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- Fotos: Gudrun Schmidl

BEBRA Perspektivwechsel zum 20-Jährigen

"Total Vocal" in Ellis Saal – Christian HARTIG neuer Chorleiter

20.11.16 - Es war nicht der erste Auftritt von „Total Vocal“ in Ellis Saal, jedoch ein ganz Besonderer. Der „kleine Chor mit großem Charme“ aus dem Bebraer Stadtteil Gilfershausen hat es mit viel Esprit und Lust am Singen geschafft, seit nunmehr 20 Jahren sein Publikum zu verzaubern. Dieses Jubiläum wurde nicht nur stimmgewaltig, sondern auch mit einem „Perspektivwechsel“ gefeiert. Seit diesem Jahr gibt Christian Hartig als ausgebildeter Chorleiter den Takt an, dem auch sein Vater Jochen und seine Schwester Annika folgen. Dem Publikum wurde zudem freie Sicht auf die charismatischen Sängerinnen und Sänger gewährt, denn die Notenständer und damit auch die Noten auf der Bühne sind Vergangenheit.

Ellis Saal war am Samstag bis auf den letzten Platz besetzt, denn in der Region und längst auch überregional weiß man um die Qualität des Vocal-Ensembles, das bei jedem Konzert mit einem anspruchsvollen, abwechslungsreichen Programm begeistert. Ein Hauch von Musikantenstadl mit Begrüßungsjodler, stilecht in Krachledernen und Dirndln vorgetragen, stimmte ein auf gut zweieinhalb Stunden herausragenden A-Capella-Gesang, der mit vielen kleinen Kabinettstückchen optisch unterstrichen wurde. Heike Lorey und Marc Iffland führten durch das Programm, mit kleinen Rückblicken, aber vor allem mit dem Blick nach vorn. „Das Bessere ist der Feind des Guten“, gab Heike Lorey den Anspruch der Sängerinnen, Sänger und des Chorleiters an sich selbst bekannt und diesem Anspruch wurden sie allesamt gerecht.

Die geschulten Stimmen der Einzelnen vermischen sich zu einem klangvollen Ganzen, ob bei fetzigen Songs wie „Macho Macho“ oder „Girls, Girls, Girls“, dem Gospel „The Lord bless you“ oder „Engel“ von Rammstein. „Total Vocal“ trauen sich was, sie erfinden Coldplays „Viva la vida“ nahezu neu, begeistern kurz darauf mit dem „Kriminal Tango“ und berichten vielstimmig: „Der Löwe schläft heut Nacht“. „Mit Musik das Leben feiern“, das scheint der Antrieb der Sängerinnen und Sänger zu sein, die sich jeden Freitag zum Proben in Gilfershausen treffen, wobei einige Chormitglieder völlig selbstverständlich weite Anfahrten auf sich nehmen.


„Total Vocal“ brilliert nicht nur als Ensemble. Michael Vaupel und Heike Lorey wagten sich als Solisten an Sarah Conners „Wie schön du bist“, zudem begeisterte Heike Lorey später „Seite an Seite“ mit Marc Iffland, der mit „Running“ den solistischen Höhepunkt des Abends ablieferte. Bianca Sippel und Andrea Grunz besangen mit „Eigentlich“ überaus erheiternd die Hymne auf die Cellulite. Einige der Solisten begleiteten sich gleich selbst auf der Gitarre oder am Klavier wie Jessica Röhn, die mit „Das Farbenspiel des Winds“ einen Hörgenuss ablieferte, aber hinter Notenständern am etwas falsch platzierten Instrument unsichtbar blieb. Hervorzuheben als Solistin ist Andrea Grunz, die mit ihrem Spiel auf der Trompete und auf dem Flügelhorn begeisterte und im Zusammenspiel mit Michael Funk, Christian Hartig und Michael Vaupel „Fascinating Rhythm“ erzeugte. Mit „Imagine“ wurde ein weiterer berührender, begeistert beklatschter Solobeitrag dargeboten. Michael Funk begleitete mehrere Lieder einfühlsam auf dem Klavier.

Chorleiter Christian Hartig

Heike Lorey und Michael Vaupel singen ...


Aber auch das Publikum sah sich nach der Pause einem Perspektivwechsel ausgesetzt, indem sie über ein eingespieltes Video auf der Großleinwand zum Singen aufgefordert wurden. Das entzückende Kinderlied „Der Hahn ist tot“ konnte dreistimmig als Kanon eingeübt werden, nachdem nach mehreren Anläufen der Ton funktionierte. Diese kleine und wirklich einzige technische Panne sorgte für zusätzlichen Spaß und irgendwie und irgendwann erklangt so etwas Ähnliches wie ein Kanon, wiederum zur Erheiterung der Sängerinnen und Sänger hinter der Bühne: „Wir haben uns schlapp gelacht“, kommentierte Marc Iffland die Sangeskünste.


20 Jahre gemeinsames Singen hat „Total Vocal“ gefeiert und doch oder gerade deswegen überstrahlte der Eindruck, dass die A-Capella-Gruppe wie neu geboren wirkte oder sich selbst gerade neu erfindet, den frenetisch beklatschten und bejubelten Auftritt. Die Verantwortlichen vom Kulturverein „Ellis Saal“ legen großen Wert darauf, in ihrem ausgewogenen Kulturprogramm regelmäßig heimische Gruppen zu berücksichtigen. Völlig zu Recht. „Total Vocal“ boten ein rundum gelungenes Konzerterlebnis mit hoher Professionalität und musikalischem Hochgenuss, der in der Zugabe „Gianna“ gipfelte. (Gudrun Schmidl) +++

Ein Riesenspaß. Das Publikum wird ...

Schade, dass Jessica Röhn hinter ...

Der „Kriminal-Tango“

„More than words“ hieß der ...

Michael Funk, Michael Vaupel, Andrea ...

Heike Lorey mit Duettpartner Marc ...


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