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Der Fuldaer Bischof Heinz-Josef Algermissen... -

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"Rede und Antwort stehen" - Von Bischof Heinz Josef Algermissen

06.10.16 - "Ein großes Problem: Immer mehr Christen können immer weniger Auskunft über ihren Glauben geben. Sprachlosigkeit hat sich breit gemacht. Und das in einer Welt, die viele Fragen stellt, auf Antwort wartet. Die Weitergabe des Glaubens an die kommende Generation wird auf dem Hintergrund dieser Situation zu einem Lebensproblem. Dabei könnten es gerade wir Christen sein, die etwas Wesentliches zu sagen haben. Jesus ermutigt dazu: „Ihr seid das Licht der Welt…, ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5,13ff). 

Ein Text aus dem ersten Petrusbrief ruft es uns zudem deutlich in Erinnerung: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen“ (1 Petrus 3,15 und 16). Als dieser Brief geschrieben wurde, hatte er Christen vor Augen, die in Bedrängnis lebten. Sie unterschieden sich durch ihre Lebensweise deutlich von ihrer Umwelt. Dadurch machten sie auf sich aufmerksam. Und durch ihre Andersartigkeit gerieten sie sogar so weit ins Abseits, dass sie Schmähung und Verfolgung hinnehmen mussten. Dennoch sollten sie bereit sein, ihren Glauben vor jedermann zu verantworten, keine Antwort schuldig zu bleiben. Man könnte auch sagen, sie sollten bereit sein, Zeugnis abzulegen.

Für uns hat sich an dem Sachverhalt, über den Glauben reden zu müssen, nichts geändert. Es mag für viele Fragende und Ratsuchende ein recht deprimierendes Erlebnis sein, auf Christen zu treffen, die über das, was sie glauben, nichts sagen können. Liegt es vielleicht auch daran, dass es nicht mehr „in“ ist, so etwas wie ein ABC des Glaubens zu lernen?

Der erste Petrusbrief sagt nicht, dass wir über irgendetwas sprechen sollen. Vielmehr rückt er die Hoffnung in den Mittelpunkt. Vielfach wird Hoffnung mit Optimismus verwechselt: Es wird schon wieder werden. Was aber ist, wenn nichts mehr wird? Viel leichter fällt es uns, über Hoffnungslosigkeit zu reden, da könnten wir stundenlang erzählen. Hoffnung verkommt vielfach zum bloßen Optimismus, wenn nicht das Wissen um den lebendigen Gott im Hintergrund steht. Optimistische Reden schieben zumeist den Menschen in den Mittelpunkt, nach dem Motto: „Wir werden das schon selbst schaffen.“ Wer indes nur auf sich selbst setzt, sitzt bald auf dem Boden.

Der erste Petrusbrief spricht von einer Hoffnung, die in uns ist. Sie findet ihre Basis in Gott, der im Kreuz und in der Auferstehung Jesu Christi den Grund der Hoffnung ein für alle Mal gelegt hat. Schließlich ist da noch der Hinweis auf ein Reden in Bescheidenheit und Ehrfurcht. Ehrfurcht ist eine Haltung, die auf den Fragenden eingeht und sich dabei müht, überzeugende Antworten zu suchen. Sie nimmt das Gegenüber ganz und gar ernst.

Die beiden Verse aus dem ersten Petrusbrief sind aktuell. Gebe Gott, dass wir wieder sprechen lernen von unserem Glauben als von einer begründeten tiefen Hoffnung, die sich in unserem Leben widerspiegelt. Die Glaubenszukunft von Hunderten Jugendlichen, die sich in diesen Wochen in unserem Bistum auf das Firmsakrament vorbereiten, wird auch davon abhängen".   +++


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