaus zu beziehen. (Julius Böhm) +++

Auch Gottes Segen durfte nicht ...


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